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Quartalsbericht von Netflix: Welche Verlangsamung?

In den letzten Monaten gab es bei Netflix (WKN:552484) einige Turbulenzen. Die Bullen wiesen auf das riesige Gewinnwachstum im Jahresvergleich hin, das Netflix in Q1 gemeldet hatte. In der Zwischenzeit haben die Bären darauf hingewiesen, dass sich das Abonnentenwachstum im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum deutlich verlangsamt habe. Darüber hinaus wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 100 gehandelt.

Im zweiten Quartal konnte Netflix allerdings sehr gutes Abonnentenwachstum melden und das obwohl Q2 üblicherweise ein schwaches Quartal ist. Darüber hinaus stiegen die operativen Einnahmen im Jahresvergleich. Das Wachstum ist also intakt.

Die Zahlen

Im letzten Quartal konnten die Umsätze und die operativen Einnahmen etwas mehr als im Ausblick angegeben gesteigert werden. Der Deckungsbeitrag für die USA und das internationale Segment war auch etwas besser als erwartet. Im Vergleich mit Q2 2016 stellte er einen großen Fortschritt dar. Das Abonnentenwachstum war aber das interessanteste im letzten Quartal.

Kennzahl Ausblick April Tatsächliche Zahlen
Gesamtumsatz 2,76 Milliarden USD 2,79 Milliarden USD
Operative Einnahmen 120 Millionen USD 128 Millionen USD
Neue Kunden, USA 0,60 Millionen 1,07 Millionen
Deckungsbeitrag, USA 552 Millionen USD 560 Millionen USD
Neue Kunden, international 2,60 Millionen 4,14 Millionen
Deckungsbeitrag, international (28 Millionen USD) (13 Millionen USD)

Datenquelle: Netflix, Briefe an die Aktionäre Q1 und Q2. Grafik: Autor.

Im April erwartete Netflix 3,2 Millionen Neukunden in Q2. Stattdessen konnte das Unternehmen 5,2 Millionen Nettoneukunden in diesem Quartal von sich überzeugen. Ein Großteil davon kam aus dem internationalen Markt, wo Netflix den Ausblick um mehr als 1,5 Millionen Kunden übertreffen konnte. Selbst in dem relativ reifen einheimischen Markt konnte Netflix 500.000 Kunden mehr als erwartet für sich gewinnen.

Das Wachstum erhöht sich

Basierend auf dem Ausblick für das zweite Quartal schien es, als würde das Mitgliederwachstum in der ersten Jahreshälfte 2017 zweistellig einbrechen. Am Ende des Tages konnte Netflix aber 21 % mehr Abonnenten in den ersten 6 Monaten 2017 von sich überzeugen als im Vorjahreszeitraum.

Diese Wachstumserhöhung ist bemerkenswert, weil Netflix die globale Expansion schon im Januar 2016 beendet hatte. Damit wurde das Abonnentenwachstum in den ersten Monaten des letzten Jahres deutlich erhöht. Die letzte Welle der Neukunden kam vorrangig aufgrund der Eigenproduktionen.

Während der Telefonkonferenz zum ersten Quartal merkte CFO David Wells an, dass das Unternehmen für das zweite Quartal starke Veröffentlichungen angesetzt hatte. Aber selbst die Führungsriege von Netflix hatte unterschätzt, wie die Kunden auf diesen Content reagieren würden. Das Timing der Eigenproduktionen scheint inzwischen wichtiger geworden zu sein als die saisonalen Bedingungen.

Ein Blick in die Zukunft

Netflix investiert weiterhin jede Menge, um neuen Content zu produzieren. Daher ist der freie Cashflow dieses Jahr wieder im negativen Bereich, obwohl das Unternehmen ein starkes Umsatzwachstum vermelden konnte.

Diese Investitionen werden sich aber noch auszahlen, wenn der eigene Content von Netflix weiterhin zu so vielen Neukunden führt. Netflix baut sich gerade eine Basis an wiederkehrenden Umsätzen auf. Langfristig wird das einen starken freien Cashflow bedeuten. Daher ist es auch nicht überraschend, dass sich die Bullen über die Ergebnisse des zweiten Quartals so gefreut haben. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um mehr als 10 %.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 17.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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