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Vorsicht bei Novo Nordisk: Aktie könnte massiv einbrechen

Novo Nordisk ist führender Hersteller von Insulinprodukten, die gegen Diabetes eingesetzt werden. Erst kürzlich folgten wieder gute Nachrichten zur Klinischen Phase III-Studie von Semaglutid, das nur einmal pro Woche bei Diabetes mellitus Typ 2 injiziert werden muss. Doch Novo Nordisk war erstens nicht das erste Unternehmen mit solch einem Wirkstoff und zweitens gibt es neue Entwicklungen, die Novo Nordisk das Fürchten lehren könnten.

Kurz zu Diabetes und den Neuigkeiten

Diabetes ist eine Epidemie und die Zahl der Erkrankten steigerte sich von 108 Mio. in 1980 auf 422 Mio. in 2014. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt voraus, dass Diabetes in 2030 an siebter Stelle der tödlichsten Krankheiten stehen wird. Der Markt für Diabetesprodukte wächst also rasant.

Dabei ist Diabetes Typ 1 eine Autoimmunerkrankung, bei welcher der Körper gar kein Insulin mehr produziert und daher regelmäßig Insulin gespritzt werden muss. Aber 90 Prozent aller Diabetiker haben Diabetes Typ 2, bei der die Produktion von Insulin im Körper langsam einsetzt und der Körper weniger empfindlich auf Insulin reagiert.

Marktführer Novo Nordisk (WKN: A1XA8R) hat nun die finale klinische Studie zu SUSTAIN1 für Semaglutid erfolgreich abgeschlossen. Semaglutid ist Novo Nordisks neues Glucagon-like Peptid-1 (GLP-1)-Analogon gegen Typ 2 Diabetes mellitus.

Glp-1 hat folgende Wirkungen:

  • Stimulation der Insulinsynthese in der Bauchspeicheldrüse
  • Senkung des Glucagonspiegels
  • Verzögerung der Magenentleerung
  • Hemmung des Hunger- und Durstgefühls

Damit werden gleichzeitig Insulin ausgeschüttet sowie Glucagon (verantwortlich für die Erhöhung des Blutzuckerspiegels) gehemmt, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt. Zudem wird es für Diabetiker einfacher, ihr Gewicht zu kontrollieren.

Das Gute für Novo Nordisk war, dass Semaglutid im direkten Vergleich zum GLP-1-Analogon Trulicity von Eli Lilly (WKN:858560) noch effektiver war. Das Negative war, dass Novo Nordisk als Marktführer für Insulinprodukte nicht der Innovator war und es weitere ähnliche Produkte gibt, die nur noch einmal pro Woche injiziert werden müssen: Bydureon von AstraZeneca und eben Trulicity von Eli Lilly.

Zudem gibt es unzählige weitere Produkte, die meist täglich gespritzt werden müssen. Diese bringen zwar gewisse Komfortnachteile mit sich, aber die Welt geht davon auch nicht unter. Letztlich nämlich ist entscheidend, was das Gesundheitssystem willens ist zu bezahlen.

Zudem sind GLP-1-Analoga nur ein Nischenmarkt im Diabetesmarkt. Und der Markt für Diabetes gleicht einem Haifischbecken, in dem jeder einen Happen abbekommen möchte und sehr viel Geld in die Forschung und Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten investiert wird.

Die anderen Haifische kommen

Sanofi (WKN:920657) hat bereits die Zulassung für Suliqua in der EU erhalten. Suliqua ist eine Kombination von Lantus (Insulin-ähnlich) sowie dem GLP-1-Analogon Lixisenatid, das mit einem praktischen Insulinstift verabreicht wird.

Auf meine Frage an einen Diabetiker, ob es für ihn von Bedeutung ist, jeden Tag mit einem solchen Stift zu spritzen oder nur einmal die Woche, sagte er: „Lieber jeden Tag, denn das ist dann eine Routineaktion. Bei nur einer Injektion die Woche vergesse ich es wahrscheinlich.“

Aber es kommt noch dicker: Novartis hat den Wirkstoff bimagrumab von Partner Morphosys in Klinischer Phase II. Der Wirkstoff begünstigt Muskelwachstum und führt gleichzeitig zur Fettreduktion und wird daher bei fettleibigen Patienten mit Diabetes Typ 2 gestestet. Ergebnisse sollen in 2019 vorliegen.

Und die Zelltherapie verspricht sogar Heilung: Die „Diabetes Research Institute Foundation“ hat eine künstliche Bauchspeicheldrüse entwickelt, die echte Insulin-produzierende Zellen enthält, die den Blutzuckerspiegel messen und die richtige Menge Insulin ins Blut abgeben können. Im Jahr 2016 wurde so der erste Diabetes-Patient in Europa geheilt.

Dazu kommen Firmen wie die britische Catapult und die belgische Orgenesis, die Patienten-eigene Insulin-produzierende Zellen im Labor vermehren und wieder in den Patienten implantieren. Die amerikanischen ViaCyte und Semma Therapeutics setzen Stammzellen ein, die sie zu Insulin-produzierenden Zellen ausdifferenzieren und dann dem Patienten implantieren. Diese Zelltherapieansätze sind allerdings noch nicht zugelassen.

Und das Problem sind wieder einmal die Kosten: Im Gegensatz zu Krebs ist Diabetes nicht lebensgefährlich und lässt sich gut medikamentös behandeln. Deswegen werden sich Zelltherapien wohl nur dann durchsetzen, wenn ihr Preis erheblich sinken wird. Das ist für mich derzeit noch schwer vorstellbar.

Das Unternehmen Intarcia Therapeutics hat eine osmotische Minipumpe entwickelt, die nur ein- bis zweimal pro Jahr implantiert werden muss, um GLP-1-Analoga verschiedener Hersteller gleichmäßig abzugeben. Diese Minipumpe steht kurz vor der Zulassung in den USA. Damit gibt es dann auch keine Notwendigkeit für Wirkstoffe wie Novo Nordisks Semaglutid, das nur einmal pro Woche gespritzt wird.

Während manche Firmen nun schneller wirkende Insulinvarianten entwickeln, wie das inhalierbare und bereits zugelassene Afrezza von MannKind, bauen andere auf sehr lange wirkende Insuline. Was Aktionäre hinsichtlich Novo Nordisk aber am meisten abschrecken sollte, ist die Kooperation von Sanofi mit der dänischen Ascendis Pharma, deren TransCon Technologie die Insulineinnahme auf sechs Monate verlängert.

Was für ein Gegenwind für Novo Nordisk, und wir alle wissen, dass es schwerer ist, die Spitze zu erreichen als diese zu halten. Das sieht man auch beim Gewinnwachstum.

Novo Nordisk wächst kaum noch

Zugegeben: Novo Nordisk hatte ein überraschend gutes zweites Quartal in diesem Jahr, so dass die Prognose für 2017 auch leicht angehoben wurde: Statt 0 bis 3 Prozent sollen jetzt 1 bis 3 Prozent Erlöswachstum erzielt werden. Der operative Gewinn soll in dänischen Kronen um 1 bis 5 Prozent zulegen.

Das klingt nicht überragend und ist auch nicht überraschend, denn die Insulinpreise sind immer wieder unter Druck und ganz ehrlich ist Novo Nordisk meiner Meinung nach nicht so innovativ wie es sein sollte, um die starke Marktposition zu behaupten.

Tatsächlich könnte bei Einführung einer disruptiven Technologie wie von Sanofi oder Intarcia die Novo Nordisk-Aktie mächtig unter Druck geraten. Daher denke ich, dass es andere Unternehmen im Pharma- und Biotech-Sektor gibt, die weitaus stärker wachsen und daher ein besseres Langzeitinvestment darstellen.

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Stefan Graupner besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Novo Nordisk.

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