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Warum IBM gute Zahlen melden muss

Foto: IBM.

Nachdem die Aktie im Jahr 2016 um 20 % gestiegen war, fiel International Business Machines (WKN:851399) dieses Jahr wieder zurück in negatives Territorium. Im Jahresvergleich verlor das Wertpapier 7,5 % aufgrund eines enttäuschenden ersten Quartalsberichts. IBM konnte die Gewinnschätzungen übertreffen, die verspätete Abwicklung einiger wichtiger Serviceverträge führte aber dazu, dass die Umsatzziele verpasst wurden.

IBM kann sich mit dem zweiten Quartalsbericht wieder reinwaschen, der am 18. Juli nach Börsenschluss veröffentlicht wird. Einer dieser verspäteten Verträge ist ein 1,7 Milliarden-Dollar Servicepaket für eine größere britische Bank. Dieser wurde im zweiten Quartal abgeschlossen. Gleiches gilt für einen Vertrag mit sieben europäischen Banken, um eine Handelsfinanzplattform basierend auf der Blockchain-Technologie aufzuziehen. Diese Technologie bildet auch die Basis für digitale Währungen wie Bitcoins.

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Ein weiterer Rückgang bei den Umsätzen ist wahrscheinlich, was die Pechsträhne von IBM auf 21 aufeinanderfolgende Quartale erhöhen wird. Das Unternehmen konnte die durchschnittliche Analystenschätzung beim Gewinn in den letzten 10 Quartalen übertreffen. Ein weiteres Mal wären gute Nachrichten für die Investoren. IBM würde auch wahrscheinlich seinen Ausblick für die Gewinne und den freien Cashflow des Gesamtjahres überarbeiten.

Was die Analysten erwarten

Im Durchschnitt erwarten die Analysten für das zweite Quartal Umsätze von 19,4 Milliarden US-Dollar, was einen Rückschritt von 3,8 % im Jahresvergleich darstellt. Das ist sogar noch mehr als die 2,8 %, die IBM im ersten Quartal schon verloren hatte. Es scheint vielleicht etwas zu pessimistisch für meinen Geschmack. Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten ein Minus beim Umsatz von 2,1 %.

Beim bereinigten Gewinn pro Aktie werden 2,75 US-Dollar erwartet. Im Vorjahreszeitraum waren es 2,95 US-Dollar. IBM erwartet, dass 37 % des bereinigten Gewinns pro Aktie in der ersten Jahreshälfte generiert werden. Der Rest soll dann in der zweiten Jahreshälfte folgen. Die durchschnittliche Analystenschätzung geht auch von 37 % aus und erwartet, dass IBM den Gesamtjahresausblick erfüllen kann.

In der zweiten Jahreshälfte soll auch noch ein neues Mainframesystem auf den Markt kommen. Erhöhte Umsätze und geringere Ausgaben für die Entwicklung dieser Systeme in der zweiten Jahreshälfte sollten den Umsatz und den Gewinn erhöhen. Das ist möglich, aber nicht sicher. Das neue Mainframesystem könnte allerdings wieder zu steigenden Umsätzen führen.

Ein Analyst glaubt, dass es für IBM aber schlimmer wird. Ein Analyst bei Jefferies senkte das Kursziel um 10 US-Dollar auf 125 US-Dollar pro Aktie. Er spricht von Problemen bei der künstlichen Intelligenz und scharfen Wettbewerb für Mitarbeiter im Bereich künstliche Intelligenz.

Die Cloud

Ein Bereich, auf den die Investoren achten sollten, ist das Cloud-Geschäft. Ende des ersten Quartals erreichten die Cloud-Umsätze der letzten 12 Monate 14,6 Milliarden US-Dollar. Die jährlich erwarteten Umsätze von Cloud-Dienstleistungen betragen 8,6 Milliarden US-Dollar. Das stellt ein Plus von 59 % im Jahresvergleich dar.

Das Wachstum im Cloud-Geschäft und andere strategische Imperative sind aber noch nicht genug, um die Rückgänge des bestehenden Geschäftes auszugleichen. Wann dieser Punkt erreicht sein wird, ist weiterhin unklar. Das neue Mainframesystem wird temporär Abhilfe schaffen, aber große Absatzzahlen werden sich nur ein paar Quartale lang halten können.

Die Gelegenheit von IBM bei der Cloud besteht darin, für große Unternehmen zu arbeiten. Der Servicevertrag für 1,7 Milliarden US-Dollar aus dem zweiten Quartal ist ein Beispiel dafür, wie IBM sein Geschäft ausbauen kann. Lloyds, die besagte britische Bank, kann auf eine lange Geschäftsbeziehung mit IBM zurückblicken. Dieses Geschäft stellt auch eine Erweiterung dieser Beziehung dar. Die bestehende Kundenbasis von IBM wird noch sehr wichtig werden, wenn diese Organisationen mehr in die Cloud verlagern wollen.

Wie in jedem aktuellen Quartalsbericht von IBM wird es gute und schlechte Nachrichten am 18. Juli geben. Das Cloud-Geschäft wird wahrscheinlich robustes Wachstum zeigen, die Gesamtumsätze werden sinken, da die neuen Sparten die Rückgänge der alten Sparten noch nicht ausgleichen können. Langfristig orientierte Investoren, die seit Jahren auf zusätzliches Wachstum warten, werden wohl noch etwas länger warten müssen.

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Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und am 14.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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