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Trotz Boom: 9 europäische Konzerne, deren Aktien über 25 % im Minus sind

Foto: Getty Images

Die Rally seit dem vierten Quartal 2016 hat fast alle Aktien nach oben gespült. Viele europäische Aktien wie etwa die Commerzbank, Air France, Evotec oder STMicroelectronics haben sogar über 100 % in den letzten zwölf Monaten zugelegt.

Aber an der Börse gibt es eben auch immer Ausnahmen. Einige Unternehmen hat es übel erwischt, darunter auch große Konzerne. Ich habe mir mal neun davon mit einer Marktkapitalisierung von jeweils über 1 Mrd. Euro angeschaut und nach einem gemeinsamen Muster gesucht (alle Kurse vom 03.08.2017).

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3 Verlierer aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau

In dieser Branche lief es überwiegend ausgezeichnet, Übernahmefantasie und gute Geschäfte feuerten die Kurse an.

Ein viel diskutierter Investorenschreck ist jedoch Nordex (WKN:A0D655). Der Windturbinenbauer wähnte sich eigentlich in der Erfolgsspur, nachdem der Coup mit Acciona gelungen ist. Leider trübte sich aber in der Folge das Marktumfeld ein. Das Auftragsbuch füllte sich langsamer als gewohnt und der Druck auf die Margen nahm zu. Auf 12-Monatssicht hat sich der Aktienkurs glatt halbiert.

Der erfolgsverwöhnten Gamesa (WKN:A0B5Z8) erging es nur wenig besser. Die heutige Siemens-Tochter katapultierte sich zwar an die Weltspitze und meldete gerade in diesen Tagen wieder einen Mega-Auftrag aus der Türkei. Aber das Misstrauen der Anleger gegenüber der gesamten Windkraftbranche ist derzeit noch zu groß. Mit 9 Mrd. Euro ist der spanische Konzern auch trotz des Rückgangs um 30 % immer noch anspruchsvoll bewertet.

Etwas überraschend ist auch die GEA Group (WKN:660200) unter den Jahresverlierern. Nach ihrem Konzernumbau konzentriert sie sich jetzt auf stabile globale Trends mit ihren Technologien rund um die Milch-, Getränke-, Medizin- und Nahrungsmittelproduktion und das industrielle Wärmemanagement. Zuletzt wurden auch wieder „deutlich mehr“ Großaufträge gemeldet, aber die Gewinnwarnung vom Juli wiegt noch schwer, nachdem bereits letzten Oktober der Ausblick stark zurückgenommen werden musste. Im Lösungsgeschäft lief es im ersten Halbjahr nicht rund und das Vertrauen muss erst wieder zurückkommen – minus 27 %.

3 Verlierer aus dem Bereich Gesundheit, Pharma und Biotech

Ein sicherer Trend ist auch das Geschäft rund um die Gesundheit. Viele trumpfen derzeit mit Rekordergebnissen und steigenden Aktienkursen auf.

Zu den Ausnahmen gehört Novo Nordisk (WKN:A1XA8R). Die Norweger haben eine Achterbahnfahrt hinter sich. Vor einem Jahr rauschten die Kurse in die Tiefe, weil es ein Qualitätsproblem mit Spritzen gab. Seit November zeigt die Tendenz zwar nach oben, weil neue Produkte die Fantasie der Anleger beflügelten, aber in den letzten Wochen gab es einen erneuten kleinen Rückschlag (siehe Artikel vom 6. Juli), weshalb die Aktie weiterhin mit 28 % im Minus liegt.

Die Aktie von Almirall (WKN:A0MU8Y) trat monatelang ziemlich auf der Stelle, bis sie ab Anfang Mai kontinuierlich abverkauft wurde und im Juli die Bombe platzte. Gleich drei Effekte würden das US-Geschäft stark beeinträchtigen: der Verlust von Marktanteilen durch ein Generikum, Probleme im Lagermanagement und Fehler in speziellen Patienten-Unterstützungsprogrammen. Dass das spanische Management betont, dass der langfristige Ausblick positiv bleibt, ignorierten die Anleger zunächst: minus 44 %.

Mediclinic International (WKN:A1W0TP), stolzer Eigentümer der Schweizer Hirslanden-Kliniken und mit weiteren Aktivitäten in Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Großbritannien, kam ebenfalls unter die Räder. Immerhin mussten Anleger ein Minus von 30 % verkraften. Vom Einbruch im letzten Quartal 2016, als der Quartalsbericht enttäuschte, konnte sich der Kurs seither nicht erholen. Die Übernahmen wurden zu optimistisch eingeschätzt und machten eine Kapitalerhöhung notwendig. Vor allem das Geschäft in Abu Dhabi macht Sorgen, weil Änderungen im regulatorischen Umfeld einen Patientenrückgang zur Folge hatten.

3 Verlierer aus dem Bereich Tech und Medien

Wenn es um Technik geht, werden die Strategien der Akteure immer aggressiver. Wo ein Gewinner sich durchsetzt und traumhafte Geschäfte macht, da bekommen andere Probleme.

Fingerprint Cards (WKN:A2AKRA) war einer der Shooting-Stars aus dem Jahr 2015. Der Entwickler von Fingerabdrucksensoren profitierte davon, dass immer mehr Smartphone-Hersteller bei ihren höherwertigen Modellen auf dieses praktische Feature setzten. Kurzfristig beherrschten die Schweden den Markt. Aber die Konkurrenz schlief nicht und zog bald mit vergleichbaren Produkten nach.

Immerhin konnte man kürzlich eine Allianz mit der mächtigen Qualcomm Technologies verkünden. Aber schwerer wiegt der Umsatzeinbruch auf weniger als die Hälfte im ersten Halbjahr bei gleichzeitigem Margenrückgang. Zahlreiche neue Initiativen rund um Smartcards und biometrische Lösungen sollen für neuen Schwung sorgen. Die Anleger zögern noch, die Aktie befindet sich mit 59 % im Minus.

Ähnlich schlimm traf es den schillernden französischen Konzern Technicolor (WKN:A1C12X), der früheren Thomson Multimedia. Der Technologie-Dienstleister für die weltweite Unterhaltungsindustrie hat einen großen Umbau hinter sich und setzt jetzt auf alle Hypes mit Rang und Namen: Internet der Dinge, Heimvernetzung, Künstliche Intelligenz sowie das Eintauchen in neue Welten mit der virtuellen, erweiterten und gemischten Realität.

Das riecht nach viel Zukunftspotenzial, aber die Anleger wollen bereits jetzt bessere Zahlen sehen. Die konnten die Franzosen zuletzt nicht liefern, vor allem die hohen Kosten für Speicherbausteine, welche für einige Lösungen gebraucht werden, verhagelten das Ergebnis. Ein Minus von 44 % über die letzten zwölf Monate steht noch zu Buche.

Immerhin noch fast 26 % Verlust verzeichnen Aktionäre des traditionsreichen englischen Verlags Pearson (WKN:858266), der mit Fachzeitschriften und -büchern ein weltweites Imperium aufgebaut hat. Kürzlich wurde verkündet, dass Bertelsmann weitere 22 % der Anteile der Tochter Penguin Random House übernehmen wird und diese jetzt mit 75 % beherrscht.

Pearson kann die zufließenden Mittel offenbar gut gebrauchen. Der Bildungsmarkt in den wichtigen Märkten USA und Großbritannien ist im Umbruch, digitale Abomodelle setzen sich immer stärker durch. Somit muss auch Pearson in seine digitale Transformation mehr Mittel stecken.

Fazit: kein einheitliches Muster

In einigen Fällen sind es Management-Probleme, andere haben mit Branchenumwälzungen oder einem veränderten regulatorischen Umfeld zu kämpfen. Sicher ist, dass die Digitalisierung zwar große Chancen bietet, aber auch schnelle Anpassungen bei den etablierten Unternehmen erfordert. Wer die digitale Seite nicht im Griff hat, dem drohen Probleme bei Qualität, Innovation, Lagerhaltung, Vertriebserfolg und Effizienz. Das wird immer wichtiger, um Rückschläge zu vermeiden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Qualcomm. The Motley Fool empfiehlt Nordex und Novo Nordisk.

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