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Wird AbbVie den Ausblick von Gilead Sciences kaputt machen?

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Nachdem letzten Monat der Gesamtjahresausblick für die Hepatitis-C-Umsätze erhöht wurde, steigt die Aktie von Gilead Sciences (WKN:885823). Die FDA ließ letzte Woche aber das Hep-C-Medikament der nächsten Generation von AbbVie (WKN:A1J84E) mit dem Namen Mavyret zu. AbbVie hat den Preis bei diesem Medikament konkurrenzfähig angesetzt. Könnte Mavyret daher die Hoffnungen von Gilead Sciences auf höhere Hep-C-Umsätze zerstören?

Der Marktplatz verändert sich

Hepatitis-C-Behandlungen konnten in den letzten zehn Jahren einen großen Fortschritt erzielen. Zuvor beinhalteten die Medikamentenbehandlungen Nebenwirkungen, diese wurden inzwischen aber von Medikamenten der nächsten Generation ersetzt, die Heilungsraten von über 90 % in zwölf Wochen versprechen, bei einigen Patienten sogar in nur acht Wochen.

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Für diese Fortschritte ist größtenteils Gilead Sciences verantwortlich. Sovaldi kam 2014 auf den Markt und wurde aufgrund der kurzen Behandlungsdauer und der hohen Heilungsraten hoch gelobt. Im selben Jahr kam Harvoni auf den Markt, das sogar eine noch höhere Heilungsrate und eine Behandlung von nur acht Wochen bei etwa 40 % der Patienten mit Genotyp 1 erreichte. Diese beiden Medikamente erreichten Spitzenumsätze von etwa 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Gilead Sciences war damit der Wegbereiter für bessere Behandlungen dieses Krankheitsbildes, jedoch nicht das einzige Unternehmen mit einer solchen Behandlung: Johnson & Johnson, Bristol-Myers Squibb, AbbVie und Merck & Co. gaben viel Geld für die Forschung aus und brachten ihre eigenen Therapien auf den Markt.

Viekira von AbbVie war die größte Bedrohung, da der Preis deutlich niedriger war. Gilead Sciences sah sich gezwungen, die eigenen Preise zu senken und der daraus resultierende Preiskrieg zog die Umsätze, die Gewinne und damit den Aktienkurs nach unten. Die jährlichen Hep-C-Umsätze von Gilead halbierten sich und damit fiel auch der Aktienkurs von 120 US-Dollar im Jahr 2015 auf gut 60 US-Dollar Anfang des Jahres.

Gilead. Daten von YCharts.

Vor Kurzem stieg der Kurs von Gilead Sciences aber wieder, nachdem das Management den Ausblick für die Hepatitis-C-Umsätze letzten Monat erhöhte. Diese Medikamente erreichten in Q2 ein sequentielles Umsatzwachstum, wobei sich der Umsatz in den USA um 13 % erhöhte. Weltweit konnte der Franchise um 11 % zulegen. Daher konnte das Management den Ausblick auf den Hepatitis-C-Franchise um eine Milliarde US-Dollar auf 8,5 Milliarden erhöhen.

Eine neue Herausforderung

Doch die Zulassung von Mavyret könnte Gilead durch die Parade fahren.

Das Medikament kann allen Patienten ungeachtet ihres Genotyps verschrieben werden. Die durchschnittliche funktionale Heilungsrate liegt bei 97,5 %. Das ist ein gutes Ergebnis und kann dem Vergleich mit den Produkten von Gilead Sciences standhalten. Was den Marktanteil von Gilead aber ernsthaft bedrohen könnte, sind der Preis und die kürzere Behandlungsdauer.

Der Listenpreis von Mavyret beträgt nur 13.200 US-Dollar bei vier Wochen Behandlung. Evercore ISI erwartet, dass die beiden neusten Hepatitis-C-Medikamente von Gilead – Epclusa and Vosevi – jeweils etwa 25.000 US-Dollar für vier Wochen Behandlung kosten. Der Kostenvorteil von Mavyret ist aber noch größer, wenn man bedenkt, dass die Patienten eine um vier Wochen kürzere Behandlung benötigen als die meisten Patienten mit dem Produkt von Gilead.

Während der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal von Gilead Sciences wurde das Management zu dieser Bedrohung befragt.

COO Kevin Young sagte: „Es bleiben noch einige Dinge ungeklärt, wenn wir uns das Label, den Preis und die Werbung des Produktes ansehen. Vielleicht werden wir später sehen, wie sie auf den Markt kommen und welche Strategien sie dabei verfolgen. Ich glaube, dass es hier Unbekannte gibt, daher werden wir einfach abwarten müssen.“

Norbert Bischofberger, Chief Scientific Officer, gab uns etwas mehr Informationen: „Sie hatten exzellente klinische Resultate bei der Behandlung von Genotypyp 1 im Anfangsstadium der Krankheit, größtenteils bei F0 und F1. 80 % der Bevölkerung war F0 und F1 und bei Patienten, die eine Erstbehandlung erhielten. Aber die Daten der anderen Genotypen und der vorbehandelten und zirrhotischen Patienten waren weniger gut, besonders wenn man sich Genotyp 3 ansieht, wo sie eine Behandlung von acht Wochen mit den Behandlungsergebnissen von zwölf Wochen und mit Sofosbuvir/Daclatasvir verglichen haben. Die Behandlung wies die meisten virologischen Fehlschläge bei einer Behandlungsdauer von acht Wochen auf, gefolgt von zwölf Wochen; die Behandlung mit den besten Ergebnissen war die mit Sofosbuvir/Daclatasvir.”

Wie geht es jetzt weiter?

Gilead Sciences möchte die Vorteile der Wirksamkeit hervorheben, besonders bei bestimmten Patientenbevölkerungen. Der Preis und die Behandlungsdauer von Mavyret sind aber eindeutig Argumente gegen Gilead.

Das Unternehmen wird die Krankenkassen davon überzeugen müssen, dass die Wirksamkeit größere Vorteile hat als die Kosteneinsparungen. Sie werden vielleicht ein interessantes Argument haben, da Patienten bei einer erneuten Behandlung mit Mavyret sehr schnell höhere Kosten verursachen. Wenn Gilead diesen Vorteil nicht hervorheben kann, wird das Unternehmen wieder einmal über den Preis konkurrieren müssen, und es ist schwer vorstellbar, wie das nicht dem Umsatz und dem Gewinn schaden soll.

Aufgrund der Bedeutung der Hepatitis-C-Umsätze für Gilead Sciences und der Unsicherheit darüber, wie die Krankenkassen Mavyret aufnehmen werden, werden die dritten Quartalsberichte von AbbVie und Gilead sehr interessant für die Investoren sein, da es hier Anhaltspunkte geben wird, wie es in dieser Konfrontation weitergeht.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Gilead Sciences und Johnson & Johnson. The Motley Fool besitzt die folgende Option: Short August 2017 $75 Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 05.08.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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