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Die Schieferölproduzenten kürzen die Ausgaben, aber nicht nur wegen den Ölpreisen

Die Schieferölproduzenten treten auf die Bremse, da die Ölpreise dieses Jahr schwächer sind als erwartet. Diese Woche gaben mehrere amerikanische Öl- und Gasproduzenten an, sie würden die Ausgaben kürzen und ihren Betrieb etwas herunterfahren. An dieser Stelle sollte man anmerken, dass dank der verbesserten Effizienz und der Produktivität der Ölquellen diese Produktionskürzungen nicht viel, wenn überhaupt, etwas mit der kurzfristigen Produktion zu tun haben.

Nur ein bisschen

Das diversifizierte Schieferölunternehmen Marathon Oil (WKN:852789) verkündete letzte Woche eine größere Budgetkürzung, nachdem bereits angekündigt worden war, man wolle dieses Jahr 2,1-2,2 Milliarden US-Dollar ausgeben. Zuvor war man noch von 2,4 Milliarden ausgegangen. Das markiert eine Reduktion des Mittelpunktes dieses gegebenen Ausblicks um 10 %. Einer der Faktoren hinter dieser Entscheidung ist, dass Marathon bei seinen Budget-Berechnungen von einem Ölpreis von 55 US-Dollar pro Barrel für dieses Jahr ausgegangen war. Diese Erwartung wurde aber leider nicht erfüllt. Ein weiterer Faktor hinter dieser Budgetkürzung ist, dass Marathon nicht so viel Geld ausgeben muss, um das Produktionsziel zu erreichen, da die Quellen die Erwartungen bereits übertroffen haben. Das Unternehmen erwartet, bis zum Jahresende äquivalent um 23-27 % mehr pro Barrel Öl herauszubekommen, als zum Ende des letzten Jahres, was schon über dem vorhergehenden Schätzungsrahmen von 20-25 % zusätzlicher Produktion lag.

Devon Energy (WKN:925345) gab letzte Woche bei der Verkündung der Zahlen zu Q2 ähnliches bekannt. Der diversifizierte Öl- und Gasriese gab an, 100 Millionen US-Dollar weniger ausgeben zu wollen, was das Budget auf 1,9-2,2 Milliarden US-Dollar senken würde. Trotz dieser Reduktion gab das Unternehmen an, dass man das Jahr 2017 verglichen mit dem Vorjahr mit einer Mehrproduktion von 18-23 % beenden wolle. Grund für den verbesserten Ausblick ist die Tatsache, dass sich nicht nur die Quellen sehr gut entwickelt haben, sondern dass das Unternehmen innovative Initiativen ergriffen hat, um die eigene Lieferkette zu optimieren.

Das Bohrunternehmen Pioneer Natural Resources (WKN:908678) verkündete gleichermaßen, man wolle das Budget um 100 Millionen US-Dollar auf 2,3 Milliarden senken. Hinter dieser Entscheidung stecken allerdings einige unvorhersehbare Verzögerungen. Pioneer hätte sich dazu entschließen können, seine Bemühungen zu verdoppeln, stattdessen verschob das Unternehmen diese Projekte auf 2018. Ein Ergebnis dieser Entscheidung ist, dass sich die diesjährige Produktion nur um 15-16 % erhöhen wird, was am unteren Ende des ursprünglichen Ausblicksbereiches von 15-18 % liegt.

Immer vorsichtig

In der Zwischenzeit gab Chesapeake Energy (WKN:885725) an, man würde das Kapitalprogramm des Jahres 2017 aktiv managen, indem man Geld in die Projekte mit der höchsten Rendite investiere und die Ausgaben in anderen Bereichen senke. Chesapeak wird daher die Zahl der Bohrstellen von 18 auf 14 senken, während gleichzeitig die Zahl der Quellen reduziert werden soll. Das Unternehmen erwartet dieses Jahr für das Bohren und die Fertigstellung von Quellen Ausgaben zwischen 1,9 und 2,3 Milliarden US-Dollar. Das sollte zu einem Produktionswachstum von 0-4 % verglichen mit dem Vorjahr führen.

Apache (WKN:857530) belässt sein Budget für 2017 bei 3,1 Milliarden US-Dollar, was teilweise daran liegt, dass das Budget mit einem Ölpreis von 50 US-Dollar geplant wurde. Darüber hinaus verkaufte das Unternehmen vor Kurzem seine Vermögenswerte in Kanada, was die Cashposition erhöhen wird. Die Produktion wird allerdings die Prognosen nicht erreichen. Aber das Unternehmen ist vorsichtig bei den geplanten Ausgaben für das nächste Jahr, die nach Verkauf der kanadischen Vermögenswerte bei 3,1 Milliarden US-Dollar liegen. Es herrscht die Sorge, dass das Unternehmen im Jahr 2018 einen Öl-Durchschnittspreis von 55 US-Dollar pro Barrel brauchen wird, um seine Pläne zu finanzieren. CEO Jon Christman merkte an, dass man gut vorbereitet sei, um im vorherrschenden Preisumfeld das geplante Kapitalprogramm umzusetzen, ohne die Bilanz zu strapazieren oder das Aktienkapital zu verwässern. In anderen Worten: das Unternehmen wird, falls nötig, die Ausgaben senken, um das Geschäft zu schützen. Im Moment macht man sich aber noch keine Sorgen darüber.

Weil wir es können, nicht weil wir es müssen

Dieser Unternehmen haben eines gemeinsam: sie fahren ihren Betrieb zurück, weil es aktuell sinnvoll ist. In vielen Fällen liegt das daran, weil sie dem diesjährigen Zeitplan aufgrund verbesserter Produktivität und höherer Effizienz deutlich voraus sind. Daher müssen die Unternehmen nicht so viel Geld ausgeben, um ihre Ziele zu erreichen. Stattdessen warten sie erst einmal ab, bis sich die Preise verbessern, was langfristig zu höheren Renditen für die Investoren führen sollte.

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The Motley Fool hält Aktien von Devon Energy.

Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und am 06.08.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.