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Was sollen wir jetzt nur tun?

Foto: Getty Images

Die Börse lässt einem einfach keine Ruhe. Wenn die guten Ergebnisse kommen und es Zeit zum Feiern ist, dann reden die Investoren schon darüber, wie viele Sorgen sie sich machen.

Der DAX konnte im letzten Jahr (Stand 28. Juli) 18 % hinzugewinnen. Der S&P 500 konnte um fast 14 % zulegen. Jetzt machen sich die Investoren Sorgen darüber, ob der nächste Bärenmarkt bald kommen könnte.

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Zu einem gewissen Grad ist das auch sinnvoll. Die Börsen in den USA und Deutschland konnten in den letzten fünf Jahren fast 80 % steigen und der breite Bullenmarkt läuft ja schon seit 2009. Wir sprechen von fast neun Jahren. Das ist ziemlich lange für einen Bullenmarkt.

Für die Märkte ist das eine wirkliche Bedrohung. Die Zinsen sind extrem niedrig, doch sie steigen. Das ist negativ für Aktien, da höhere Zinsen mehr „Wettbewerb“ bedeuten. Ebenso können wir auch nicht argumentieren, dass die Bewertungen aktuell niedrig sind. Laut StarCapital beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für amerikanische Aktien (Stand 30. Juni) 22,4, während Schweizer Aktien mit einem durchschnittlichen KGV von 25,1 bewertet sind. Deutsche Aktien sind mit einem KGV von 21 zwar etwas billiger, aber nicht viel. Auf absoluter Basis ist das definitiv nicht günstig.

Das ist eigentlich ziemlich einfach

Wenn man sich die Grafiken des S&P 500 der letzten 40 Jahren ansieht, dann ergibt sich eine Frage: Warum sollte man jetzt aussteigen?


Quelle: GoogleFinance

Zwar geht es mit dem Markt manchmal nach unten, aber investiert zu bleiben war für die Investoren bisher die beste Alternative. Dasselbe kann man auch über den DAX sagen. Das Deutsche Aktieninstitut bietet ein großartiges Renditedreieck, das zeigt, wie profitabel es für die Investoren war, langfristig investiert zu bleiben.

In anderen Worten sind die meisten von euch, die das hier lesen, wahrscheinlich am besten damit beraten, das Gerede über den Crash und den Bärenmarkt einfach zu ignorieren und investiert zu bleiben.

Das soll natürlich nicht heißen, dass es keinen Crash oder Bärenmarkt geben wird, doch wenn du in diesen Zeiten einfach cool bleibst und dich nicht verunsichern lässt, dann kannst du diese Zeiten langfristig auch profitabel aussitzen.

Was nicht in Betracht gezogen wird

Der Bullenmarkt hält schon seit Längerem an. Daher ist es normal, dass die Bewertungen hoch erscheinen – doch es gibt aber Argumente, warum es noch Luft nach oben gibt.

Ein höheres Wirtschaftswachstum kann die Gewinne der Unternehmen erhöhen und damit die Bewertungen senken. Das kann auch die höheren Bewertungen rechtfertigen und sie noch weiter nach oben treiben. Aber woher soll dieses Wachstum kommen? Ein befreundeter Fool und Investmentanalyst von Motley Fool Singapur drückte es folgendermaßen aus:

[Der milliardenschwere Hedgefonds-Manager] Ray Dalio war im Jahr 1991 in Bezug auf amerikanische Aktien bärisch eingestellt, weil er nicht sehen konnte, wie die Wirtschaft noch weiter wachsen könnte. Und bumm! … dann kam das Internet.

Es geht darum, worüber die Investoren nicht sprechen – etwas, das die Börse überraschen und weiter nach oben treiben wird. Aktuell gibt es zahllose neue Technologien, die sich gerade in der Entwicklung befinden und die das Potenzial haben, „das neue Internet“ zu werden.

Frederick Kramer, Co-Chief Investment Officer des amerikanischen Vermögensverwalters Dixon Hughes Goodman formulierte es in einer E-Mail treffend. In den USA sind nicht mehr so viele Menschen an der Börse investiert wie früher:

Bevor Sie sich zu große Sorgen um den unvermeidlichen Abwärtstrend am Markt machen: Es gibt Gründe, warum der Tag der Abrechnung noch nicht gekommen ist. Die meisten großen Marktkorrekturen ereignen sich, wenn ein hoher Prozentsatz der Leute im Markt sind und wenn viel von diesem Geld in Aktien investiert wurde.

Das Marktforschungsunternehmen Gallup verfolgt die Teilnahme am Aktienmarkt in den USA seit dem Jahr 1999. Damals waren 60 % der Amerikaner in Aktien investiert. Im Jahr 2000 waren es sogar 62 %. Dieser Wert fiel nach der Dotcom-Blase auf 60 %, stieg danach aber wieder auf 65 % an. Heute sind es nur 52 %. Kramer merkt an, dass die Teilnahme am Aktienmarkt gerade den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht habe.

Es ist fast exakt dieselbe Theorie, die in Deutschland zum Tragen kommt. Das deutsche Aktieninstitut verfolgt die Teilnahme an der deutschen Börse und fand heraus, dass Ende 2016 weniger als 9 Millionen Deutsche in Aktien investiert waren. Im Jahr 2007 waren es 10,3 Millionen und im Jahr 2001 waren es 12,9 Millionen gewesen.

Wenn mehr Menschen in diesen Ländern wieder anfangen würden zu investieren, dann würden sich auf einmal Millionen von neuen Investoren auf dem Markt befinden, was die Kurse noch einmal antreiben könnte.

Die Investoren haben zurecht Angst vor dem Sprichwort „Dieses Mal ist alles anders“. Die Wahrheit ist aber, dass es immer anders ist. Die Welt sieht im Jahr 2017 anders aus als im Jahr 1974 oder 1922. Bedeutet das, dass wir verschiedene Erwartungen an Aktienbewertungen haben sollten? Eigentlich ja.

In der Vergangenheit gab es kaum Schutzmöglichkeiten für Investoren, was das Investieren in Aktien deutlich riskanter machte. Ein höheres Risiko führt aber auch dazu, dass die Investoren eine höhere Rendite verlangen, was wiederum die Bewertungen nach unten drückt. Die Bewertungen mussten in der Vergangenheit niedriger sein, um die Investoren für einen Mangel an Transparenz und das zusätzliche Risiko zu entschädigen.

Damals kostete es auch deutlich mehr, überhaupt mit Aktien zu handeln. Heute zahle ich für die meisten meiner Trades über Flatex etwa 5,90 Euro. Die meisten anderen deutschen Broker verlangen in etwa dasselbe, es gibt sogar noch Billigere. In den Fünfzigern hätte man bereits viel Glück gehabt, wenn man für das Zehnfache Aktien kaufen konnte.

Genau wie das Risiko sorgen auch höhere Gebühren dafür, dass die Investoren niedrigere Bewertungen und höhere Gewinne brauchen. In der Vergangenheit mussten die Bewertungen einfach niedriger sein, um die höheren Transaktionsgebühren zu rechtfertigen.

Aber sei vorsichtig – egal, ob wir über noch nicht entdeckte Quellen wirtschaftlichen Wachstums, die Teilnahme am Aktienmarkt oder strukturelle Veränderungen im Markt sprechen. Nur darauf zu setzen, dass hohe Kurse und hohe Bewertungen noch höher steigen werden, ist ziemlich riskant (und würde ich auch nicht empfehlen).

Ein paar bzw. alle diese Faktoren können ein guter Grund sein, warum die Bewertungen heute höher sein sollten als in der Vergangenheit. Aber das bedeutet nicht, dass es kein Limit für diese Bewertungen gibt und dass die Aktien immer nur weiter steigen werden.

Was kaufen wir eigentlich?

Ich sehe die Börse gerne als eine Denkaufgabe. Die Investitionen, die ich tätige, basieren aber nur selten auf makroökonomischen Faktoren.

Ich besitze zwar einige ETFs, aber ich kaufe zumeist einzelne Aktien. Das erlaubt es mir, nach den besten Unternehmen zu den attraktivsten Bewertungen zu suchen – egal, was der Rest der Börse gerade macht. Das mag einige Leute überraschen, doch es gab auch Aktien, die man am Höhepunkt der Dotcom-Blase kaufen konnte und die rasant stiegen, während es mit dem Rest nur bergab ging.

Beispielsweise verlor der DAX zwischen dem 1. September 2000 und 1. September 2001 31 % und der S&P 500 sank um 25 %, doch…

  • der deutsche Industriedienstleister Bilfinger stieg um 43 %,
  • adidas stieg um 17 %,
  • der Autoteile-Hersteller und Rüstungsbetrieb Rheinmetall stieg um 50 %,
  • das amerikanische Einzelhandelsunternehmen Bed Bath & Beyond stieg um 61 %,
  • der amerikanische Autoteile-Vertrieb Autozone konnte sich mehr als verdoppeln.

Dasselbe trifft auch auf andere Börsenkorrekturen zu. Wenn wir „der Markt“ sagen, bedeutet das nicht, dass wir es mit einer einzigen Sache zu tun haben. Der Markt stellt eine Sammlung von vielen verschiedenen Aktien von vielen verschiedenen Unternehmen dar, die sich nicht alle gleichzeitig in dieselbe Richtung bewegen.

Was sollen wir jetzt machen?

Das ist die Frage, mit der ich begonnen habe, oder?

Am Ende zählen für mich drei wichtige Punkte:

  • Es macht natürlich Spaß zu spekulieren, was der Markt als nächstes tun wird; zu versuchen, das Hoch und das Tief vorherzusagen, ist ein Spiel, bei dem man aber nur verlieren kann. Ich versuche das auch permanent zu vermeiden.
  • Im Falle von Indexfonds oder ETFs ziehe ich es vor, langfristig investiert zu bleiben. Es macht keinen Spaß, einen Abschwung am Markt aussitzen zu müssen, es reduziert aber das Risiko, sodass ich nicht zum falschen Zeitpunkt abspringe und wieder einsteige.
  • Nicht alle Aktien im Markt sind gleich. Einige davon sind großartige Unternehmen, die zu teuer sind. Andere sind lausige Unternehmen, und einige sind mittelprächtig und damit auch mittelmäßige Investitionen. Aber einige davon sind großartige Unternehmen mit attraktiven Kursen. Es ist möglich, diese Unternehmen zu finden, egal, ob der Markt steigt, fällt oder irgendwo dazwischen rangiert.

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Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt AutoZone.

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