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Kann die chinesische HNA Group Buffett? Der Deutsche Bank-Investor hat Großes vor

Starke Marken, stabile Geschäfte und Milliardeninvestitionen: Die Parallelen zwischen Warren Buffetts Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) und der HNA Group sind unübersehbar. Kurzfristig hat sich HNA’s Engagement bei der Deutschen Bank (WKN:514000) zwar noch nicht ausbezahlt, aber wenn die Chinesen bei ihren Beteiligungen und Töchtern so langfristig dran bleiben wie das Orakel von Omaha, dann könnte auch daraus Großes entstehen.

Eine seltsames Konglomerat mit Verbindungen nach Deutschland und Holland

Wem gehört der Laden eigentlich? Das ist eine Frage, mit der sich seit einiger Zeit auch Behörden in Amerika, Europa und China beschäftigen. Kürzlich musste zumindest ein bisschen darüber offengelegt werden, aber viele Fragen sind noch offen. Laut diesen Informationen wurden 52 Prozent der Anteile an zwei Stiftungen mit Sitz in Hainan und New York übertragen, der Rest wird im Wesentlichen vom Top-Management gehalten.

Die größten Anteile davon besitzen die Gründer Chen Feng und Wang Jian mit jeweils 15 Prozent. Lange galt auch ein weiterer Geschäftsmann als mysteriöser Großaktionär. Aber Guan Jun war offenbar nur irgendwie ein Strohmann, der für Dritte Anteile hielt und diese jetzt großteils in die New Yorker Stiftung eingebracht hat. Auch das Interesse an einem Hedgefonds des wahnwitzigen Anthony Scaramucci wirft ein seltsames Licht auf HNA. Zudem ist kaum etwas über das Wirken der nach eigenem Bekunden wohltätigen Stiftungen bekannt und auch nicht, wer auf sie Einfluss hat.

Das Management-Team bringt aber auf jeden Fall wie bei Berkshire eine Menge Expertise mit: Sowohl die Chairmen Chen Feng und Wang Jian, als auch der 54-jährige Vorstandschef Xianhua Li erwarben 1995 einen MBA von der Maastricht School of Management in Holland und spielten dann eine wichtige Rolle bei der HNA-Keimzelle Hainan Airlines.

Chen Fengs Karriere wurde möglicherweise in Deutschland geprägt. Denn dort besuchte er bis 1984 einen Lehrgang der Lufthansa-Akademie, um das Handwerkszeug der Luftfahrtbranche zu lernen. Offenbar hat es ihm dort gefallen, denn er kommt regelmäßig zurück, egal ob es um den Kauf des Hahn-Flughafens geht oder ein Staatsbankett von Bundespräsident Steinmeier. Der Chairman wirbt offensiv für eine engere Partnerschaft zwischen den beiden Ländern und Hainan Airlines fliegt seit vielen Jahren zwischen Peking und Berlin hin und her.

Die Luftfahrt war für ihn irgendwann ein zu kleines Spielfeld, weshalb er mit Wang Jian eine Gruppe geformt hat, deren Wachstum atemberaubend ist und die an der ein oder anderen Ecke an Berkshire Hathaway erinnert.

Die vielfältigen Geschäftsfelder von HNA

Mit seinen Investitionen in Fluglinien hat Warren Buffett zum Jahreswechsel erst einmal HNA ein bisschen kopiert. Ansonsten geht es aber eher andersherum. Mit Investitionen in bekannte Marken und solide Geschäfte wie Swissport, Gategroup Catering, Avolon Leasing, Hilton Hotels, Ingram Micro und Deutsche Bank hat sich HNA starke Standbeine rund um Services, Logistik und Finanzdienstleistungen aufgebaut.

Hinzu kommen inländische Töchter und Investments aus ähnlichen Branchen, wobei dort auch die Digitalisierung eine große Rolle spielt. Zum Beispiel gehören mehrere elektronische Zahlungsdienstleister und IT-Service-Provider dazu.

Passend dazu wirkt auch die Webseite eher wie von einem kalifornischen Tech-Unternehmen als von einem klassischen chinesischen Konglomerat. Minimalistische Icons, eine moderne Navigation zum Wischen, emotionale Videoinhalte und Schlagworte wie Open Ecosystems, Cloud, Big Data und Künstliche Intelligenz: ganz klar, HNA will mehr sein als nur eine Industrie-Holding.

Übernahmeziele und neue Konkurrenz

Nachdem es letztes Jahr Schlag auf Schlag ging mit den weltweiten Investitionen, wurde spekuliert, ob HNA beispielsweise an der Lufthansa (WKN:823212), Fraport (WKN:577330) oder der Deutschen Post (WKN:555200) Interesse haben könnte. Die würden sicherlich gut zum Portfolio passen, nachdem man sich bereits an mehrere ausländischen Airlines beteiligt hat und beispielsweise die einst kleine Lucky Air zu einem schnell wachsenden internationalen Carrier entwickelt.

Jedenfalls erwächst der Post-Tochter DHL und Kuehne+Nagel (WKN:A0JLZL) ein durchaus ernstzunehmender Wettbewerber. Auch HNA will ein integriertes Serviceangebot bieten, von der Luftfracht über die Speziallogistik bis hin zum Supply-Chain-Management, einschließlich digitaler und finanzieller Lösungen. Der Anspruch ist, ein weltweites integriertes Netzwerk zu schaffen. Ein pan-asiatisches besteht bereits sowie auch regelmäßige Verbindungen nach Amerika und Europa.

Ähnlich wie bei der Logistik sieht es auch beim Finanzsegment aus, wo mit 30 Mitgliedsfirmen das gesamte Spektrum abgedeckt wird, einschließlich des Versicherungsgeschäfts. Das sieht nach einer ambitionierten Allfinanz-Strategie aus und ich frage mich, welche Rolle dabei wohl für die Deutsche Bank vorgesehen ist.

Nicht ganz Buffett, aber …

Es ist immer wieder erstaunlich, wie in China innerhalb von wenigen Jahren globale Schwergewichte entstehen. In diesem Fall setzt das Management offenbar massiv auf Fremdkapital und fährt damit einen riskanten Kurs, zumal für viele Zukäufe hohe Preise bezahlt wurden. Buffett hingegen sitzt auf hohen Cash-Beständen und investiert am liebsten in stark unterbewertete Gelegenheiten.

Gelingt es dem Management rund um Chen Feng allerdings, aus der Mischung aus vielfältigen Beteiligungen, Kooperationen und Tochtergesellschaften ein starkes integriertes Geschäft zu formen, dann könnte die Rechnung aufgehen und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis HNA erneut in Deutschland oder der Schweiz zuschlägt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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