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Warum das bedingungslose Grundeinkommen schlecht für Investoren wäre

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Das bedingungslose Grundeinkommen für jedermann polarisiert. Sowohl die Politik, als auch die Wirtschaft und bestimmt auch den ein oder anderen Stammtisch. Viele solcher Konzepte, die in der Regel um die 1.000 Euro für Erwachsene sowie 500 Euro für Kinder vorsehen, sehen einen solchen Schritt als Allheilmittel für grundlegende Fragen der Sozialhilfe sowie des Jobmarktes. Aber das soll uns an dieser Stelle explizit nicht weiter beschäftigen.

Denn viel wichtiger ist, was ein bedingungsloses Grundeinkommen möglicherweise für Investoren bedeuten könnte. Wie ich neulich las, sehen gängige Finanzierungskonzepte nämlich unter anderem die Investoren in der Pflicht. Schauen wir mal, was damit gemeint ist.

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Finanzierung auf Kosten der Fleißigen und Mutigen

Wie du dir sicher denken kannst, würde ein bedingungsloses Grundeinkommen unseren Staat so einiges kosten. Gängige Expertenschätzungen belaufen sich auf einen Kostenbetrag von rund 800 Milliarden Euro jährlich. Auch wenn die momentan praktizierte Sozialhilfe den Steuerzahler ebenfalls einiges kostet, werden viele Verfechter dieses Ansatzes bereits kreativ, wie man einen solchen Sozialhilfebedarf stemmen könnte.

Tja, und da kommst leider du als Investor ins Spiel, mein Freund! Denn neben Einsparungen bei Verwaltungskosten in der Sozialhilfe, die sich quasi förmlich aufdrängen, sehen gängige Ansätze vor, unter anderem auch Investoren zur Kasse zu beten. Teilweise ist die Rede davon, sämtliche Kapitalerträge, sprich sowohl Kursgewinne als auch Dividenden, mit einer für alle einheitlichen Kapitalertragsteuer in Höhe von 50 % zu belasten. Uff.

Das könnte verheerend für die Börsen sein

Spinnen wir das Ganze mal ein wenig weiter. 50 % Abgaben auf Kapitalerträge wären natürlich ein signifikanter Einschnitt, der deine Rendite erheblich schmälert. Aber welchen Rattenschwanz zieht das ganze nach sich? Dazu kannst du dir am besten folgende Frage stellen: Wärst du im derzeitigen Marktumfeld bereit, dein Geld den marktüblichen Risiken auszusetzen, wenn deine Renditeaussichten dauerhaft immens verringert würden?

Ich denke, viele von uns (auch ich) würden diese Antwort verneinen. Gängige Dividendenrenditen im Bereich 3–4 % wirken doch nicht mehr wirklich ansprechend, wenn letztlich nur 1–2 % auf unserem Verrechnungskonto übrig blieben. Daher würden wir in der Folge eine deutlich höhere Sicherheitsmarge bei unseren Investitionen verlangen, was die Börsen zunächst einmal einbrechen lassen würde. Ein bereinigender Crash scheint in einem solchen Szenario daher mehr als wahrscheinlich, um ein Umfeld zu erschaffen, in dem sich die meisten Investoren wieder auf das mit Risiken verbundene Parkett wagen würden. Insgesamt würden wir Investoren aber zunächst einen deutlichen Schiffbruch erleiden.

Grundsätzlich vielversprechendes Konzept, aber…

Um aber abschließend auch das nochmal klarzustellen: Auch ich als Kommunalbeamter im Sozialbereich finde das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens überaus interessant. Es könnte wesentliche Problemfelder der Sozialhilfe einfach und nachhaltig beseitigen, den Jobmarkt revolutionieren und in gewisser Weise einen guten Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit leisten.

Als Investor blicke ich dem Konzept des Austragens dieser Soziallast auf dem Rücken der mutigen Investoren aber skeptisch entgegen. Für das ohnehin schon wenig vorhandene Börsenbewusstsein der Deutschen wäre ein solcher Schritt überaus kontraproduktiv und könnte die langfristigen Renditeerwartungen der bereits Investierten, sowohl angesichts effektiv niedriger Ausschüttungsquoten als auch des drohenden Kursverfalls deutlich dämmen. Ich hoffe daher, dass unsere Staatslenker auch die Interessen der Börsianer und nicht nur der Hilfebedürftigen im Auge behalten, wenn sie ein solches Konzept wirklich angehen sollten.

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