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Siemens investiert wieder im Automobil-Sektor: Ein neuerlicher Strategieschwenk?

Quelle: www.siemens.com/presse

Wer wie ich die Entwicklung von Siemens (WKN:723610) seit vielen Jahre beobachtet, der ist es gewohnt, dass der Konzernumbau zur Dauereinrichtung geworden ist. Was früher als strahlender Zukunftsmarkt galt, wurde schon wenige Jahre später als außerhalb des Kerngeschäfts deklariert. Besonders hektisch geht es im Automobilbereich zu, wo jetzt TASS International übernommen wurde. Was auf den ersten Blick inkonsistent wirkt, ist aber auf den zweiten Blick ein durchaus logischer strategischer Schritt.

Siemens und die Automobilindustrie

Zuerst erfolgte 2001 mit VDO die große Expansion im Bereich Automobilkomponenten, als Mannesmann zerschlagen wurde. Wenige Jahre später wurde VDO an Continental (WKN:543900) weitergereicht, nur um dieser bald darauf mit eigenen Elektroantrieben wieder Konkurrenz zu machen. Weil das neu aufgebaute Geschäft sich aber in den ersten Jahren nur mühsam entwickelte, brachten die Münchener es kurzerhand bei Valeo (WKN:854052) unter.

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Somit beschränkte sich das heutige Leistungsportfolio für die Automobilindustrie im Wesentlichen auf Automatisierungs- und Energiemanagement-Technik. Da verwundert es etwas, dass Siemens im August mit TASS International ein niederländisches Unternehmen gekauft hat, das sich mit der Fahrzeugsicherheit und Assistenzsystemen beschäftigt.

Warum es trotzdem Sinn ergibt

Eine ähnliche Situation ergab sich bereits bei der Übernahme der amerikanischen Mentor Graphics, welche im Bereich Elektronik und Halbleiter angesiedelt ist. Dabei hat Siemens doch längst sowohl die elektronischen Bausteine von Epcos, als auch die Chips von Infineon (WKN:623100) abgestoßen.

Aber Siemens geht es weder darum, erneut ein Teilelieferant der Elektronikindustrie noch ein Automobilzulieferer zu werden. Gemeinsame Merkmale beider Zukäufe sind nämlich die für den Konzern so zentral gewordenen Kompetenzen computergestütztes Engineering und Simulation. Dort will man die weltweite Spitzenposition nicht nur verteidigen, sondern sogar noch ausbauen. 2013 wurde bereits mit der belgischen LMS International mechatronische Simulationslösungen eingekauft und 2016 mit CD-adapco Engineering-Software rund um die sogenannte numerische Strömungsmechanik.

Das Vereinen von immer mehr solcher hochentwickelten und -spezialisierten Produkte für Ingenieure unter einem Dach bringt Vorteile mit sich. Zum Ersten kann Siemens sich mit einer breiteren Palette noch besser gegenüber Kunden positionieren. Zum Zweiten vereinfacht sich die Entwicklung gemeinsamer Standards und die Integration mit bestehenden Systemen der Digitalsparte. Zum Dritten sehe ich auch erhebliche Synergien durch die hohe Konzentration von exzellent ausgebildeten und erfahrenen Software-Entwicklern, Mathematikern und Physikern, da die Bereiche sicherlich regelmäßig vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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