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Warum Gilead Sciences vielleicht keine Onkologie-Übernahme tätigt

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Gilead Sciences (WKN:885823) scheint von den eigenen Plänen abzurücken, ein kleineres Onkologie-Biotech zu kaufen. CEO John Milligan sagte dem Analysten Geoffrey Porges von Leerink, dass das Unternehmen in dieser Hinsicht vielleicht nicht tätig werden würde.

Vor ein paar Monaten sprachen Milligan und einige andere Führungskräfte von Gilead noch davon, eine Übernahme vorzunehmen, um das Onkologie-Portfolio aufzubessern. Was hat sich seither verändert? Und was bedeutet das für Gilead?

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Kleiner Teich mit größeren Fischen

Es ist nicht so, dass Gilead keine Übernahme machen möchte. CFO Robin Washington sagte während der Konferenzschaltung zum zweiten Quartal, dass Gilead sein Kapital lieber für Partnerschaften und Übernahmen einsetzen würde, um das Geschäft langfristig zu erweitern.

Laut Geoffrey Porges scheint das Problem darin zu bestehen, dass Gilead eine Übernahme durchführen möchte, die alles ändert – aber im Onkologie-Bereich nicht den richtigen Kandidaten dafür findet. Milligan möchte kein kleineres Biotech kaufen, das in ein paar Jahren nicht bedeutend zum Wachstum beitragen kann.

Es gibt einige kleinere Biotechs, die ein solides Onkologie-Portfolio haben, die aber auch groß genug wären, um bei den Umsätzen von Gilead einen Unterschied zu machen. Incyte (WKN:896133) würde wahrscheinlich am besten passen. Das Medikament Jakafi erzielt gute Ergebnisse bei der Behandlung von Myelofibrose und Polyzythämie. Der Pipeline-Kandidat Epacadostat ist eine der am sehnlichsten erwarteten Immuntherapien in Entwicklung.

Milligan gab auch an, dass Gilead nach einem Unternehmen mit “bedeutenden Daten, Wert und Größe” suche. Incyte hat wahrscheinlich die Daten und vielversprechende klinische Ergebnisse für Epacadostat und Jakafi. Das Unternehmen verfügt auch über die Größe und die Pipeline, die mehrere andere experimentelle Krebsmedikamente umfasst. Der Wert ist allerdings eine andere Sache. Die Marktkapitalisierung von Incyte liegt aktuell bei 26,5 Milliarden US-Dollar, aber das Biotech konnte im letzten Jahr nur Umsätze in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar melden.

Es besteht ein großer Unterschied zwischen Incyte und den nächstkleineren Biotechs im Bereich Onkologie. Exelixis (WKN:936718) verfügt auch über solide Krebstherapien mit den Medikamenten Cabometyx, Cometriq und Cotellic. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt etwa 8 Milliarden US-Dollar. Gilead sollte jede Menge an Exelixis mögen. Aber das große Biotech glaubt wohl, dass Exelixis keinen besonders großen Unterschied machen wird. Eines der vielen Biotechs im Krebsbereich zu kaufen, das kleiner als Exelixis ist, würde für Gilead kaum einen Unterschied machen.

Woanders suchen

Milligans Kommentare konnten andeuten, dass Gilead ernsthaft eine Übernahme außerhalb des Onkologie-Bereiches anstrebt. Das wäre keine riesige Überraschung. Milligan hat mehrmals gesagt, dass Gilead sich für Entzündung und nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) genauso interessiert. Es gibt aber nicht viele Übernahmeziele mit aktuellen Produkten oder im Endstadium in der Pipeline, auf die die Kriterien von Gilead zuzutreffen scheinen.

Incyte verfügt über das Medikament Baricitinib gegen rheumatoide Arthritis zusätzlich zum Krebsportfolio. Aber das Medikament konnte Anfang des Jahres keine Zulassung von der FDA bekommen und wird wohl eine weitere klinische Studie brauchen. Gilead scheint sich nicht sehr für Baricitinib zu interessieren, da Lilly das Medikamente 2009 von Incyte lizenziert hatte.

Die beste Möglichkeit für Gilead wäre wohl ein kleineres Biotech, das sich auf seltene Krankheiten konzentriert. Hier gibt es zwei solide Kandidaten: Vertex Pharmaceuticals (WKN:882807) und BioMarin (WKN:924801). Vertex konzentriert sich auf die Entwicklung von Medikamenten, um zystische Fibrose zu heilen, während Biomarin 6 Medikamente auf dem Markt hat, die seltene genetische Krankheiten heilen sollen.

Biomarin könnte auch das günstigste Unternehmen für Gilead sein mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von weniger als 15 Milliarden US-Dollar. Vertex würde für Gilead aber einen größeren Unterschied ausmachen. Trotz der Marktkapitalisierung von etwa 39 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen große Wachstumsaussichten, was es zu einem vernünftigen Kauf machen würde.

Nichts zu tun ist keine Option

Incyte würde sehr gut für Gilead passen. Wenn Gilead offen ist, in eine komplett andere Richtung zu gehen, dann wäre Vertex auch ein guter Kauf. Ich kann verstehen, dass das Unternehmen nicht gerne so viel Geld auf einmal ausgeben möchte. Wenn Gilead aber eine Übernahme tätigen möchte, die alles ändert, dann wird das Unternehmen auch Geld in die Hand nehmen müssen. Es ist möglich, dass die Bemerkungen von Milligan einfach nur von der Wahrheit ablenken sollen. Vielleicht möchte Gilead ja Incyte wirklich kaufen. Vielleicht möchte das Unternehmen auch mehrere Übernahmen von kleineren Biotech-Unternehmen tätigen.

Gilead Sciences muss etwas tun, um wieder zu wachsen. Die Umsätze im Bereich Hepatitis C fallen, die anderen Medikamente und die aktuelle Pipeline reichen einfach nicht aus, um das Ruder herumzureißen. Das Unternehmen wird vielleicht im Bereich Onkologie nichts tun, aber nichts zu tun ist keine Option, die die Investoren akzeptieren werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Exelixis und Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt die folgende Option: Short August 2017 $75 Calls auf Gilead Sciences. The Motley Fool empfiehlt BioMarin Pharmaceutical und Vertex Pharmaceuticals.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 15.08.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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