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E.ON-Aktie nach Zahlen: Warum nicht alles Gold ist, was glänzt

Foto: Getty Images

Der Aktienkurs von E.ON (WKN:ENAG99) legte nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen binnen eines Tages um zeitweise knapp 8 % zu. Das müssen phantastische Zahlen gewesen sein! Auf den ersten Blick waren sie das auch. Aber Vorsicht: Schau genau hin, bevor du die E.ON-Aktie kaufst!

Das Zahlenwerk

Wenn wir einen Blick auf die Q2-Zahlen werfen, wird schnell klar, warum die Börse so euphorisch reagierte: Der Konzernüberschuss stieg von minus 3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf über 4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2017.

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Q2 2016 Q2 2017 Veränderung
Umsatz (in Mio. Euro)  20.254  19.583        -3,0 %
bereinigtes EBIT  (in Mio. Euro)   2.001   1.767       -12,0 %
Konzernüberschuss  (in Mio. Euro)  -2.929   4.034             –
Nettoverschuldung  (in Mio. Euro)  26.320  21.485       -18,0 %

Quelle: E.ON Halbjahresbericht 2017

Aufgrund der hohen Verschuldung ist das auch wirklich positiv zu bewerten und enorm wichtig für E.ON. Aber: Langfristige Investoren sollten auch im Auge behalten, wie sich das operative Geschäft ohne Sondereinflüsse entwickelt hat. Denn ein Großteil des gestiegenen Konzernüberschusses ist auf eine Steuerrückzahlung zurückzuführen. Ein Einmaleffekt, der sich nicht jedes Jahr wiederholen wird.

Im bereinigten, operativen Ergebnis, kurz EBIT, ist dieser Sondereffekt nicht enthalten. Und ein Blick darauf verrät, dass man im laufenden Geschäft sogar 12 % weniger verdient hat als im Vorjahreszeitraum. Das hört sich schon weniger erfreulich an, nicht wahr? Die Umsatzentwicklung von -3 % sorgt ebenfalls nicht gerade für Schmetterlinge im Bauch.

Auch wenn der explodierende Konzernüberschuss also grundsätzlich toll ist, sollte Anlegern klar sein, dass E.ON operativ ein eher schwaches Halbjahr hinter sich hat. Zum Abschluss des Zahlenwerks noch etwas Positives: Die Nettoverschuldung konnte deutlich reduziert werden. In den folgenden Jahren sollte man daher von niedrigeren Zinszahlungen profitieren.

Lass uns nun prüfen, wie sich die drei wichtigsten Segmente von E.ON, die Energienetze, die Kundenlösungen und die regenerativen Energien im ersten Halbjahr geschlagen haben.

Die Energienetze

Das Segment Energienetze umfasst die Tätigkeiten rund um die Strom- und Gasnetze von E.ON. Hierfür kassieren die Essener Gebühren. Stand heute kommt kaum ein Privathaushalt oder ein Gewerbebetrieb ohne diese Netze aus, da wir alle auf Strom und Wärme angewiesen sind. Entsprechend sollte dieses Segment für stabile, kalkulierbare Einnahmen sorgen.

Und das tat es auch im ersten Halbjahr 2017: Der Umsatz stieg um 3,5 %, die durchgeleitete Strommenge um 0,4 % und die Gasmenge um 2,5 %. Ein Großteil des Wachstums ist also wohl auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Aber es wurde auch mehr abgenommen, was zeigt, dass Strom und Gas aus der Leitung weiter benötigt werden. Trotz eines steigenden Bewusstseins für den Energieverbrauch und der zunehmenden Möglichkeit der dezentralen Energieversorgung!

Alles in Allem entwickelte sich das Segment Energienetze also sehr erfreulich und sorgt damit wie gewohnt für Stabilität im E.ON-Konzern.

Die Kundenlösungen

Das Segment Kundenlösungen bietet privaten, öffentlichen, industriellen und gewerblichen Kunden Produkte und Dienstleistungen rund ums Thema Energie an. Aktuell dürften das hauptsächlich Strom- und Gasverträge sein. Zukünftig könnten aber auch Lösungen zur Energieeffizienz, Mobilität, Energiespeicherung oder der dezentralen Energieversorgung wichtige Säulen dieses Bereichs werden.

Klingt vielversprechend, aktuell läuft das Geschäft aber eher schleppend. So sank der Stromabsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5,4 %, der Gasabsatz ging um 0,9 % zurück. Die Gründe waren laut E.ON zum einen der harte Wettbewerb, aber auch die Übergabe einiger Bereiche an Uniper.

Wir halten also fest: Das Segment Kundenlösungen entwickelte sich im ersten Halbjahr 2017 schleppend, könnte aber durch den Wandel im Bereich Mobilität und des steigenden Umweltbewusstseins zukünftig spürbaren Rückenwind erhalten.

Die regenerativen Energien

Das bringt uns auch gleich zum dritten und letzten Kernbereich von E.ON: Den regenerativen Energien! Diese entwickeln sich weiter sehr erfreulich. So wurden im zweiten Quartal 2017 beachtliche 7,8 % mehr Strom aus regenerativen Quellen als im Vorjahreszeitraum erzeugt. Auch der Umsatz legte um 4,8 % zu. Beim Gewinn konnte man allerdings die Werte aus 2016 nicht erreichen (-23,9 %).

E.ON begründet diesen Rückgang mit Währungseffekten und einem hohen Buchgewinn im Vorjahr in Großbritannien. Sollten das tatsächlich die einzigen Gründe für den Gewinnrückgang sein, dürfte es auch beim Gewinn bald wieder nach oben gehen. Insgesamt halte ich die Entwicklung bei den regenerativen Energien daher für vielsprechend.

Mein Fazit zu den Q2-Zahlen: Licht und Schatten!

Sowohl beim Ergebnis des Gesamtkonzerns als auch bei den drei Kernsegmenten gibt es Licht und Schatten. Der stark gestiegene Konzernüberschuss und die reduzierten Schulden sind absolut positiv zu bewerten, genau wie die Entwicklung der Energienetze und der regenerativen Energien.

Eher schwach waren dagegen die Kundenlösungen. Am meisten Kopfzerbrechen aber bereitet mir die dürftige, operative Entwicklung, sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT. Sollte der Stromriese wirklich keine Möglichkeiten finden zu wachsen, gäbe es definitiv bessere Investmentmöglichkeiten als die E.ON-Aktie. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt!

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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