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Der erste Eindruck des Model 3

Foto: The Motley Fool.

Ich bin mir sicher, dass du inzwischen auch Bescheid weißt. Tesla (WKN:A1CX3T) stellte am Freitagabend das Model 3 endlich vor. Das ist ein sehr wichtiger Moment für das Unternehmen, da das Unternehmen hofft, dass das Model 3 das erste Produkt für den Massenmarkt werden wird. Damit sollen die jährlichen Absatzzahlen sechsstellig werden.

Im Folgenden möchte ich vier Eindrücke mit dir besprechen.

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Wie erwartet, werden die meisten Käufer mehr als 35.000 US-Dollar bezahlen

Tesla hat sein Preisversprechen gehalten. Es gibt das Model 3 für 35.000 US-Dollar. Aber wie ich im letzten Jahr schon prophezeit habe, wirst du das vielleicht nicht wollen. Es sieht so aus, als würden die meisten Käufer deutlich mehr bezahlen – vielleicht sogar mehr als ich gedacht hatte.

Für diejenigen, die die Einzelheiten noch nicht kennen, Tesla bietet das Model 3 in zwei Ausführungen:

  • Die Basisversion für 35.000 US-Dollar mit 220 Meilen EPA-Reichweite und einer Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde in 5,6 Sekunden.
  • Die Version mit größerer Reichweite für 44.000 US-Dollar mit 310 Meilen Reichweite und einer Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen pro Stunde von 5,1 Sekunden.

Aber es gibt noch einen Haken: Die Basisversion wird erst in mehreren Monaten produziert. Wenn du auf der Warteliste bist und schnell einen Tesla haben möchtest, dann wirst du für die Langstreckenversion mehr bezahlen müssen.

Dann gibt es noch die Optionen. Ein verbessertes Interieur, bessere Musikanlage, Holz und Annehmlichkeiten, die man von einer kompakten Luxuslimousine erwartet. Dafür werden aber weitere 5000 US-Dollar fällig. Wenn du dein Model 3 nicht in schwarz haben möchtest, dann kostet das weitere 1000 US-Dollar. Die 19-Zoll-Reifen kosten 1500 US-Dollar (18-Zoll-Felgen sind der Standard), der verbesserte Autopilot kostet 5000 US-Dollar, die Funktion autonomes Fahren – wenn sie endlich verfügbar ist – kostet dann noch einmal 3000 US-Dollar… siehst du was ich meine?

Die Liste der Optionen wird schon bald noch länger werden. Der Dual-Motor (damit ist Vierradantrieb gemeint) wird ab Oktober ausgeliefert. Mit dem Autopilot und dem netten Interieur wette ich, dass diese Ausführung dann 60.000 US-Dollar kostet, wobei das Upgrade auf “Ludicrous Mode” dann wahrscheinlich noch nicht beinhaltet ist.

Tesla hat sichergestellt, dass man ein Model 3 für die versprochenen 35.000 US-Dollar bekommen kann. Das ist die gute Nachricht. Aber du wirst länger drauf warten müssen, da aktuell nur die Langstreckenmodelle hergestellt werden. Seien wir mal realistisch, selbst wenn du auf einige dieser Hightech-Funktionen verzichten kannst, möchtest du wahrscheinlich doch den schöneren Innenraum.

Lange Rede, kurzer Sinn: Im ersten Jahr oder so wird das Model 3 einen durchschnittlichen Transaktionspreis von etwa 50.000 US-Dollar haben. Das ist etwas höher, als ich erwartet hatte. An dieser Stelle kann ich noch etwas prophezeien: bei diesem Preis wird Tesla damit auch einen soliden Gewinn einfahren.

Das superminimalistische Armaturenbrett ist sehr schlau

Das Armaturenbrett des Model 3 besticht durch seine Einfachheit. Es gibt keine Anzeigen oder Schalter. Stattdessen gibt es nur die Lüftung und einen großen Touchscreen, der Informationen wie Fahrgeschwindigkeit liefert und all die Einstellungsmöglichkeiten des Fahrzeuges beinhaltet.

Warum sollte Tesla das tun? Die Leute außerhalb der Automobilindustrie erkennen das oft nicht, aber Armaturenbretter sind eines der schwersten Dinge in der Herstellung eines Autos. Da ist jede Menge Hardware drin und das bedeutet, dass der Zusammenbau und die Herstellung teuer werden. Wenn hier Fehler passieren, dauert es sogar noch länger und wird noch teurer, um die Fehler wieder abzustellen.

Indem man den größten Teil der Hardware durch Software ersetzt, kann Tesla seine Stärken voll ausspielen und das Model 3 weniger teuer machen. Gleichzeitig wird das Fahrzeug leichter im Zusammenbau und eine potenzielle Fehlerquelle wird gleich ausgeschlossen. Wir werden sehen, ob dieser Touchscreen ein guter Ersatz für das Armaturenbrett ist oder ob das nur ein frustrierender Kompromiss ist. Aber es ist eine elegante Idee, wenn die Umsetzung funktioniert.

Noch ein Hinweis zum Armaturenbrett: Ich glaube, dass ein Display, das die Geschwindigkeit, Reichweite und Navigationsinformation zeigt, eine gute Sache ist. Ich bin überrascht, dass Tesla das nicht anbietet, aber das kommt vielleicht noch. Ein weiteres System von einem Zulieferer würde das Auto nicht komplexer machen und die Kosten wären nicht zu hoch.

Es könnte dem Model S in einer Hinsicht überlegen sein

Es wird noch etwas dauern, bis die Testberichte für das Model 3 eintrudeln. Aber ein Tester,  Kim Reynolds von Motor Trend, konnte letzte Woche eine Testfahrt machen. Er war sehr beeindruckt:

Das Fahrverhalten des Autos ist umwerfend. Wenn jemand einen üblichen langweiligen elektrischen Sportwagen erwartet hatte, nein, das ist hier nicht der Fall. Das Model 3 fährt sich wie der Alfa Giulia, vielleicht sogar wie der Quadrifoglio, fest und schnell, man fährt wie ein Slalomfahrer bei den Olympischen Spielen und kann mit großer Genauigkeit die Kurven nehmen… Das Model 3 ist unerwarteterweise ein Präzisionsinstrument, mir fehlen wirklich die Worte. Die Lenkung ist schnell, man muss nicht viel Kraft aufwenden, aber man spürt genug, um das Auto zu fühlen und die 235/40R19-Reifen… Ganz zu schweigen davon, dass das Wanken des Autos wunderbar ist. Es bloß zu erwähnen, wäre schon zuviel gesagt.

Für diejenigen, die in der Sprache der Autofanatiker nicht so bewandert sind: Das Model 3 fährt sich so toll, als würde es auf Schienen laufen. Reynolds weiß, was gut ist und man kann ihn beim Wort nehmen.

Das klingt für mich wie ein Schritt nach vorne für Tesla. Das größere Model S hat viele Tugenden, aber zumindest für diesen Autofreak war das Fahrverhalten immer etwas kompromittiert von dem hohen Gewicht. Es klingt so, als würde sich das Model 3 deutlich leichter anfühlen, selbst wenn es immer noch relativ schwer ist.

Man sollte die Bedeutung des Fahrverhaltens nicht unterschätzen. Bewertungen wie diese geben dem Model 3 eine große Glaubwürdigkeit gegen Konkurrenten wie den 3er BMW. Tesla kann damit wieder einmal voll punkten: Die Autoliebhaber müssen auf nichts verzichten, wenn sie auf einen Tesla umsteigen, außer natürlich den Frust an der Zapfsäule.

Unterm Strich: Es sieht so aus, als hätte Tesla es geschafft

Eine Frage, die die Tesla-Fans und die Skeptiker gleichermaßen beschäftigt hat, war die folgende: Kann Tesla ein Auto zu diesem Preis bauen, das auch noch technologisch so fortgeschritten und so cool ist?

Der erste Eindruck scheint das zu bestätigen. Das Model 3 liefert die volle Packung Tesla-Coolness zu einem (relativ) günstigen Preis. Die Version mit der längeren Reichweite ist eine interessante Überraschung und setzt die Messlatte weiter nach oben. Damit liegt der Preis für ein Elektroauto mit über 300 Meilen Reichweite bei deutlich unter 50.000 US-Dollar.

Es gibt noch wichtige offene Fragen. Kann Tesla das Model 3 mit den entsprechenden Qualitätsstandards in Masse produzieren? Qualitätsprobleme können die Verkaufszahlen schmälern und das wäre schlecht für Tesla, besonders falls ein glaubwürdiger Herausforderer von den etablierten Autobauern auf den Markt erscheinen sollte.

Um die Antworten zu erfahren, werden wir uns aber noch eine Weile gedulden müssen. Es sieht aber so aus, als hätte Tesla das geschafft, was es versprochen hat: Das Unternehmen hat ein starkes Produkt erschaffen, das die Maßstäbe für Elektroautos weiter erhöht – und das wird bei den Kunden sehr beliebt sein.

Und wieder einmal sieht es so aus, als hätte Tesla den Autobauern eine Denkaufgabe gegeben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 29.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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