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Münchener Rück gegen Rocket Internet: Wer macht den besseren Aktienrückkauf?

Foto: Getty Images

Letzte Woche hat Rocket Internet (WKN: A12UKK) angekündigt, Aktien im Wert von 100 Millionen Euro zurückkaufen zu wollen – das ließ den Aktienkurs nach oben springen. Ein Aktienrückkauf ist aber nur positiv, wenn er auch aus den richtigen Gründen durchgeführt wird.

Lasst uns gemeinsam schauen, wie sich der Aktienrückkauf von Rocket Internet gegen den der Münchener Rück (WKN: 843002) macht – diese ist ein Unternehmen, welches seit Jahren kontinuierlich und sehr erfolgreich Aktien zurückkauft.

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Ziele eines Aktienrückkaufs

Bei einem Aktienrückkauf kauft ein Unternehmen Aktien auf dem Markt ein, üblicherweise um sie danach einzubehalten oder einzuziehen. Hierdurch verringert sich die Anzahl der Aktien, was dazu führt, dass der Gewinn des Unternehmens auf eine geringere Anzahl an Aktien verteilt wird. Daraus wiederum resultiert ein steigender Gewinn je Aktie, wovon Investoren profitieren, da das Wachstum des Gewinns je Aktie ein wichtiger Faktor für steigende Aktienkurse ist.

Bei Aktien die Dividenden zahlen kommt als weiterer Vorteil hinzu, dass die gesamte für Dividenden aufgewendete Summe sinkt, wenn Dividenden an weniger Aktionäre gezahlt werden müssen. Das erlaubt dem Unternehmen, das dadurch ersparte Geld anderweitig zu nutzen, oder die Dividende pro Aktie zu erhöhen.

Es ergeben sich also eine ganze Reihe von Vorteilen, wenn Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, allerdings unter den folgenden Bedingungen:

  • Die Aktien sollten möglichst zu einer günstigen Bewertung zurückgekauft werden.
  • Das Geld, das für die Aktienrückkäufe genutzt wird, sollte meiner Meinung nach am Besten aus den unternehmerischen Tätigkeiten des Unternehmens stammen.

Wenn wir uns nun die Aktienrückkaufprogramme von Rocket Internet und der Münchener Rück ansehen, dann fällt Folgendes auf:

Münchener Rück

Die Münchener Rück hat im März beschlossen, über die folgenden zwölf Monate bis zu einer Milliarde Euro für Aktienrückkäufe auszugeben. Dies entspricht circa 3,6 % der momentanen Marktkapitalisierung des Unternehmens in Höhe von 27,7 Milliarden Euro (Wert vom 20.08.2017).

Da der Buchwert der Münchener Rück sich auf 30,1 Milliarden Euro beläuft (Stand zum Ende des zweiten Quartals), kann die Münchener Rück momentan Aktien unterhalb des Buchwertes einziehen. Dies führt nicht nur zur Erfüllung der Bedingung, dass Aktien nicht zu teuer zurückgekauft werden sollten (meiner Ansicht nach ist die Aktie der Münchener Rück unterhalb des Buchwertes günstig), es führt gleichzeitig auch zu einer Erhöhung des Buchwertes je verbleibender Aktie.

Da die Münchener Rück im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Euro verdiente, sind die Aktienrückkäufe (sowie die Dividende) vollständig aus den laufenden Erträgen finanziert. Das Unternehmen verschuldet sich nicht, um Aktienrückkäufe zu finanzieren, und es schwächt auch nicht seine Bilanz.

Rocket Internet

Rocket Internet hat kürzlich bekanntgegeben, dass das Unternehmen Aktien im Wert von 100 Millionen Euro zurückkaufen wird (ohne fixen Zeitraum, in dem dies stattfinden soll). Dies entspricht circa 3,2 % der momentanen Marktkapitalisierung (3,1 Milliarden Euro am 20.08.2017).

Zum Ende des letzten Geschäftsjahres betrug das bilanzielle Eigenkapital des Unternehmens 3,7 Milliarden Euro, auch Rocket Internet kann also momentan Aktien unterhalb des Buchwertes zurückkaufen.

Bei der Finanzierung der Aktienrückkäufe tut sich allerdings ein Unterschied zwischen Rocket Internet und der Münchener Rück auf: Im Jahr 2016 hat Rocket Internet Verluste in Höhe von 700 Millionen Euro eingefahren, die Aktienrückkäufe werden also nicht aus laufenden Erträgen, sondern aus der Substanz der Bilanz finanziert – man muss allerdings beachten, dass sich Rocket Internet durch ein hohes Maß an liquiden Mitteln, welche das Unternehmen hält, dieses Aktienrückkaufprogramm ohne Probleme leisten kann.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Beide Unternehmen planen, etwas mehr als drei Prozent der ausstehenden Aktien zurückzukaufen, die Münchener Rück hat hierbei jedoch klarere Angaben bezüglich des Zeitraumes, in dem diese Rückkäufe stattfinden sollen, gemacht. Beide Unternehmen können momentan Aktien unterhalb des Buchwertes zurückkaufen, aber nur die Münchener Rück finanziert ihre Rückkäufe aus den laufenden Einnahmen des Geschäftsbetriebes.

Alles in allem scheint das Aktienrückkaufprogramm der Münchener Rück also das vorhersehbarere und das nachhaltigere der beiden Aktienrückkaufprogramme zu sein – das Management der Münchener Rück nutzt die zur Verfügung stehenden Gelder in kluger Art und Weise. Ein Unternehmen wie Rocket Internet sollte meiner Meinung nach das zur Verfügung stehende Kapital allerdings besser in zukünftiges Wachstum investieren, anstatt den Aktienkurs zu schönen.

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Jonathan Weber besitzt Aktien der Münchener Rück. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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