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Die 3 erfolgreichsten Aktien in unseren Depots: Shell, Tesla und Apple

Der eine sahnt eine saftige Dividende ab, weil viele vor Angst davonrennen. Der nächste wundert sich über tiefe Kurse und negative Schlagzeilen, wenn es operativ rund läuft, und schlägt direkt vor einer Kursexplosion zu. Der Dritte kauft einfach die Aktie des Unternehmens, dessen Produkte alle wie verrückt kaufen, und wird prächtig belohnt.

Hier erfährst du, mit welchen Aktienkäufen drei Fool-Autoren bisher am erfolgreichsten waren und was du daraus lernen kannst.

9 % Dividende: Shell machte es möglich!

Vincent Uhr: Mein erfolgreichster Aktienkauf hat gleich zu Beginn allerdings wenig mit Kursgewinnen zu tun. Als Einkommensinvestor durch und durch achte ich zwar sekundär natürlich auch auf Kursverläufe, nichtsdestoweniger erfreue ich mich in erster Linie stabiler, hoher Dividendenzahlungen.

Entsprechend diesem Dogma handelt es sich bei dem erfolgreichsten Aktienkauf in meinem Depot um die B-Aktie von Royal Dutch Shell (WKN:A0ER6S). Ich habe die Aktie nämlich im Februar 2016 gekauft, inmitten des Höhepunktes des letzten Ölpreisverfalls. Damals kostete das Papier gerade einmal 18,01 Euro je Aktie, was bei jährlichen Zahlungen von derzeit ca. 1,64 Euro je Aktie einer Dividendenrendite von über 9 % entspricht. Das Papier galt damals angesichts einer so hohen Dividende als überaus heißes Eisen.

Wieso ich dennoch gekauft habe? Ganz einfach, ich konnte einfach nicht glauben, dass das damalige Ölpreisniveau von in etwa 30 US-Dollar je Barrel permanenter Natur sein konnte (und sollte Recht behalten). Zusätzlich bewunderte ich die stabile Dividendenhistorie mit keiner Kürzung seit Mitte der 1940er Jahre sowie dem Bekenntnis zu weiterhin stabilen Zahlungen.

Das verzauberte mich letzten Endes und ich wagte den Einstieg. Und übrigens, wie du anhand meiner Empfehlung vom April sehen kannst, glaube ich auch weiterhin, dass Royal Dutch Shell seinen Investoren selbst auf dem aktuellen Niveau noch viel Freude bereiten kann.

Tesla im Herbst 2016: Wenn schlechte Stimmung dir ein Schnäppchen beschert

Marlon Bonazzi: Ein besonders guter Grund sich eine Aktie näher anzusehen ist oftmals, wenn ein Aktienkurs fällt, obwohl das Unternehmen selbst sich operativ gut entwickelt. Das war meines Erachtens bei Tesla (WKN:A1CX3T) im letzten Herbst der Fall. Die Reservierungen für das Model 3 stiegen stetig, Model X und S wurden gut verkauft, es wurden innovative Dachziegel vorgestellt, die Technik für das autonome Fahren machte enorme Fortschritte, der Bau der Gigafactory entwickelte sich gut und der chinesische Internetgigant Tencent kam als Ankerinvestor hinzu.

Trotzdem schienen Investoren wohl auf irgendwelche noch besseren Nachrichten zu warten und haben sich stattdessen auf alles Negative fokussiert. Selbst der Sieg Trumps wurde als schlechtes Omen bewertet, schließlich liebt er fossile Brennstoffe, obwohl man sich genauso gut darauf hätte konzentrieren können, dass er Unternehmen unterstützen will, die, so wie Tesla, in Amerika produzieren.

Ich zumindest habe mir gedacht, dass die positiven Entwicklungen deutlich überwiegen und habe am 28. November zum wiederholten Male bei der Tesla-Aktie zugegriffen. Inklusive Nebenkosten habe ich 184,736 Euro je Aktie gezahlt. Ein halbes Jahr später hatte sich die Tesla-Aktie am NASDAQ fast verdoppelt, als Euro-Investor konnte ich bis zum 21. Juni über eine Rendite von 85,7 % staunen. Seitdem hat sich die Tesla-Aktie seitwärts bewegt und der Euro zu neuer Stärke gefunden, aber immerhin bleibt in Euro eine Rendite von über 60 %.

Ich plane nicht, meine Tesla-Aktien in den nächsten 20 Jahren zu verkaufen und mache mir seit dieser Kursexplosion immer wieder Gedanken darüber, wie ein solch extremer Meinungsumschwung an der Börse überhaupt zustande gekommen ist.

Begehrt bei den Kunden, günstige Aktie: Apple im Jahr 2012

Thomas Brantl: Die erfolgreichste Aktie in meinem Depot ist gleichzeitig auch einer meiner ersten Aktienkäufe überhaupt: Es ist die Aktie von Apple (WKN:865985). Mitte 2012 begann ich, mir die ersten i-Aktien ins Depot zu legen. In den Folgejahren habe ich anschließend immer wieder nachgekauft, besonders als die Aktie 2013 für um die 50 Euro zu haben war.

Das Resultat: Aktuell hat mir Apple ein Plus von 148 % beschert (Stand: 01.09.2017)! Damit ist sie mit großem Abstand der erfolgreichste Titel in meinem Depot. Auch wenn natürlich immer etwas Glück dabei ist, halte ich die folgenden zwei Gründe für ausschlaggebend für die Kursexplosion der Apple-Aktie: Die außergewöhnliche Kundentreue und die günstigen Preise, zu denen ich eingestiegen bin.

Für viele Menschen ist ihr Smartphone inzwischen der wichtigste Wegbegleiter geworden. Dabei hat es Apples iPhone besonders vielen Kunden angetan. Ein Wechsel zu Samsung, Sony und Co.: Für eingefleischte Apple-Fans undenkbar! Genau diese Kundentreue in Kombination mit einem ausgeklügeltem Ökosystem halte ich für einen der Wettbewerbsvorteile von Apple.

Entsprechend war diese Kundentreue für mich auch ein entscheidendes Kaufargument und ist heute ein Grund dafür, warum ich bislang keine einzige meiner Apple-Aktien verkauft habe. Glücklicherweise gab ist die Aktie in den Jahren 2012 und 2013 auch noch recht günstig zu kaufen: Im Juni 2013 beispielsweise lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, sogar unter 10.

Ein absolutes Schnäppchen, wie sich im Nachhinein herausstellte! Es könnte sich also lohnen, Ausschau nach Aktien zu halten, deren Produkte besonders begehrt bei Kunden sind und die du gleichzeitig aufgrund kurzfristiger Probleme günstig kaufen kannst!

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Vincent Uhr besitzt Aktien von Apple und Royal Dutch Shell (B-Aktien). Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. Thomas Brantl besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Tesla.