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CECONOMY nach den ersten Zahlen: 3 wichtige Erkenntnisse

Seit das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft abgespalten wurde, herrschte ziemliche Unsicherheit über den Wert des kürzlich offiziell in CECONOMY (WKN:725750) umgenannten Metro-Konzerns. Einige wenige Analysten gaben vorsichtige Kursziele im Bereich von 10 bis 13 Euro aus. Die kürzlich erfolgte Zahlenvorlage zum dritten Quartal des unterjährigen Geschäftsjahrs hat wieder etwas mehr Klarheit verschafft und ich möchte meine drei wichtigsten Erkenntnisse mit dir teilen.

Erkenntnis Nr. 1: Die Aufspaltung bringt Aktionären erst mal nichts ein

Die These lautete, dass für die Anleger Mehrwert geschaffen wird, wenn erst mal deutlicher sichtbar wird, welche vermeintlich versteckten Werte und Perspektiven die beiden Teile haben. Nun hat CECONOMY seinen Quartalsbericht veröffentlicht und die Anleger reagieren eher zurückhaltend. Gleichzeitig muss die abgespaltene neue Metro (WKN:BFB001) weiterhin Abschläge auf den Eröffnungskurs von stattlichen 20 Euro hinnehmen. Eine Gewinnwarnung des großen europäischen Konkurrenten Carrefour (WKN:852362) verschreckte dort die Aktionäre.

Da CECONOMY 10 Prozent der Anteile des früheren Schwestersegments hält, wird auch sie davon beeinträchtigt. Der Kurs schwankte in den ersten Wochen der Eigenständigkeit des MediaMarktSaturn-Konzerns um die 9 Euro. Während die frühere Gesamt-Metro bei Kursen von zuletzt zwischen 27 und 30 Euro etwa 9 bis 10 Mrd. Euro wert war, kommen die neue Metro und CECONOMY jetzt zusammen nur noch auf bereinigte 8,9 Mrd. Euro (6,1 Mrd. Metro und 2,6 Mrd. CECONOMY ohne den Wert der Metro-Anteile, Schlusskurse vom 08.09.) — und das obwohl die CECONOMY-Aktie in den letzten Tagen gut gelaufen ist.

Erkenntnis Nr. 2: CECONOMY wurde mit wenig Eigenkapital ausgestattet

Die Trennung war mit äußerst komplizierten buchhalterischen Vorgängen verbunden und die Finanzchefs haben sich im Vergleich zu beispielsweise Bayer und Covestro nur wenig Mühe gegeben, im Vorfeld für Transparenz zu sorgen. Die Abspaltung von Metro läuft unter dem Stichwort „Sachdividendenverpflichtung“, was bedeutet, dass der Börsenwert der abgetrennten Bereiche vom Eigenkapital abgezogen werden musste. Dieser Wert wurde zum Stichtag 30.06. mit 5,9 Mrd. Euro angesetzt, was ein vorübergehend negatives Eigenkapital in Höhe von -445 Mio. Euro zur Folge hatte.

Allerdings erklärt CECONOMY dazu auch Folgendes: „Das Eigenkapital wird nach Vollzug der Spaltung durch den dann auszuweisenden Spaltungsgewinn wieder positiv werden.“ Der Punkt dabei ist, dass die Quartalsmitteilung zwar nach der Spaltung veröffentlicht wurde, aber sich auf einen Zeitpunkt davor bezieht.

Zwischenzeitlich sind jedoch die im Gemeinsamen Spaltungsbericht vorgesehenen Maßnahmen erfolgt und werden dann im Geschäftsbericht erst richtig erkennbar sein. Insbesondere wurden im Zuge der Transaktion die 10 Prozent der neuen Metro-Aktien eingebucht, welche aktuell gut 600 Mio. Euro wert sind und als „wichtiger Baustein für die Finanzausstattung und Kapitalstruktur“ der CECONOMY bezeichnet wurden. Das allein bringt das Eigenkapital bereits in die Schwarzen Zahlen und das lukrative Weihnachtsgeschäft läuft ja auch in Kürze richtig an.

Für mich erscheint das alles wie ein Fehler im Regelwerk der Buchhalter, aber Sorgen um die Bilanz muss man sich jedenfalls nicht machen. Wie viel Substanz genau vorhanden ist, erfahren wir dann im Dezember.

Erkenntnis Nr. 3: CECONOMY wird vor allem über Akquisitionen wachsen

Gleich zu Beginn der neuen Existenz hat das Management deutlich gemacht, wohin die Reise geht: Über regelmäßige Übernahmen soll die derzeit noch recht fragmentierte Branche konsolidiert werden. Mit FNAC DARTY (WKN:A1T95K) hat man sich an einem dicken Fisch beteiligt, nämlich dem führenden französischen Elektronikhändler, dessen beiden Teile selbst erst 2016 fusionierten und damit ähnlich aufgestellt sind wie MediaMarkt und Saturn in Deutschland.

Aber kann sich die Handelskette weitere Zukäufe überhaupt leisten? Ich denke, ja: Zwar ist die Eigenkapitaldecke vergleichsweise gering, aber eben auch die Nettoverschuldung, weil die neue Metro fast alle Verpflichtungen übernommen hat. Deswegen verfügt CECONOMY weiterhin über eine gute Bonität, sodass Geldmittel für weitere Akquisitionen leicht aufzutreiben sein sollten.

Irgendwie spielt CECONOMY auch die vielfach beschworene Krise im stationären Einzelhandel in die Karten, denn die Preise für potenzielle Übernahmeziele sind teilweise stark gesunken. Die international präsente und auf Mobilcomputer samt Zubehör spezialisierte Dixons Carphone (WKN:A1CSN7) aus England liegt beispielsweise auf Dreijahressicht mehr als 50 Prozent im Minus.

CECONOMY muss sich beweisen

Das Management um den Vorstandsvorsitzenden Pieter Haas ist glücklich darüber, zusammen mit dem Lebensmittelgeschäft auch einen Großteil der Schulden losgeworden zu sein. Jetzt macht man sich daran, das Kerngeschäft zu stärken, die Digitalisierung voranzutreiben und günstige Übernahmegelegenheiten zu nutzen. Das wird auch notwendig sein, denn nur die stärksten Spieler können gegen die geballte Onlinemacht von Amazon.com (WKN:906866) und anderen E-Commerce-Größen bestehen.

Insgesamt sehe ich gute Chancen dafür, dass CECONOMY Umsatz und Gewinn über die kommenden Jahre kontinuierlich steigern und damit auch mehr Aktionäre überzeugen kann. Bereits in drei Monaten wird die vollständige Bilanz vorgelegt und ich gehe davon aus, dass der wahre Wert des Unterhaltungselektronik-Riesen dann deutlicher wird.

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Ralf Anders besitzt Wertpapiere auf CECONOMY. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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