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Hugo Boss-Turnaround: +17 % in vier Wochen

Foto: The Motley Fool

Aktionäre des Modekonzerns HUGO BOSS (WKN:A1PHFF) haben in den letzten Jahren starke Nerven gebraucht. Zwischenzeitlich hatte die Aktie weit über die Hälfte an Wert eingebüßt, nachdem sich der ursprüngliche Wachstumsweg steiniger als gedacht herausgestellt hatte.

Die strategische Neuausrichtung beginnt aber scheinbar zu greifen und die Aktie konnte vor allem dank starker Zahlen 17 % innerhalb von vier Wochen steigen.

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Das Quartal deutet auf einen Turnaround hin

Es wäre zwar übertrieben hier von massivem Wachstum zu sprechen, aber angesichts der tiefgreifenden Umstrukturierungen ist ein flächen- und umsatzbereinigtes Umsatzwachstum in Höhe von 3 % durchaus gut. Im zweiten Quartal dieses Jahres wurden 636 Millionen Euro umgesetzt. Vor allem Lizenzen und die Absatzregion Asien/Pazifik entwickelten sich erfreulich.

Das allein hätte den Sprung der Aktie nach den veröffentlichten Zahlen wahrscheinlich noch nicht erklären können. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Sondereffekten war mit 107,7 Millionen Euro zwar exakt gleich hoch wie im Vorjahreszeitraum, allerdings konnten sich Aktionäre freuen, dass die Sondereffekte dieses Jahr nicht mehr das Konzernergebnis drückten, das im Jahresvergleich um 418,92 % auf 57,6 Millionen gestiegen ist. Das Management von HUGO BOSS bestätigte nach den Zahlen seine Jahresprognose.

Die Stärken von Hugo Boss

Damit die Aktie weiter steigen kann, muss der Turnaround jetzt noch an Fahrt gewinnen. Wachstum ist zu aktuellen Kursen auf jeden Fall eingepreist, allerdings nicht übermäßig. Somit hat HUGO BOSS durchaus das Zeug dazu, in den nächsten Quartalen und Jahren positiv zu überraschen.

An sich ist der Modemarkt zwar hart umkämpft, aber viele der Grundvoraussetzungen von HUGO BOSS sind gut. Die Konsumenten schätzen die Marke für Qualität und Design, ohne dass eine große Gefahr von kurzlebigen Modehypes wie bei Abercrombie & Fitch oder American Apparel gegeben ist. Gut geschnittene Anzüge und Hemden bilden einen wichtigen Kern des Geschäfts und bieten die Grundlage für Kundentreue und die Langlebigkeit der Marke.

Außerdem ist HUGO BOSS gut in einem Megatrend positioniert, nämlich dass auch Männer sich immer mehr Gedanken darüber machen, wie sie aussehen und ihren Modekonsum dem von Frauen zunehmend annähern. Das dürfte sehr wohl noch Jahrzehnte weitergehen, und bei vielen Männern ist HUGO BOSS eine der wichtigsten Marken, mit der sie modische Herrenkleidung verbinden. Im letzten Quartal war es die Frauenmode, die schwächelte, ganz im Gegensatz zum Herrensegment.

Da sich der Einzelhandel generell schwach entwickelt, dürfte HUGO BOSS in den kommenden Jahren eine gute Verhandlungsposition haben, wenn es sich nach neuen eigenen Läden umsieht, die Ladenflächen in Kaufhäusern erweitert oder alte Mietverträge neu verhandelt.

Worauf Anleger in den nächsten Jahren aber vermutlich am meisten achten sollten, ist, wie sich das Onlinesegment entwickelt. An diesem Trend kommt kein etabliertes Modeunternehmen vorbei – und in der Vergangenheit wurde hier bei HUGO BOSS nicht alles richtig gemacht. Derzeit versucht man im Zuge der Umstrukturierungen das Onlineangebot zu optimieren. Das Onlinesegment ist zwar im letzten Quartal überdurchschnittlich gewachsen, aber noch ist es zu früh, der Onlinestrategie nachhaltigen Erfolg zu attestieren. Wenn man hier die richtigen Weichen stellt, könnte der Turnaround aber nicht nur über ein paar Quartale, sondern über Jahre und Jahrzehnte zu besseren Zahlen führen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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