MENU

Wie sich die 10 größten Kryptowährungen in den letzten 12 Monaten entwickelt haben

Bildquelle: Wikimedia Commons, AntanaCoins

An der Börse sind gerade Marihuana, das Internet der Dinge, Chirurgie-Roboter, Krebsimmuntherapien und Elektroautos der letzte Schrei. Wenn man sich die Gewinne in all diesen Industrien zusammen vorstellt, dann würde man noch nicht einmal dem nahe kommen, was Kryptowährungen seit Jahresbeginn erzielt haben.

Bis zum 26. August 2017 erhöhte sich die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen um 810 % im Jahresvergleich. Genauer gesagt von 17,7 Milliarden auf 161 Milliarden US-Dollar. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Zahl vor dem Allzeithoch von Bitcoin erhoben wurde, das am letzten Wochenende die Marke von 5.000 US-Dollar erreichen konnte. Einige digitale Währungen konnten in den letzten acht Monaten für die Investoren eine Rendite erwirtschaften, für die der S&P 500 mehrere Jahrzehnte gebraucht hatte.

Wie sich die größten digitalen Währungen dieses Jahr entwickelt haben

Welche der großen Kryptowährungen war der Top-Performer 2017? Es folgen die zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung gefolgt von den prozentualen Anstiegen in den letzten 12 Monaten bis zum 2. September 2017, gerundet auf die nächste ganze Zahl.

  1. Bitcoin: 375 %
  2. Ethereum: 4.279 %
  3. Bitcoin Cash: 39 % (Handelsbeginn am 23. Juli 2017)
  4. Ripple: 3.415 %
  5. Litecoin: 1.725 %
  6. NEM: 8.662 %
  7. Dash: 3.024 %
  8. IOTA: 18 % (Daten vom 13. Juni 2017)
  9. Monero: 806 %
  10. Ethereum Classic: 1.324 %

Man hätte einfach blind einen Dart werfen können und mit jeder der größten Kryptowährungen sehr viel Geld verdienen können. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung stieg um fast 4.300 % allein dieses Jahr, während NEM mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 2,7 Milliarden US-Dollar mehr als 8.600 % Rendite generieren konnte.

Warum gerade NEM? Einige Analysten glauben, dass die Beliebtheit in Japan ein wichtiger Grund dafür ist. NEM wurde von Makoto Takemiya entwickelt, der bei einigen wichtigen Blockchain-Projekten involviert war. Er ist auch einer der Strippenzieher hinter der Entscheidung in Japan, Bitcoins als legales Zahlungsmittel zu akzeptieren. Daher glauben viele, dass die Blockchain und das Zahlungsmittel NEM ziemlich beliebt werden könnten.

Warum Kryptowährungen in wenigen Monaten so stark steigen konnten

Was steckt hinter diesen unglaublichen Kursgewinnen? Der vernünftigste Wachstumstreiber ist die Erwartung, dass die Blockchain, der digitale und dezentralisierte Informationsspeicher hinter den meisten Kryptowährungen, die Zukunft der Transaktionen in der Finanzindustrie werden könnte. Gleiches gilt für die Energieindustrie und den Einzelhandel. Die Blockchain erlaubt es, Transaktionsdaten sicher zu speichern, sodass sie nicht mehr manipuliert werden können. Damit ist diese Technologie die ideale cloud-artige Plattform für Unternehmen.

Der Grund, warum wir in den letzten sechs Wochen einen derartigen Anstieg bei den Bitcoins sowie bei Ethereum seit Jahresbeginn gesehen haben liegt wahrscheinlich an der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie. Einige Experten glauben, dass Ethereum die beste Technologie hat. Die Tatsache, dass mehr als 150 Organisationen der Enterprise Ethereum Alliance beigetreten sind, um die Blockchain in kleinem Rahmen zu testen, legt nahe, dass etwas an der Sache dran sein könnte. Bitcoin gliederte vor Kurzem Bitcoin Cash aus, um seine Kapazität zu erhöhen, die Transaktionskosten zu senken und die Transaktionszeiten zu verringern. Dabei werden die Daten von der traditionellen Blockchain entfernt.

Der schwache amerikanische Dollar könnte die Käufe auch beflügeln. Der Dollar liegt gerade auf einem Einjahres-Tief und gleichzeitig auf einem Mehrjahres-Tief im Vergleich zu mehreren anderen wichtigen Währungen. Das sind gute Nachrichten für die Exporte aber schlechte Nachrichten für die amerikanischen Verbraucher, die Güter im Ausland kaufen. Gleichzeitig sind es schlechte Nachrichten für die Investoren, die im Falle eines schwachen Dollars lieber in Gold investieren, da es sich dabei um eine endliche Ressource handelt. Bitcoin und mehrere andere Kryptowährungen verfügen über bestimmte Beschränkungen. Daher werden auch diese als endliche Ressourcen gesehen. In anderen Worten fungieren digitale Währungen auch als sichere Investitionen im Falle eines fallenden Dollarkurses.

Wir können auch die aktuellen Beliebtheit und den Mangel an institutionellen Investoren nicht beiseite lassen. Konventionelle Institutionen meiden Kryptowährungen. Daher werden deren Bewertungen von den Investoren bestimmt, die weniger von Fundamentaldaten und mehr von Emotionen getrieben sind. Mit Gewinnen von 4.000 – 8.000 % konnten digitale Währungen auch jede Menge frisches Geld anziehen.

Achtung

Wir haben schon oft gesehen, wie sich die Kurse für einen Industriesektor oder einen Vermögenswert extrem erhöht haben, nur um dann in einer Blase zu enden. Sei es die Entschlüsselung des Genoms oder der 3D-Druck, die Investoren haben oft Erwartungen, die die Realität bei weitem übersteigen. Bei Kryptowährungen könnte es ähnlich aussehen.

Das größte Problem ist wahrscheinlich, dass es unmöglich ist die Blockchain nach fundamentalen Gesichtspunkten zu bewerten. Daher kann man schwer sagen, was die Blockchain für Unternehmen wert ist und inwiefern sie deren Bedürfnisse erfüllen kann. Bisher gibt es nur Testprogramme im kleinen Rahmen, um dies zu erforschen.

Darüber hinaus haben sechs global operierende Banken ihre eigenen Kryptowährungen gestartet. Das bedeutet, dass die Eintrittsbarriere für eine solche digitale Währung nicht besonders hoch ist. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es auch keine fundamentalen Garantien, dass die Blockchain wirklich die Zukunft der Zahlungsverarbeitung stellen wird.

Die Legitimität ist auch fraglich. Wenn wir bedenken, dass Kryptowährungen nicht an einer zentralen Börse gehandelt werden, schafft das sehr hohe Volatilität, was die Werthaltigkeit dieses Vermögenswertes unterwandert.

Darüber hinaus ist hier sehr viel Emotion im Spiel. Nehmen wir nur einmal den Bitcoin Investment Trust (WKN:A14S73) als Beispiel. Dieser ETF bekam letzten Freitag große Probleme, als der bekannte Leerverkäufer Andrew Left von Citron Research nahe legte, die Kryptowährung wäre außerordentlich überbewertet. Der Prospekt des Bitcoin Trust zeigt, dass der Fonds  am 31. August 2017 172.721 Bitcoins besaß. Bei einem Wert von 4.578 US-Dollar pro Coin sprechen wir hier von einem Nettovermögenswert von 790,7 Millionen US-Dollar. Nachdem der Kurs am letzten Freitag aber um mehr als 20 % fiel, hat der Bitcoin Investment Trust aber immer noch einen Wert von fast 1,5 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet, man zahlt eine Prämie von 88 % für einen ETF, der nur Bitcoins gekauft hat. Es ergibt keinen Sinn und gleiches gilt auch für die aktuellen Kursgewinne bei Kryptowährungen.

Für all diejenigen, die sich eine Investition in digitale Währungen überlegen, habe ich nur zwei Wörter: bitte aufpassen.

3 Trends, die Investoren kennen müssen

Die Welt ändert sich, und als Investor kannst du zurückgelassen werden oder im Windschatten unglaublich großer Trends mitlaufen. In einem neuen Sonderbericht von den Top Analysten bei The Motley Fool identifizieren wir drei der aktuell größten Trends und wie Investoren von diesen profitieren können. Klick hier um dir kostenlosen Zugang zu sichern.

The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 07.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.