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Diese 3 Trends könnten auf einen rasanten Anstieg des Ölpreises hindeuten

Pessimismus ist in diesen Tagen in der Ölbranche allgegenwärtig. Analysten schrauben ihre Ölpreisprognosen herunter und geben düstere Vorhersagen heraus. Was die Situation noch schlimmer macht, ist, dass Ölvorräte trotz der Bemühungen der OPEC, die Marktnachfrage zu verringern, deutlich über ihrem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre liegen. Schuld daran war eine Kombination aus schwächerem Nachfragewachstum und höherer Produktion von Schieferölproduzenten aus den USA sowie von Libyen und Nigeria, die von den Output-Drosselungsmaßnahmen der OPEC befreit sind.

Jüngste Daten suggerieren aber, dass sich die Branche langsam wieder erholt. Wenn folgende drei entscheidenden Entwicklungen weiter anhalten, könnte der Erdölpreis sogar schon in den kommenden Monaten beginnen, sich zu erholen. Und dies wären für Öl-Aktien natürlich ausgesprochen gute Nachrichten.

Das Nachfragewachstum steigt

Mitte Juli veröffentlichte die Internationale Energieagentur (IEA) ihren monatlichen Ölmarktbericht. Eine Kennzahl, die herausstach, war die Ölnachfrage. Die Agentur fand heraus, dass die Ölnachfrage nach einem schwachen Anstieg im ersten Quartal um 1 Million Barrels pro Tag (MMbpd) das Wachstum der globalen Ölnachfrage im zweiten Quartal dieses Jahres auf 1,5 MMbpd anstieg. Aus diesem Grund hat die IEA ihre Nachfrageprognosen für 2017 um 100.000 bpd (barrels per day) auf 1,4 MMbpd. Erhöht. Für das nächste Jahr rechnet die Agentur mit einem weiteren Anstieg um 1,4 MMbpd. Dann würde sich der globale Ölkonsum auf 99,4 MMbpd belaufen.

Ölvorräte sinken schneller als erwartet

Die steigende Nachfrage sorgte in Verbindung mit den Output-Drosselungen der OPEC in den vergangenen Wochen für einen deutlichen Abfall der US-Ölvorräte. Der US-Energieinformationsbehörde zufolge fielen die Erdöllagerbestände vergangene Woche um 7,6 Mio. Barrels und lagen somit deutlich über der Konsensschätzung von 2,85 Mio. Barrels. Die Woche zuvor fielen die US-Reserven um 6,3 Mio. Barrels – auch dies war mehr als drei Mal so hoch, als Analysten erwartet hatten. Zwar liegen die Ölvorräte für diese Zeit des Jahres immer noch in der oberen Hälfte des durchschnittlichen Wertes der letzten fünf Jahre, doch sie sind in den vergangenen Wochen mit flottem Tempo gefallen. Wenn dieser Trend anhält, ist es ein Zeichen dafür, dass der Markt sich zusammenzieht. Dann könnte auch der Erdölpreis wieder steigen.

Treten Schieferölproduzenten auf die Bremse?

Einer der Gründe, warum der Ölpreis in diesem Jahr deutlich unter den Erwartungen lag, ist der steigende Output von Schieferölproduzenten. Unternehmen wie Devon Energy (WKN:925345) vermeldeten Produktionsergebnisse, die alle Prognosen übertrafen. Im Fall von Devon Energy lag die Produktion im ersten Quartal erstaunliche 5.000 bpd über dem oberen Limit seiner Prognose. Devon vermeldet auch weiterhin beeindruckende Zahlen und berichtete vor kurzem, dass eine seiner Bohranlagen einen Rekordwert von 6.000 Rohöläquivalente-Barrels pro Tag erreicht hat. Dies stellte im US-Bundesstaat Oklahoma mit großem Abstand einen neuen Rekord ein.

Auch Concho Resources (WKN:A0MRUV) und Marathon Oil (WKN:852789) übertrafen ihre Produktionsprognosen im ersten Quartal. Concho Resources erzielte dank starker Ergebnisse im Permian-Becken ein organisches Ölproduktionswachstum gegenüber dem vorangegangenen Quartal von 13 %. Marathon Oil profitierte dahingegen in diesem Quartal von einer Output-Steigerung seiner „Eagle Ford“ Bohranlage um 7 %.

Aufgrund dieser starken Q1-Ergebnisse haben alle drei Unternehmen ihre Ganzjahresprognosen entweder bestätigt oder erhöht. Concho und Marathon rechnen für dieses Jahr mit einem Produktionswachstum von 20 % bzw. 25 %. Prognosen wie diese haben auch dazu geführt, dass die EIA ihre Schätzungen für die gesamte US-Ölproduktion für dieses Jahr auf 9,3 MMbpd erhöht hat – vergangenes Jahr betrug sie noch 8,9 MMbpd.

Jedoch zeigen die jüngsten Daten auch, dass einige Ölproduzenten aufgrund des niedrigen Ölpreises auf die Bremse treten. So ist beispielsweise bei Baker Hughes (WKN:A2DUAY) die Anzahl der aktiven Bohranlagen in den vergangenen drei Wochen stagniert oder hat sogar abgenommen. Da es in den vergangenen 25 Wochen diesbezüglich 24 Mal einen Zuwachs vermeldete, ist dies nun ein bemerkenswerter Rückgang. Dies scheint mit den Aussagen einiger Ölproduzenten übereinzustimmen, die gesagt haben, dass sie ihre Produktion angesichts des heutigen Erdölpreises zurückfahren würden. So riet beispielsweise Continental Resources CEO Harrold Hamm vor kurzem seinen Mitstreiter in einem Interview mit CNBC warnend, „zurückzuziehen, umsichtig zu sein und Disziplin an den Tag zu legen…. Dies ist das, was wir bei Continental jetzt machen und andere CEOs, so glaube ich, gehen genau denselben Weg“. Unterdessen plant WPX Energy (WKN:A1JC97), dieses Jahr zehn Bohranlagen zu betreiben und im Jahr 2018 drei weitere in Betrieb zu nehmen, um sein Produktionswachstum zu beschleunigen. Jedoch teilte das Unternehmen vor kurzem mit, dass es unter Umständen keine weiteren Anlagen in Betrieb nehmen wird, wenn der Ölpreis auf dem derzeitigen Niveau verharrt.

Eine Sache, die Investoren eng im Auge behalten sollten, wenn Ölproduzenten in einigen Wochen ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vermelden, sind die Pläne zu ihren aktiv betriebenen Bohranlagen. Beispielsweise ging Continental Resources’ ursprüngliche Prognose davon aus, eine weitere Bohranlage in Betrieb zu nehmen und die Anzahl der Crews zur Durchführung von Bohrlochvollendungsmaßnahmen von fünf auf sieben aufzustocken, womit das Unternehmen in der Lage wäre, bis Ende dieses Jahres 19 – 24 % mehr Öl zu fördern. Den Äußerungen des CEO zufolge könnte das Unternehmen nun aber auch ankündigen, dieses Jahr weniger Bohrlochvollendungscrews einzusetzen und seine Produktion zurückzufahren, bis sich Ölpreise wieder erholen. Wenn mehrere Produzenten ankündigen sollten, ihre Wachstumsambitionen zügeln zu wollen, wäre diese ein Zeichen an den Markt, dass Ölförderer es ernst meinen und ihre Produktion nicht um jeden Preis erhöhen wollen. Dieses Verhalten könnte dann eventuell den Ölpreis in Höhe treiben.

Fazit für Investoren

Auch wenn der Ölmarkt derzeit sicherlich nicht seine besten Zeiten durchmacht, deuten eine wachsende Nachfrage, starke Rückgänge der Ölvorräte und eine verlangsamte Produktion der Schieferölförderer darauf hin, dass der Markt so langsam beginnen könnte, sich zusammenzuziehen. Diese Entwicklungen könnten den Ölpreis schon Ende dieses Jahres wieder auf Bergfahrt senden – insbesondere dann, wenn gleich mehrerer Ölproduzenten vermelden sollten, dass sie bereit sind, ihre überaus ambitionierten Wachstumsprogramme zurückzufahren. Ein steigender Ölpreis würde höchstwahrscheinlich auch die Kurse von Öl-Aktien in die Höhe treiben, was bedeutet, dass nun ein exzellenter Zeitpunkt für Investoren sein könnte, sich erstklassige Öl-Aktien zuzulegen und von einem potenziellen Aufwärtstrend zu profitieren.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 17.7.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.