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Zelltherapie macht Millionäre: Medigene vs. Celyad

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Die Zelltherapie verspricht unglaubliche Erfolge insbesondere im Kampf gegen Krebs. Derzeit gibt es ein Duell verschiedener Ansätze zwischen Nutzung Patienten-eigener Zellen versus Spenderzellen, die zum Einsatz kommen. Welche Methode wird sich durchsetzen, und ist Celyad oder Medigene das bessere Aktienengagement in diesem sich gerade entwickelnden Milliardenmarkt? Wer hier noch nicht investiert ist, sollte diesen Megatrend nicht verpassen.

Warum ist Krebs so tückisch?

In vorherigen Artikeln habe ich ausführlich beschrieben, wie Zelltherapie in Kombination mit Personalisierter Medizin den Gesundheitsmarkt verändern wird.

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Kurzum und etwas flapsig ausgedrückt sind Krebszellen entartet, aber nicht dumm. Sie haben verschiedene Strategien entwickelt, um sich unserem Immunsystem zu entziehen, denn normalerweise werden spontan entstehende Krebszellen erkannt und zerstört.

Tatsächlich entstehen im menschlichen Körper täglich Krebszellen, die von unseren Immunzellen vernichtet werden. Erkannt werden sie durch Proteine und Teilen davon an ihrer Zelloberfläche, die wie ein Fingerabdruck den Zustand der Zelle widerspiegeln. Dadurch erkennt unser Immunsystem fremde Eindringlinge, aber auch entartete Zellen wie Krebszellen.

Leider entkommen manche Krebszellen, so dass sie sich weiter unerkannt vermehren und wachsen können. Im schlimmsten Fall verlieren sie dann noch ihre Gewebespezifität, d. h. eine krebsartige Leberzelle z. B. verbleibt nicht in dem ihr zugewiesenen Lebergewebe, sondern wandert über Blut oder Lymphe in andere Gewebe, um sich dort zu vermehren (Metastasen).

Das Schlimmste aber ist, dass Krebszellen ständig mutieren und später nur sehr wenig mit der ursprünglichen Krebszelle zu tun haben. Aus diesem Grund ist es so schwer, Krebs mit Medikamenten gegen ein einziges Ziel zu behandeln, da diese häufig nur einen Teil der entarteten Zellen zerstören können.

Deshalb sind chirurgische Eingriffe neben Kombinationstherapien mit Strahlen oder Chemo bisher meist effektiver, wenn auch sehr belastend für den Patienten. Daher ist man auf der Suche nach effektiven und weniger belastenden Therapien, und da ist die Zelltherapie extrem vielversprechend.

Medigene ist das derzeit führende Zelltherapie-Unternehmen in Deutschland

Medigene (WKN: A1X3W0) hat einen schönen Slogan: „Wir aktivieren T-Zellen, um Krebs zu bekämpfen“. Dabei sind T-Zellen weiße Blutkörperchen, die im Thymus reifen (daher der Präfix „T“) und die unsere Polizei im Körper darstellen.

Medigene aktiviert T-Zellen mit tumorspezifischen T-Zellrezeptoren (TCRs). Dazu werden zunächst körpereigene (autologe) T-Zellen aus dem Blut des Patienten isoliert. Aus Medigenes TCR-Bank werden dann individuell für jeden Tumortyp solche TCRs ausgewählt, die an vorher analysierte Antigene des Tumors binden (Personalisierte Medizin).

Nach Vermehrung dieser Zellen über ca. 2 Wochen entstehen so Milliarden von T-Zellen. Sie werden dem Patienten verabreicht und lösen dann eine starke Immunantwort gegen den Tumor aus.

Erst kürzlich hat Medigene einen Studienantrag eingereicht, um die erste klinische Studie des Unternehmens mit eigenen T-Zell-Rezeptor-modifizierten T-Zellen als Immuntherapie zur Behandlung einer Reihe von Blutkrebsindikationen zu beginnen.

Am weitesten fortgeschritten in der Pipeline ist jedoch ein sogenannter „DC-Impfstoff“ gegen Leukämie, der sich aktuell in Klinischer Phase II befindet. Dabei steht DC für Dendritische Zellen, die in der Lage sind, gegen den Krebs gerichtete T-Zellen zu aktivieren, die dadurch wiederum zur Reifung und Teilung angeregt werden.

DC-Impfstoffe sind also T-Zell-Aktivatoren, die einmal isoliert eingefroren und über zwei Jahre „ab Lager“ verabreicht werden können. Sie eignen sich insbesondere für Patienten mit einer sogenannten minimalen Resterkrankung wie sie nach einer Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie vorliegt, um letzte verbliebene Krebszellen zu eliminieren.

Celyad setzt bei der Zelltherapie auf einen anderen, fast universellen Weg

Statt autologer Zellen wie Medigene setzt die belgische Celyad (WKN: A1W7Q9) auf Spender-T-Zellen (allogene T-Zellen). Wirklich interessant an Celyad ist ihre NKR-2-Therapie. Dabei handelt es sich um T-Zellen, die gentechnisch so verändert werden, dass sie den sogenannten natürlichen NKG2D-Rezeptor tragen. Dieser Rezeptor bindet an gleich acht verschiedene Liganden, die bei 80 % aller Krebsarten auftreten.

Erstaunlich ist zudem, dass auch den Tumor ernährende Blutgefäße zerstört werden sowie inhibierende Zellen, die den Tumor vor dem Immunsystem beschützt haben. Und Antikörper gegen den Tumor verbleiben ebenfalls im Körper und unterbinden das erneute Ausbrechen.

Das Grandiose: diese Methode ist fast universell gegen jede Art von Krebs einsetzbar. Bisher wurden zwei Klinische Phase I-Studien gegen Leukämie sowie Multiples Myelom abgeschlossen. Nun folgt eine Phase-I-Studie bei Metastasierendem Darmkrebs nach zuvor bahnbrechenden 3-Monats-Resultaten, bei der bei zwei von drei zuvor intensiv behandelten Patienten die Krankheit gestoppt werden konnte.

Zudem wird Celyad ihre NKR-2-Therapie gegen Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs sowie dreifach negativen Brustkrebs testen. Auf Ergebnisse dürfen wir gespannt sein, denn gerade bei soliden Tumoren gibt es viel Nachholbedarf an neuen wirksamen Therapien.

Novartis ist Vorreiter und hat schnell dazugelernt

Novartis (WKN:904278) steht kurz vor der Zulassung der ersten CAR-T-Therapie (Chimäre Antikörper T-Zellen) überhaupt. Trotzdem ändert Novartis seine Strategie und setzt jetzt statt auf autologe auf orthologe Zelltherapie.

Warum hat sich Novartis so entschieden? Es gibt mehrere Gründe dafür, von denen ich drei nennen möchte:

  1. Die Produktion autologer Zellen samt Transportwege etc. ist problematisch, weshalb Novartis erst einmal die Behandlung in nur ca. 30 Krankenhäusern zulassen wird.
  2. Aufgrund der Komplexität gehen einige Analysten von Behandlungskosten jenseits der 500.000 US-Dollar aus.
  3. 50 % der Patienten zeigten sehr starke Nebenwirkungen.

Und nun? Novartis hat im Mai für 88 Mio. Euro die nicht-exklusive Lizenz zur Nutzung der allogenen Zelltherpie von Celyad erworben, um unabhängig von autologen T-Zellen zu werden. Mit Spenderzellen ist man flexibler und kann zudem den Produktionsprozess besser überwachen und damit die geforderte Qualität liefern.

Mein Fazit, wer den Zelltherapie-Markt dominieren wird

Novartis hat herausgefunden, dass sowohl die Kosten für autologe Zelltherapie als auch das Einhalten von Qualitätsstandards für diese Therapieform problematisch sind. Mit dem Erwerb der Lizenz von Celyad macht sich das Unternehmen unabhängig von Patienten-eigenen T-Zellen und kann zukünftig „Zelltherapie ab Lager“ zu vertretbaren Preisen anbieten.

Während Medigene mit ihrer TCR-Plattform auf autologe Zellen setzt, sehe ich deshalb bei Celyad mit ihren orthologen Zellen deutliche Vorteile. Neben Celyad und Novartis werden aus meiner Sicht die französische Cellectis (WKN: A0MKPR) sowie die amerkanische Nantkwest (WKN: A14XC6) den Zelltherapiemarkt langfristig dominieren.

Neben der genannten Vorteile der „Lebenden Zellen ab Lager“ legen bisherige Studien auch nahe, dass ihre Therapien für Patienten gut verträglich sind. Ich vermute daher, dass Firmen wie Kite Pharma (WKN:A116CA) oder Juno Therapeutics (WKN:A12GMP), so wie Novartis es schon getan hat, umdenken und statt autologer Zellen in Zukunft allogene Zellen einsetzen werden. Noch interessanter ist der Einsatz von Zelllinien wie das Beispiel Nantkwest zeigt.

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Stefan Graupner besitzt Aktien von Nantkwest. The Motley Fool empfiehlt Juno Therapeutics.

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