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Peugeot sackt in China ab – und VW?

Volkswagens Atlas-SUV. Bildquelle: VOLKSWAGEN

Vom chinesischen Automarkt hört man Unterschiedliches. Die Absatzzahlen von Peugeot (WKN:852363) sind brutal eingebrochen, Audi hatte Streit mit den Zulieferern und auch andere melden ein schwaches erstes Halbjahr. Es heißt auch, die lokalen Hersteller würden langsam die Überhand gewinnen im Vergleich zu den binationalen Joint Ventures und den Importeuren.

Man könnte also den Eindruck gewinnen, dass die Party für die großen Autokonzerne vorbei sei. Aber ist die Tendenz wirklich so negativ? Bei genauerem Hinsehen ergibt sich ein differenzierteres Bild.

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Peugeots Probleme …

Nachdem für 2016 noch erfreuliche Zahlen vorgelegt wurden, kommt der neue Opel-Eigentümer in diesem Jahr nicht so richtig in Schwung. Ohne die neue Lizenzfertigung im Iran wäre für den PSA-Konzern im ersten Halbjahr insgesamt ein Rückgang zu verzeichnen gewesen.

Besonders heftig traf es das China-Geschäft, das um fast die Hälfte einbrach. Dort steht jetzt ein Minus von 32 % bei der Marke Peugeot, von 48 % bei der Oberklasse-Marke DS und bei Citroen sogar von 69 %.

Der primäre Grund dafür ist Beobachtern zufolge, dass die Modellpalette einfach nicht mehr auf dem neuesten Stand sei, Trends wie SUVs seien verschlafen worden. Jetzt soll einiges umstrukturiert werden, aber bis sich das wieder in steigenden Verkaufszahlen ausdrückt, könnte noch eine Weile dauern.

Auch die Tatsache, dass aufstrebende lokale Hersteller wie Geely, Changan und Great Wall immer selbstbewusster nach Marktanteilen greifen, macht Peugeot das Leben schwer. Autobild kommentierte kürzlich, dass deren Top-Modelle nur noch in Details der westlichen Konkurrenz hinterherhinkten.

Massenhersteller wie Peugeot sind von dieser neuen Wettbewerbssituation natürlich besonders betroffen. Aber wie steht es um Volkswagen und die anderen?

… sind nicht Volkswagens

Der VW-Konzern hatten im ersten Halbjahr mit anderen Problemen zu kämpfen. Vor allem im Anfangsquartal gingen bei Audi die Verkäufe stark zurück, weil die Händler rebellierten als angekündigt wurde, dass zusätzlich zu FAW zukünftig auch SAIC in die Herstellung und den Vertrieb einsteigen soll. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet und die Tendenz zeigt wieder nach oben.

Ganz anders als bei Peugeot läuft es bei der Marke VW hingegen blendend im Reich der Mitte. Die jetzt vorgelegten Absatzzahlen für den Juni zeigen, dass man auf hohem Niveau nochmal kräftig zulegen konnte. Damit die Spitzenposition auch in Zukunft gehalten werden kann, sind zusätzliche Investitionen in neue Produkte, mehr Lokalisierung und bessere Technologien vorgesehen. Außerdem sollen Partnerschaften ausgeweitet werden. Da steckt viel positive Dynamik drin, wie ich finde.

Lassen sich die Absatzschwierigkeiten also auf Peugeot begrenzen?

Wie es den anderen im ersten Halbjahr ergangen ist

Peugeots Lokalkonkurrent Renault (WKN:893113) meldete wie VW einen Rekordabsatz, wobei das China-Geschäft daran einen großen Anteil hatte. Ähnlich äußerten sich einige der großen japanischen Wettbewerber sowie Daimler (WKN:710000) und BMW (WKN:519000).

Weniger euphorisch waren hingegen die Amerikaner. General Motors (WKN:A1C9CM) meldete immerhin ein stabiles Geschäft mit lediglich minimalen Marktanteilsverlusten. Damit sichert die Gruppe Rang 2 unter den Auslandsmarken weiterhin gut ab.

Ihr ewiger Widersacher Ford (WKN:502391) muss damit leben, sieben Prozent weniger Autos in China abgesetzt zu haben. Ein Trostpflaster stellte immerhin die margenstarke Oberklasse-Marke Lincoln dar, welche trotz Importzöllen fast doppelt so viele Wagen absetzen konnte. Allerdings auf niedrigem Niveau: Um zu Audi und Co. aufzuschließen muss sie das Kunststück noch ein paar weitere Male vollbringen.

Ganz glücklich ist man sicherlich auch in Korea nicht. Die Hyundai-Gruppe, die Volkswagen (WKN:766403) und Peugeot seit Jahren einheizt, muss derzeit einige Rückschläge verkraften. In Europa konnte man mit dem Einstieg in die Oberklasse kaum punkten und in China gab es einen überraschend deutlichen Absatzeinbruch.

Letzteres stellt allerdings kein hausgemachtes Problem dar (wenn man mal davon absieht, dass die großen koreanischen Gruppen („Jaebeols“) eng mit der Politik verflochten sind). Vielmehr kam es zu Boykottaufrufen gegen südkoreanische Produkte allgemein, als das Land mit der Stationierung eines Rakentenabwehrsystems begann.

Es lohnt sich, genau hinzusehen

Die Ursachen für Marktanteilsverluste sind vielfältig: bei Peugeot und Ford ist es die Modellpalette, bei Audi war es ein Streit mit den Händlern und bei Hyundai politisch motivierter Protest. Zudem intensiviert sich der Preiskampf stetig und nicht jeder will in gleichem Maße seine Margen aufgeben.

Insgesamt zeigt sich, dass der chinesische Markt zwar nicht ohne Tücken ist, aber weiterhin die besten Wachstumsaussichten für internationale Hersteller bietet. Denn die große Mehrheit der Autobauer hat im ersten Halbjahr ausgezeichnete Geschäfte im Reich der Mitte gemacht und blickt optimistisch in die Zukunft.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Ford. The Motley Fool empfiehlt Aktien von BMW und Daimler.

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