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Wieso Gazproms Quartalszahlen Respekt verdienen

Foto: Gazprom

Der russische Energieriese Gazprom (WKN:903276) hat diese Woche Quartalszahlen vorgelegt. Was erst einmal schlimm aussieht, verdient meiner Ansicht nach aber Respekt. Hier bekommst du einen kurzen Überblick.

Ein saftiger Gewinneinbruch

Die meisten Investoren sind wahrscheinlich geschockt von den Gewinnzahlen. Der Nettogewinn ist nämlich um beängstigende 80 % im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebrochen und betrug nur noch 48 Mrd. Russische Rubel (RUB). Ein Blick auf die weiteren Kennzahlen verrät aber sofort, dass der Nettogewinn den richtigen Kontext braucht:

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  • Umsatz 1.395 Mrd. RUB +5 %
  • bereinigtes EBITDA* 349 Mrd. RUB +40 %
  • Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter 330 Mrd. RUB +15 %
  • operativer Cashflow 341 Mrd. RUB +33 %
  • Nettoschulden 2.292 Mrd. RUB +19 %

*Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

Der Gewinneinbruch steht also durchaus guten operativen Ergebnissen gegenüber. Dort konnten deutlich zweistellige Wachstumsraten erzielt werden. Das heißt der um 5 % gestiegene Umsatz sickert in erster Linie wegen Sondereffekten nicht in den Gewinn. Die anderen Kennzahlen geben schon einen Hinweis, warum das so ist.

Die Investitionsausgaben wuchsen im Quartal kräftig, vermutlich auch weil viel in den Bau von Nord Stream 2 investiert wird. Die Nettoschulden stiegen ebenfalls und hier dürfte ein großer Teil des Gewinneinbruchs herrühren. Der relativ schwache Rubel hat dafür gesorgt, dass man die Auslandsschulden anpassen musste, denn 37 % von Gazproms Schulden sind in Euro denominiert und ganze 42 % in US-Dollar. Das drückt kurzfristig auf den Gewinn, könnte sich aber in den nächsten Quartalen auch wieder umkehren.

Gazprom macht sich fit für die Zukunft

Ich finde Gazprom verdient Respekt dafür, wie ehrlich es mit seinen Zahlen umgeht. Der Gewinneinbruch wird nicht noch einmal entschuldigt und relativiert, er wird klar und deutlich auf den Tisch gelegt.

Andere operative Zahlen werden zwar auch genannt, aber man versteckt sich in der Präsentation für Investoren nicht dahinter. Stattdessen zeigt man lieber, woran man arbeitet, um auch in Zukunft relevant zu bleiben und das ist allein im Zeitraum von April bis August eine ganze Menge. Hier eine Auswahl:

  • Nord Stream 2 Finanzierungspartnerschaft mit ENGIE, OMV, ShellUniper und Wintershall
  • Beginn des Baus von TurkStream offshore und Beginn, Rohre in tiefen Gewässern zu verlegen
  • Vereinbarung mit China wurde unterschrieben, um ab Ende 2019 Gas über Power of Siberia zu liefern
  • Baubeginn des Gasverarbeitungswerks Amur, dem bei Fertigstellung größten in Russland und eines der größten Welt

Faul war man bei Gazprom also wirklich nicht.

Europa bleibt ein wichtiger Markt

Ein weiterer Trost für Anleger sollte sein, dass der europäische Markt weiterhin hungrig nach russischem Gas bleibt. Bis zum 15. August wurden in diesem Jahr bereits 118 Mrd. Kubikmeter Gas nach Europa geliefert, was einem Plus von 12 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Im August wurde ebenfalls ein neuer Tagesrekord für die Gasauslieferung nach Europa aufgestellt. Es verwundert, dass gerade an einem Sommertag 590 Millionen Kubikmeter Gas in Europa nachgefragt werden, aber dieser Rekord zeigt, dass Gas immer wichtiger für die Stromerzeugung wird und Gazprom in einer guten Position ist, davon zu profitieren.

Der Gewinneinbruch tut weh, aber an anderer Stelle sieht der Quartalsbericht viel weniger beängstigend aus.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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