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Amazons neues Fashion-Label ist keine Bedrohung für Zalando

Foto: Zalando

Der amerikanische Internetgigant Amazon (WKN:906866) macht sich im Textilbereich breit, auch in Deutschland. Mit einer eigenen Modemarke erweitert er ab diesen Herbst sein Angebot. Das ist ein aggressiver Schachzug und klingt erst einmal nach schlechten Nachrichten für den führenden Online-Modehändler Zalando (WKN:ZAL111).

Wer sich allerdings ein bisschen näher mit der Modewelt und dem Onlineangebot auskennt, dürfte große Zweifel daran bekommen, dass Amazon hier Zalando den Rang ablaufen wird.

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Was du bei Find finden kannst

Amazons erste Eigenmarke im Modesegment heißt Find und bietet seine Kollektion seit wenigen Tagen auf den Amazon-Seiten in Deutschland, England, Frankreich und Spanien an. Die verschiedenen Kleidungsstücke kann man durchaus aus als modisch und interessant bezeichnen, sie sind aber auch alltagstauglich. Die Preise sind sehr ähnlich zu denen von H&M und Zara.

Wer sich derzeit durch die Damenkollektion klickt, hat fast 400 Kleidungsstücke zur Auswahl, bei Männern ist es ungefähr die Hälfte. Ein kurzer Vergleich auf Zalando am 6. September zeigt, dass es dort allein 1.707 weiße Damenblusen und -tuniken zur Auswahl gibt. Das heißt aber nicht, dass Amazon seine eigene Marke nicht relativ schnell massiv erweitern könnte, bloß, dass sie bisher alles andere als groß ist. Die Kollektion kommt natürlich ohne das Amazon-Logo aus.

Dieser Teich ist groß genug für zwei

Noch ist es ohnehin zu früh, um zu wissen, ob die Kollektion erfolgreich ist, oder sie sich irgendwann zusammen mit dem Fire Phone in Amazons mutige, aber gescheiterte Projekte einreiht. Ich denke, dass es noch lange nicht sicher ist, dass die Find-Linie lange bestehen bleiben wird. Vielleicht betrachtet es Amazon ohnehin mehr als ein Unterfangen mit steiler Lernkurve als eine zukünftige Gewinnmaschine.

Kleidung ist sehr anders als die anderen großen Produktkategorien, mit denen Amazon bisher Erfolg hatte. Es gibt von jedem Produkt viele verschiedene Größen und oft auch Farben. Nach einer Saison muss das Angebot rabattiert werden, um die Lager zu räumen, außerdem senden Kunden verständlicherweise viel zurück, was ihnen nicht passt.

Egal ob die neue hauseigene Modelinie nun erfolgreich wird oder nicht, ist zumindest festzustellen, dass Amazon es mit seinem Textilangebot durchaus ernst meint. Das heißt man kann sich hier auf weitere Initiativen einstellen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass das Unternehmen zur Gefahr für Zalando wird. Der Markt ist groß genug für zwei und in meinen Augen sieht es bisher danach aus, als ob Amazon eher pragmatische und preisorientierte Käufer ansprechen will, wohingegen Zalando ein unglaublich breites und modisch vielseitiges Angebot hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass beide langfristig ihr eigenes erfolgreiches Geschäftsmodell finden werden.

Außerdem sollten Zalando-Aktionäre nicht übersehen, wie weit das Berliner Unternehmen schon gekommen ist. Das Angebot ist riesig, Retouren sind unheimlich unkompliziert, werden schnell bearbeitet und in immer mehr Städten kann noch am selben Tag geliefert werden. Ich habe erst kürzlich nicht schlecht gestaunt, als mir abends ein Zalando-Paket ausgeliefert wurde, das erst am morgen versendet worden war, obwohl ich als Option nur die Gratis-Standardlieferung gewählt hatte. Trotz Find finde ich nicht, dass Zalando-Aktionäre sich sorgen sollten.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motey Fool empfiehlt Zalando.

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