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4 Anzeichen, dass Snap ein neues Management braucht

Quelle: Media Kit Snap Inc.

Snap (WKN:A2DLMS), das Unternehmen hinter Snapchat, fiel vor kurzem unter den Kurs des Börsenganges von 17 US-Dollar. Aber es kommt noch schlimmer, Morgan Stanley (WKN:885836) stufte die Aktie von Übergewichten auf Halten herab und senkte das Kursziel von 28 US-Dollar auf 16 US-Dollar.

Ich habe die Investoren schon vorher gewarnt. Das Nutzerwachstum verlangsamt sich, das Unternehmen verbrennt jede Menge Geld und die Zukunftspläne sind zweideutig. Jetzt, da die Bewertung auch noch einbricht, ist das eine gefährliche Aktie. Heute möchte ich vier Warnhinweise besprechen, die andeuten, dass das Unternehmen ein neues Management gebrauchen könnte.

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1. Geld für die Insider, Verluste für die Investoren

Snap meldete im letzten Quartal einen Verlust von 2,2 Milliarden US-Dollar verglichen mit nur 150 Millionen US-Dollar Umsatz. Ein Großteil dieses Verlustes waren zwei Milliarden US-Dollar an aktienbasierter Vergütung, wozu über 550 Millionen US-Dollar für einen der Gründer und CEO Evan Spiegel gehörten.

Das deutet schon an, dass Snap wie viele andere junge Tech-Unternehmen aktienbasierte Vergütungen benutzen, um niedrigere Gehälter auszugleichen. Wenn ein Unternehmen zu abhängig von diesen Bonuszahlungen wird, dann wird es schwierig, GAAP-Gewinne zu vermelden.

2. Keine Gewinne in den nächsten drei Jahren

Selbst wenn wir die aktienbasierten Vergütungen abziehen, hat Snap immer noch ein negatives bereinigtes EBITDA von 188 Millionen US-Dollar im letzten Quartal erzielt. Morgan Stanley erwartete, dass Snap ein positives bereinigtes EBITDA von 406 Millionen US-Dollar bis zum Jahr 2020 erzielen würde.

Vor kurzem warnte die Bank, dass Snap mindestens bis zum Jahr 2020 keine Gewinne machen würde. In der kurzlebigen Welt der sozialen Medien sollten sich die Investoren fragen, ob Snap jemals Relevanz erreichen wird. Die übergroßen aktienbasierten Vergütungen werden die Barreserven des Unternehmens trockenlegen. Dann braucht das Unternehmen Schulden oder muss weitere Aktien ausgeben.

3. Unrealistische Umsatzziele

Das Management glaubt, dass das Unternehmen dieses Jahr Umsätze in Höhe von einer Milliarde US-Dollar generieren kann. Das wäre ein Wachstum von 147 % verglichen mit dem Jahr 2016. Das ist schwer zu erreichen, besonders da die Zahl der täglich aktiven Nutzer im letzten Quartal nur um 5 % sequentiell auf 166 Millionen gestiegen war. Der Durchschnittsumsatz pro Nutzer fiel dagegen.

Ein großer Teil dieser Stagnation liegt an Instagram von Facebook (WKN:A1JWVX), das eine Reihe von Funktionen von Snapchat im letzten Jahr auch bei sich selbst einführte. Instagram Stories hatte Ende Juni 250 Millionen täglich aktive Nutzer, während es im Januar noch 150 Millionen gewesen waren.

4. Snap ist gegenüber Facebook und Instagram machtlos

Im Jahr 2013 lehnte Snap ein Übernahmeangebot in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar ab, jetzt möchte Facebook Snap aus dem Markt fegen. Aufgrund dieses Druckes erwarten die Investoren wahrscheinlich, dass das Management mit neuen Funktionen oder Werbeprodukten antworten wird. Das ist aber bisher nicht passiert. Ein Großteil der Werbeumsätze von Snap kommt immer noch von Fullscreen-Videoanzeigen, gesponserten Geofiltern und gesponserten Linsen. Das sind alles Funktionen, die Instagram direkt angegriffen hat.

Instagram hatte schon Videoanzeigen und fügte im März die Geosticker und Gesichtsfilter im Mai hinzu. Vor kurzem gab das Unternehmen den Werbekunden gesponserte Linsen kostenlos. Facebook integriert auch Funktionen und Nutzerdaten von seinem sozialen Netzwerk von fast 2 Milliarden monatlich aktiven Nutzern bei Instagram. Das ist ein Vorteil, den Snap nicht hat.

Snaps Antwort auf diese Bedrohung ist bisher etwas verwirrend. Das Unternehmen kaufte kleinere Unternehmen wie den Hersteller von Geofiltern Placed und den App-Hersteller für Social-Media-Karten Zenly. Dann holte sich das Unternehmen noch einige Geofilter-Patente und sprach davon, ein Kameraunternehmen werden zu wollen. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Maßnahmen Instagram verlangsamen oder Snap einen Vorteil verschaffen werden.

Unterm Strich

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Snap Spiegel und den Rest der Bosse ersetzen wird. Spiegel besitzt 44 % der Stimmrechte an dem Unternehmen und die Class-A-Aktien, die während des Börsengangs verkauft wurden, verfügen über keine Stimmrechte.

Snap befindet sich aber auf sehr dünnem Eis und es sieht so aus, als wäre die Aktie mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 35 extrem teuer. Das ist mehr als das Fünffache des Industriedurchschnitts. Wenn das Management von Snap nicht bald die Kurve kriegt, dann könnte die App von Instagram oder anderen social Media-Apps für obsolet erklärt werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 17.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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