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5 interessante Energiefakten, die man kennen sollte

Energie ist einer der wichtigsten Faktoren der modernen Gesellschaft. Ohne sie könnten unsere Autos nicht fahren und unsere Geräte würden nicht laufen. Medizinische Geräte könnten nicht benutzt werden und unser Essen würde im Kühlschrank verfaulen. Es gibt einen Grund, warum Energie oder der Mangel von Energie einer der furchtbarsten Aspekte bei postapokalyptischen Zombiefilmen ist.

Wir haben sehr von der Industrialisierung profitiert, genau wie von unserem Elektrizitätsnetz. Jetzt müssen wir aber diversifizieren und können uns nicht mehr so sehr auf fossile Brennstoffe verlassen. Wir brauchen sauberere Energiequellen. Dabei machen wir große Fortschritte, aber nicht alles ist so, wie es scheint. Diese Statistiken  werden dich sehr überraschen.

1. Windkraft macht 5,6 % der Stromerzeugung in den USA aus

Letztes Jahr generierte die Windkraft geschätzte 226 Milliarden kWh Strom in den USA. Das ist ein Wachstum von 3.670 % seit dem Jahr 2000, als es nur 6 Milliarden kWh waren. Das ist ein bemerkenswerter Fortschritt in weniger als 20 Jahren. Wie konnte das passieren?

Amerikanische Elektrizitätsewinnung aus Wind. Daten von YCharts.

Subventionen der Regierung halfen bei der Investition. Gleichzeitig erhöhten sich die Investitionen von Versorgungsbetrieben und Energieerzeugern auf 143 Milliarden US-Dollar allein in den letzten 10 Jahren in die Windkraft. Die USA konnte im selben Zeitraum die Windkapazität von 11,4 GW auf 82 GW erhöhen. Und das ist erst der Anfang.

Die amerikanische Energiebehörde Energy Information Administration EIA erwartet, dass die installierte Windkapazität bis Ende 2018 auf 102 GW anwachsen wird. Das bedeutet, dass mehr als 7 % des amerikanischen Stroms aus Windkraft kommen könnte.

NextEra Energy (WKN:A1CZ4H) war die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung. Das Unternehmen ist eines der Top-Unternehmen im Bereich grüner Strom im Land und der viertgrößte Anbieter in diesem Bereich weltweit. Aktuell umfasst das Portfolio 13,8 GW Windkraft. Das Unternehmen plant, weitere 3,4 Milliarden US-Dollar bis Ende 2019 in Windkraft zu investieren.

2. Illinois hätte die Produktion sauberer Energie fast um 70 % gesenkt

Letztes Jahr hätte der Bundesstaat Illinois Exelon (WKN:852011) fast gestattet, zwei Kernkraftwerke zu schließen, die 12,2 % des gesamten Stromes des Staates erzeugten. Gleichzeitig macht Kernkraft auch 70 % der sauberen Energie von Illinois aus.

Wie konnte es dazu kommen? Exelon bemängelte, dass der neue Standard für den Energiemix des Staates Fehler aufweise, da Subventionen und Anreize nur für erneuerbare Energiequellen gegeben würden. Wenn das Ziel saubere Luft und weniger CO2-Emissionen wären, dann sollten die Staaten saubere Energie subventionieren und nicht nur erneuerbare Energie, argumentierte das Unternehmen. Du bist vielleicht anderer Meinung, aber Illinois sollte das besser als jeder andere Staat in den USA verstanden haben. Hier werden 48 % der Elektrizität mit Kernstrom generiert.

Nachdem Exelon gedroht hatte, zwei Kernkraftwerke in dem Staat zu schießen, stimmten die Politiker im letzten Moment zu, Null-Emissionskredite von 0,0165 US-Dollar pro kWh bereitzustellen. Das ist genug, damit die Kraftwerke weitere 10 Jahre laufen, und könnte ein Modell für andere Staaten liefern. Exelon arbeitet mit einer ähnlichen Taktik in Pennsylvania und “plant die Schließung” des berüchtigten Kernkraftwerkes auf Three Mile Island.

3. Das Comeback der Kohle

Du erinnerst dich noch, dass Erdgas die Kohle stark verdrängt hat? Die Zahlen beweisen das: Im Jahr 2016 wurde Erdgas die beliebteste Energiequelle mit 33,8 %, während Kohle bei nur 30,4 % lag.

Jetzt im Jahr 2017 ist Kohle wieder einmal die beliebteste Energiequelle in Amerika. In den ersten fünf Monaten des Jahres konnte durch Kohle 5 % mehr Strom als durch Erdgas generiert werden. Was ist hier los?

Das war, ehrlich gesagt, erwartet. Die höheren Erdgaspreise haben die Stromerzeuger dazu gezwungen, in bestimmten Regionen Gaskraftwerke nicht weiter zu betreiben und stattdessen kurzfristig auf Kohle umzustellen. Am Ende des Tages wird sich die Kohle aber nicht halten können. Immerhin ist sie die dreckigste und die älteste Form der Energiegewinnung in den USA. Das bedeutet, dass diese alten und schmutzigen Kraftwerke schon bald vom Netz genommen werden. Gleichzeitig werden in den nächsten beiden Jahren sehr effiziente Erdgaskraftwerke ans Netz kommen, was der letzte Sargnagel für die Kohle sein wird. Eine Wiederholung der aktuellen Situation in der Zukunft ist sehr unwahrscheinlich.

4. Kernenergie stieg seit 2012 um 5 %

Du hast wahrscheinlich schon gehört, wie es gerade um die Kernenergie steht. 5 Kernkraftwerke mit 6 Reaktoren wurden seit Ende 2012 geschlossen. Bis Ende des Jahrzehnts werden es noch mehr werden. Daher ist die folgende Nachricht so überraschend: Die Elektrizität der verbleibenden 99 Kernreaktoren erhöhte sich um 5 % von 2012 bis 2016.

Das ist aber eine statistische Anomalie. Die Produktion erhöhte sich aus mehreren Gründen Anfang des Jahrzehnts. Im Jahr 2016 war die Kernenergie nur 0,2 % unter dem Niveau von 2007. Wie ist das möglich, nachdem 6 % der operativen Reaktoren stillgelegt wurden?

Das Timing spielt hierbei eine Rolle, genau wie ein weiterer Mechanismus in der Kernindustrie. Die Stromerzeuger können nämlich die Produktion in einem Kernkraftwerk erhöhen, indem sie die Kraftwerke modifizieren. Zwischen 1977 und 2012 erhöhten die USA die Stromkapazität der Kernreaktoren um 6,5 GW ohne einen einzigen neuen Reaktor zu installieren.

Das ist ein Trick, mit dem man kurzfristigen Bedarf abdecken kann, aber das wird nicht ausreichen, um den Verlust der Kapazität auszugleichen, der in den kommenden Jahren durch die Kraftwerke entsteht, die vom Netz genommen werden.

5. Ethanol ist einer der größten Exportfaktoren von Amerika

Die amerikanische Ethanolindustrie produziert 16 Milliarden Gallonen pro Jahr. Das Benzin in Amerika muss laut Gesetz nur 10 % Ethanol beinhalten und diesen Sättigungspunkt erreichen wir schon mit 13,5 Milliarden Gallonen. Anstatt die Werke Däumchen drehen zu lassen oder nicht mehr in weiteres Wachstum zu investieren, haben Produzenten wie Green Plains (WKN:A0JJ1Q) sich stattdessen auf den Export konzentriert.

Die Exporte stiegen von 400 Millionen Gallonen im Jahr 2010 1 Milliarde Gallonen im Jahr 2016. Der Rekordwert von 1,2 Milliarden Gallonen wurde aufgrund einer Trockenperiode in Brasilien im Jahr 2011 erreicht. Die Prognosen sprechen von 1,2 Milliarden Gallonen in diesem Jahr und könnten den Rekord von 2011 vielleicht sogar einstellen. Das verbleibende Ethanol, das nicht exportiert und nicht benutzt wird, geht an die Industrie oder wird eingelagert.

Das erlaubte es Green Plains, dem weltweit zweitgrößten Ethanolproduzenten, in langfristige Geschäftsmöglichkeiten zu investieren. Letztes Jahr exportierte das Unternehmen 20 % der Produktion und verkündete ein Joint Venture, um ein Exportterminal in Texas zu bauen, das in der zweiten Jahreshälfte 2017 seinen Betrieb aufnehmen wird. Wenn die geplanten Expansionen mit einberechnet werden, dann könnte dort eine Million Barrel an Flüssigkeiten eingelagert werden. Das ist etwa ein Tag Ethanolproduktion in den USA.

Was bedeutet das für die Investoren?

Diese überraschenden Statistiken demonstrieren, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen. Windkraft wird ein dominanter Player im amerikanischen Energiemix, während Kernenergie trotz der Kraftwerksschließungen weiterhin ein wichtiger Faktor ist. Kohle schafft gerade ein kurzfristiges Comeback, während Ethanol dabei ist, einer der besten Exportfaktoren des Landes zu werden. Das zeigt mal wieder, dass nicht alles ist, wie es scheint.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Maxx Chatsko auf Englisch verfasst und am 05.08.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.