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4 Dinge, die der Royal-Dutch-Shell-CFO Aktionären mitteilen möchte

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Wir wussten bereits, dass das Management von Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) große Pläne hatte, das Unternehmen nach der Übernahme der BG Group zu transformieren, doch dass es dann so schnell kommt, haben vermutlich nur die wenigsten geglaubt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten nicht nur Anlagegegenstände in Höhe von zweistelligen Milliardenbeträgen verkauft, sondern auch Shells operativer Cashflow scheint darauf hinzudeuten, dass das Management dabei ist, viele ineffizienten Prozesse, die jahrelang auf Shells Gewinn gedrückt haben, zu beseitigen.

Wie du dir vielleicht denken hast, nutzte das Management bei der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen die Gelegenheit, sich für unerwartet hohe Cashflows und dem frühzeitigen Erreichen der Veräußerungsziele fast schon feiern zu lassen, aber bei der Telefonkonferenz gab es noch einige andere Dinge, die viel interessanter waren. Hier sind einige Zitate von Shell-CFO Jessica Uhl, die auf langfristige Entwicklungen des Unternehmens hindeuten könnten.

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Geringere Ausgaben als erwartet

Während des jüngsten Absturzes des Ölpreises reagierte Shells Management schnell, um große ausstehende Kapitalprojekte entweder hinauszuzögern oder ganz zu streichen, um Geld zu sparen. Als das Unternehmen seine Quartalszahlen bekannt gab, fielen die Investitionsausgaben für 2017 deutlich geringer aus, als noch ursprünglich eingeplant. Auf die Frage, ob dies nur ein schwächeres Quartal sei oder man nun mit niedriger als erwarteten Investitionsaufwendungen rechnen müsse, linderte Uhl jegliche Sorgen und sagte, dass man sich nicht aus genehmigten Projekten zurückziehen wird und diese niedrigeren Investitionen stattdessen auf unerwartet geringe Kosten zurückzuführen seien.

„Wie ich bereits erwähnte, sind wir ständig dabei, uns auf verantwortungsbewusste Weise nach kapitaleffizienteren Projekten umzuschauen. Werden wir also weiterhin versuchen, diese Zahl aus einer kapitaleffizienten Sicht herunterzuschrauben? Ja. Aber bezüglich der genehmigten Arbeiten oder der Durchführung von Projekten halten wir immer noch an unserem derzeitigen Wachstumsplan und den Investitionsplänen, die wir ausgegeben haben, fest.“

Bildquelle: GETTY IMAGES.

In Zukunft eher weniger ein Öl- und Gasförderer

Bei der Bewertung eines Öl- oder Gasproduzenten ist der Blick auf seine Rohstoffreserven entscheidend. Im Grunde genommen zeigen sie, wie lange das Unternehmen seine derzeitige Produktion am Laufen halten kann. Shells derzeitige Reserven-Lebensdauer ist recht kurz – zumindest im Vergleich zu seinen Mitstreitern aus der Öl- und Gasbranche. Auf die Frage, ob dies eine Folge des Ölpreises sei – der ein entscheidender Faktor für die Reserven-Lebensdauer ist – oder dem Unternehmen die Reserven ausgehen, entgegnete Uhl, dass die Zukunft des Unternehmens in viel mehr als nur der Produktion liege.

„Ich glaube, dass die Reserven-Lebensdauer nicht unbedingt die wertvollste Kennzahl ist, um unser Geschäft und unser Potenzial für zukünftige Wertschöpfung zu verstehen. Wir verfügen über ein Downstream-Geschäft, das beachtliche Gewinne abwirft – also ein wichtiger Cashflow, der nicht an diese Kennzahl gebunden ist. Im Geschäftsbereich „Integrated Gas“ gibt es viele Wachstumsmöglichkeiten, die unabhängig von der Ressourcenbasis sind. Und dann gibt es im unkonventionellen Geschäftsbereich eine Umwandlung von Ressourcen zu Reserven, die nicht in der Reserve-Bilanz auftauchen. Ich glaube also, dass es ziemlich komplex ist, zu verstehen, was zur Wertschöpfung und Cash-Generierung unseres Unternehmens beiträgt und Reserven nicht zwangsweise die beste Kennzahl sind, um unser Geschäft zu bewerten. Wie ich bereits sagte, sind wir mit unserer derzeitigen Wachstumsagenda und den Projekten, die wir initiieren, um dem Rückgang entgegenzutreten und Portfolio-Änderungen zu erreichen, sehr zufrieden.“

Dies ist ein interessanter Gedankengang. Er legt nahe, dass Shell sozusagen einverstanden damit ist, ein Unternehmen zu sein, das eher auf Veredelung, Chemikalien, Flüssigerdgas und das Handelsgeschäft setzt, anstatt ein reiner Ölproduzenten zu sein. Außerdem scheint sich dies mit einer früheren Aussage von Shell zu decken, in der das Unternehmen mitteilte, dass es plant, beginnend mit dem Jahr 2020 jährlich 1 Milliarde US-Dollar in Projekte im Bereich erneuerbarer Energien zu investieren. Vielleicht ist dies das neuste Zeichen dafür, dass das Unternehmen wirklich für eine Zukunft nach fossilen Energieträgern plant.

Aktienrückkäufe

Wie gewöhnlich, wenn der CFO schon einmal für Fragen bereitsteht, fragten einige Analysten nach den derzeitigen Kapitalverwendungsplänen des Unternehmens. Insbesondere wollten sie mehr zu Shells Aktienrückkaufplänen erfahren. Als Shell damit begann, einen Plan für die Zeit nach der Akquisition der BG Group zu erstellen, bestand ein großer Teil davon aus einem massiven Aktienrückkaufprogramm, um die durch die Akquisition bedinge Aktienverwässerung auszugleichen.

Das Aktienrückkaufprogramm sollte im Jahr 2017 beginnen, doch der Ölpreis spielte nicht mit und Shell hatte keinen ausreichend hohen Einkommensstrom, um seine Ziele zu erreichen. Also fragte ein Analyst Uhl, wie die Cash-Reserven eingesetzt werden sollen und welche Bereiche erst einmal in den Hintergrund gerückt werden, wenn der Ölpreis weiterhin so niedrig bleibt.

„Bezüglich der Rückkäufe bleiben unsere Absichten unverändert, wir stehen also immer noch zu den ursprünglich ausgegebenen Zielvorgaben unseres Aktienrückkaufprogramms. Der Plan war an gewisse Preisvoraussetzungen geknüpft und Preise sind niedriger, als ursprünglich geplant. Aber was Sie sehen, ist ein kompletter Fokus auf unsere Geschäftstätigkeiten, auf unsere Strategie, auf die Synergien und die komplette strategische Grundlage, die diese Transaktion umgibt. Wir konzentrieren uns auf diese Bereiche, auf konstante Cashflows, wie ich vorher bereits sagte, auf den Abbau von Schulden auf einen Verschuldungsgrad von 20 % — und dann schauen wir auf Aktienrückkäufe. Und wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Voraussetzungen für eine möglichst baldige Durchführung dieses Plans zu schaffen.“

Der Grund für den Verkauf der Ölsand-Sparte

Shells jüngster Deal über den Verkauf seiner Ölsandabbau-Sparte kam ziemlich überraschend. Das Unternehmen plante, sich von einigen Aktiva, die in das kombinierte Portfolio mit der BG Group nicht optimal hineinpassen, zu trennen und hatte vor, Kapital aufzubringen, um Verbindlichkeiten abzuzahlen und Aktien zurückzukaufen. Doch was über den Verkauf der Ölsand-Sparte erstaunte, war, dass sie eine immens große Anlage war, die rein optisch in das Unternehmen gepasst hätte.

Folglich gab es einige Fragen zu den Hintergründen des Verkaufs der Ölsand-Sparte zu einem Preis von 7,25 Mrd. US-Dollar an Canadian Natural Resources und danach, ob es einige sekundäre Motive gab, wie beispielsweise den Versuch, die CO2-Bilanz zu verringern.

„Als wir über unser Portfolio und unser Unternehmen und die Bereiche, wo wir Wettbewerbsvorteile erreichen können, nachgedacht haben, hat die Sparte langfristig gesehen nicht mehr in unser Portfolio gepasst. Es gibt Teile des Geschäfts, Teile der integrierten Wertschöpfungskette und die Beziehung zu dem Geschäftsbereich „Downstream“, wo wir Wertschöpfung und auch die Möglichkeit für uns sehen, differenzierten Wert zu schaffen. Ich glaube also, es geht darum, sich im Klaren zu sein, wie unsere Strategie aussieht, wo man einen Wettbewerbsvorteil erreichen will und wie man dazu ein passendes Veräußerungs- und Portfolioprogramm aufbauen kann.“

Nach dieser Telefonkonferenz verkündete Shell, dass es plant, Anteile an Canadian Natural Resources in Höhe von 4,1 Mrd. US-Dollar, die es im Rahmen des Ölsand-Deals erhalten hatte, zu verkaufen. Shell ist in der Tat nur eines von vielen Unternehmen, die sich derzeit von Ölsand-Aktiva trennen und kanadische Ölunternehmen kaufen diese auf. Aus einer Portfoliomanagement-Perspektive ergibt dies großen Sinn. Die meisten Ölsandoperationen haben mehr Gemeinsamkeiten mit Bergbau-Operationen als mit der Öl- und Gasförderung. Also passt diese Sparte nicht wirklich in das klassische Geschäft von Ölförderern. Investoren sollten nicht überrascht sein, wenn wir in Zukunft noch weitere solcher Deals beobachten werden, obwohl Deals in diesem Ausmaß wohl eher die Ausnahme bleiben.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Tyler Crowe auf Englisch verfasst und am 19.7.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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