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Warum großen Ölkonzernen der Übergang zu regenerativen Energien nicht gelingt

Große Ölkonzerne beginnen, sich damit auseinanderzusetzen, wie die Welt aussehen wird, nachdem Ölreserven verbraucht sind. So hat beispielsweise Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) vor kurzem angekündigt, jährlich 1 Milliarde US-Dollar in saubere Energien zu investieren – eine große Summe, doch im Vergleich zu den Investitionsaufwendungen des Unternehmens von jährlich 25 Mrd. US-Dollar immer noch relativ klein. Nichtsdestotrotz war dies ein öffentliches Zugeständnis dafür, dass saubere Energien – und nicht Öl – die Zukunft sind. Shells Rivale Total (WKN:850727) hat bisher wohl mit der Übernahme des Batterienherstellers Saft, dem Kauf von zwei Dritteln der Anteile des führenden Anbieters von Solarlösungen SunPower (WKN:A1JNM7) und weiteren Beteiligungen bei zahlreichen Solarkraftwerkprojekten wohl die größte Investition in erneuerbare Energieträger getätigt.

Chevron (WKN:852552) und BP (WKN:850517) haben sich im vergangenen Jahrzehnt auch immer wieder im Markt für erneuerbare Energien versucht, obwohl beide vor kurzem den Rückwärtsgang eingelegt haben. ExxonMobil (WKN:852549) scheint wirklich der einzige Öl-Riese zu bleiben, der sich weiterhin nur auf fossile Brennstoffe konzentriert. Der Rest versucht, eine Strategie für eine Zeit danach zu finden. Doch diese alt eingesessenen Riesen der Energiebranche haben einen langen Weg vor sich, bis sie sich auch bei erneuerbaren Energien eine ähnliche Stellung erarbeitet haben.

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Ein Umbruch bahn sich an

Jedem ist klar, dass die Revolution der erneuerbaren Energien kommen wird. Solar- und Windenergie werden immer billiger – und damit meine ich richtig billig – und selbst Systeme zur Energiespeicherung durch Batterien, Druckluft oder Wasserstoff werden von Tag zu Tag erschwinglicher. Shell, ExxonMobil, Chevron und Total sehen die Gefahr bereits aus großer Entfernung kommen. Die Frage bleibt, was sie dagegen tun können.

Seine eigene Branche umzukrempeln, ist schwierig. Wenn ein Unternehmen auf Hochtouren läuft, Cash generiert und auf eine jahrzehntelange profitable Historie zurückblicken kann, ist es nahezu unmöglich zuzugeben, dass sich ein Umbruch anbahnt, selbst wenn er wirklich kurz bevorsteht. Microsoft hätte ein tragfähiges Gerät produzieren können, um es mit dem iPhone aufzunehmen, aber es machte mit Windows und Office so viel Geld, dass es sein Geschäft nicht neu erfinden wollte – und so verpasse es die Smartphone-Revolution. SearsJC PenneyWalmart und nahezu jeder andere Einzelhändler verlieren Umsatz an Amazon und das trotz der Tatsache, dass man selbst vor einem Jahrzehnt vorhersehen könnte, dass E-Commerce die Welt im Sturm erobern würde. So lassen sich noch Dutzende Beispiele anführen, als solide, profitable etablierte Unternehmen nicht willens oder in der Lage waren, eine strategische Neuausrichtung auf ein neues Geschäftsmodell zu vollbringen – und das obwohl sie schon Jahre vorher wussten, welche Änderungen auf sie zukommen.

Öl und erneuerbare Energien lassen sich nicht vermischen

Die Idee eines Unternehmens, das einen nahtlosen Übergang von Öl zu Wind- und Solarenergie durchläuft, scheint eigentlich recht einfach. Der Fool-Investor Jason Hall fragte mich vor kurzem, ob ich glaube, ob Total bald auf dem Weg zum Energiegeschäft der Zukunft auch den Rest der SunPower-Anteile kaufen werde. Die Entscheidung würde für Total eigentlich Sinn machen, aber ich halte es zurzeit für eher unwahrscheinlich.  

Es ist schwierig, einen kompletten Wandel auf ein neues Geschäftsmodell vorzunehmen und Total ist ein perfektes Beispiel hierfür. Meinen Quellen zufolge fragte Total SunPower, als es den Großteil seiner Beteiligungen kaufte, nach einem 10-Jahres-Plan – etwas, das in der Branche der fossilen Brennstoffe, in der Unternehmen ihre Investitionen viele Jahre lang im Voraus planen, sehr üblich ist. Doch SunPower hat einen solchen Plan nie erstellt, weil, täten sie dies, er in nur wenigen Monaten veraltet wäre. Die Solarbranche ändert sich so schnell, dass Unternehmen sich den ändernden Bedingungen ständig ohne Vorbereitung anpassen müssen. GTM Research zufolge installierte die Solarbranche im Jahr 2007 Solaranlagen mit einer Kapazität von 2,5 GW. Im Jahr 2017 installiert alleine China dieselbe Leistung alle zwei Wochen! Niemand hätte dies vor einem Jahrzehnt vorhersagen können, geschweige denn damals einen Plan entwickeln können, der unter den heutigen Umständen noch Bestand hätte.

Es wäre für SunPower nahezu unmöglich, jetzt unter dem Deckmantel von Total so wendig zu bleiben, wie es sein müsste. Die bessere Strategie für Total wäre es, seine Mehrheitsbeteiligung zu behalten, das Unternehmen finanziell zu unterstützen, wenn es dies erfordert und vielleicht das Unternehmen in fünf bis zehn Jahren, wenn die Solarbranche reif ist und die Ölbranche sich ihrem Ende nähert, ganz aufkaufen.

Warum große Übernahmen im Bereich erneuerbarer Energien (noch) nicht abzusehen sind

Nur weil große Ölkonzerne nicht über die Unternehmensstruktur, Geschicklichkeit oder das Knowhow verfügen, um heute ein Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien zu führen, bedeutet das nicht, dass sie untergehen werden, wenn sich die Ölvorräte dem Ende neigen. Wenn der weltweite Ölkonsum erst einmal seinen Höhepunkt überschritten hat und Energieunternehmen düstere Tage bevorstehen, werden sie sich gezwungen sehen, ihre Strategien anzupassen. Erst dann werden sie sich ernsthaft mit der Übernahme von Herstellern und Entwicklern von Solaranlagen auseinandersetzen. Doch heute ist eine große Investition in die immer noch sich entwickelnde Branche der erneuerbaren Energien immer noch zu riskant, selbst für finanzstarke Öl-Riesen.

Es gibt einen Grund, warum alt eingesessene Branchen sich in der Regel sehr schwer damit tun, sich neuen Entwicklungen, die die Branche umkrempeln, anzupassen – selbst wenn sie diese schon lange vorher kommen sehen. Es ist schwierig, sich von einem profitablen Geschäftsmodell abzuwenden und zu einer neuen Wachstumsstrategie überzugehen – auch wenn diese eine großartige Zukunft verspricht, wie beispielsweise Solarenergie oder Energiespeicherung. Während es also so aussieht, als würden große Ölkonzerne damit beginnen, erneuerbare Energien ernst zu nehmen, werden sie in einem Jahrzehnt wohl nicht die großen Player im Energiemarkt sein, die sie heute sind. Dazu sind sie einfach nicht in der Lage, in der schnelllebigen Branche der erneuerbaren Energien aufzublühen.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Amazon. The Motley Fool hält ExxonMobil. The Motley Fool empfiehlt Chevron und Total.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 23.7.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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