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Trotz niedriger Gewinne wird Airbus hochgestuft

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Jeden Tag stufen die Analysten an der Wall Street einige Aktien nach oben, andere nach unten, und beginnen damit, über andere Bericht zu erstatten. Aber wissen diese Analysten überhaupt, wovon sie eigentlich sprechen? Heute nehmen wir uns eine Empfehlung der Wall Street heraus und beleuchten sie etwas genauer …

Im letzten Jahr konnte die Aktie von Airbus (WKN:938914) um 45 % steigen. Daher waren die Investoren optimistisch eingestellt, als letzten Donnerstag die Quartalszahlen veröffentlicht wurden. Airbus konnte den Optimismus der Investoren jedoch nicht bestätigen und verpasste die Ziele der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Das Unternehmen warnte, dass Lieferverzögerungen der neuen Motoren die Auslieferungen verlangsamen könnten.

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Heute Morgen stufte Vertical Research Partners die Airbus-Aktie trotzdem hoch. Hier sind drei Dinge, die man dazu wissen sollte.

Vertical Research gab der Aktie von Airbus gerade die Starterlaubnis. Bildquelle: Getty Images.

1. Was Airbus gesagt hat

Airbus ist der größte Rivale von Boeing (WKN:850471) im Bereich Geschäftsflugzeuge. Gleichzeitig ist das Unternehmen die Hälfte eines Duopols im Bereich große Flugzeuge, das Jets für die meisten Fluglinien der Welt baut. Das Gesamtgeschäft von Boeing ist etwa um 16 % größer als das von Airbus. Im Bereich Geschäftsflugzeuge ist Boeing sogar um 25 % größer als Airbus und bewegt mehr als 65 Milliarden US-Dollar an Produkten pro Jahr.

Boeing meldete letzte Woche ein sehr gutes Quartal mit einem Nettogewinn von 2,89 US-Dollar pro Aktie sowie einem freien Cashflow von 4,5 Milliarden US-Dollar. Airbus konnte die Erwartungen allerdings nicht erfüllen. Die Umsätze für das zweite Steuerquartal 2017 betrugen 17,95 Milliarden US-Dollar und lagen damit etwa 3,5 % unter den Schätzungen der Analysten. Der operative Gewinn betrug für das Quartal nur etwas mehr als eine Milliarde US-Dollar, während die Wall Street von 1,1 Milliarden ausgegangen war.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, in dem Airbus einen Verlust von 815 Millionen US-Dollar verzeichnet hatte, war das zwar schon eine große Verbesserung. Trotzdem konnte das Unternehmen die Erwartungen nicht erfüllen und die Umsätze fielen um 3,5 %.

2. Was Vertical Research zu den Kommentaren von Airbus zu sagen hatte

Vertical beobachtete, dass die verspäteten Anlieferungen der neuen Motoren für den A320 NEO (New Engine Option) ein Problem für die Produktionserhöhung darstellt. Doch Airbus hatte angegeben, man würde daran arbeiten und der Analyst war optimistisch, dass das Unternehmen dabei Fortschritte erzielen könnte.

Er erhöhte sein Kursziel für die Airbus-Aktie auf 85 Euro pro Aktie und stufte sie als einen Kauf ein.

3. Was Vertical an Airbus mag

Man macht sich Sorgen um den Flugzeughersteller, da die Zahl der Neuaufträge in den letzten Jahren rückläufig war. Damit vermindert sich auch der Auftragsbestand bei Boeing und Airbus. Vertical sieht aber, dass der Umsatz pro Meile bei den Fluglinien weiterhin wächst und die Gewinne weiterhin robust sind. Laut Ansicht des Analysten würde das dazu führen, dass die Fluglinien weiterhin neue Flugzeuge von Boeing und Airbus kaufen würden. Vertical meint, die Sorgen, dass es zyklisch nun bergab gehen könnte, wären unbegründet.

Die Umsätze von Airbus sind vielleicht temporär niedrig und der Analyst glaubt, dass Airbus dieses Jahr nur etwa 3,59 US-Dollar pro Aktie verdienen wird. Im nächsten Jahr soll der Gewinn bei 5,31 US-Dollar liegen, was jeweils um 5 % und 2 % unter den vorherigen Schätzungen liegt. Diese Zahlen stellen aber immer noch deutliche Verbesserungen verglichen mit dem letzten Jahr dar. Vertical glaubt, dass die Aktie wieder an Höhe gewinnen kann und dass es jetzt an der Zeit wäre, in Airbus zu investieren, während das Unternehmen bei seinen Problemen Fortschritte erzielt – im Gegensatz zu später, wenn die Probleme erst gelöst sind.

Das Wichtigste: die Bewertung

Darauf zu wetten, dass das Unternehmen seine Probleme lösen wird, erfordert aber schon einen Vertrauensvorschuss. So sehen die Zahlen dazu aus:

Aktuell hat Airbus in den letzten zwölf Monaten einen Gewinn pro Aktie von 1,09 US-Dollar erzielt. Das macht 869 Millionen US-Dollar für das gesamte Unternehmen. Bei einer Marktkapitalisierung von 64,4 Milliarden US-Dollar hat die Aktie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 74. Boeing ist mit seiner höheren Marktkapitalisierung von 142,6 Milliarden US-Dollar deutlich profitabler als Airbus und hat daher ein deutlich günstigeres KGV von nur 20.

Andererseits, wenn Vertical Research Recht behalten sollte und Airbus seinen Gewinn bis Ende des Jahres mehr als verdreifachen sollte, dann würde das KGV auf 22,4 fallen. Das wäre aber immer noch um 12 % mehr als bei Boeing.

Wenn Vertical also Recht hat und die Gewinne bei Airbus im Jahr 2018 auf 5,31 US-Dollar pro Aktie steigen, dann wäre das fast der fünffache Gewinn des letzten Jahres. Damit würde das KGV bei nur mehr 15,2 liegen. Die meisten Analysten sind sich einig, dass Airbus mit seinen geringeren Gewinnen in den nächsten fünf Jahren schneller wachsen wird als Boeing. Vertical könnte also Recht behalten. Ein schnelleres Wachstum beim Gewinn könnte Airbus damit zu einem besseren Kauf machen.

Das alles wird aber nur eintreten, wenn Airbus auch die Gewinnziele der Analysten erreicht – was das Unternehmen im letzten Quartal nicht geschafft hat. Ob du jetzt dem Rat von Vertical Research folgen möchtest, hängt davon ab, ob du glaubst, dass Airbus aus seinen Fehlern lernen und es nächstes Mal besser machen wird.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 31.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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