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Dieser Finanzkonzern macht mehr Gewinn als Apple und beschämt die Deutsche Bank

Foto: Bearbeitet,"Deutsche-Bank-Frankfurt-am-Main" by © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons).

In einem früheren Artikel habe ich dargestellt, dass Huawei eine größere Forschungsorganisation als Apple (WKN:865985) hat. Diesmal zeige ich, dass ein anderer chinesischer Konzern, nämlich die Chinesische Industrie- und Handelsbank ICBC (WKN:A0M4YB) mehr Gewinne schreibt, als die legendären Handy-Designer aus Kalifornien.

Besonders interessant ist aber ein Vergleich der Kennzahlen der ICBC mit der Deutschen Bank (WKN:514000). Insbesondere der Blick auf die Gehaltsliste bringt Erstaunliches zutage.

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Das ist die ICBC

Bei uns ist dieser Gigant nicht sonderlich bekannt. Aber auf der Forbes-Liste der größten börsennotierten Konzerne der Welt steht die ICBC an erster Stelle. Zwar ist Apple um einiges größer, was die Marktkapitalisierung (also die Börsenbewertung) angeht, aber beim Vermögen ist die Bank einsame Spitze.

Selbst bei der Generierung von Gewinnen hatten die Chinesen im ersten Quartal dieses Jahres zu aktuellen Umrechnungskursen die Nase knapp vorn. Beide wiesen etwas mehr als 11 Mrd. US-Dollar aus. Das finde ich ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass gewisse Beobachter behaupten, dass die chinesische Wirtschaft vor allem aus aufgeblasenen maroden Krediten bestehen würde. Das passt irgendwie nicht zusammen.

Da bist du vielleicht neugierig, wem dieser Goldesel eigentlich gehört. Nicht ganz überraschend für den Einparteienstaat, haben staatliche Stellen hier mehrheitlich ihre Finger im Spiel, darunter sehr prominent das Finanzministerium und ein weiterer staatlicher Investmentarm mit jeweils knapp 35 %.

Aber auch unter den Fittichen des Staates gedeiht die Bank offenbar prächtig. Die Internationalisierung ist bereits weit fortgeschritten. Die globale Präsenz ist in wenigen Jahren auf rund 60 Länder ausgedehnt worden. Zuletzt wurde die Eröffnung einer Niederlassung in der Tschechischen Republik gemeldet.

Daneben spielt die ICBC beim Prestige-Projekt der chinesischen Parteiführung, dem Belt-and-Road-Programm zur ökonomischen Konzertierung von weiten Teilen Asiens und Europas, eine wichtige Rolle. Dutzende Institutionen zur Förderung des Programms wurden in diversen Ländern der Region gegründet und Hunderte Projekte mit Darlehen ausgestattet. Rund 400 Milliarden US-Dollar will man dafür in die Hand nehmen.

Zudem ist der Konzern auf der Südhalbkugel recht umtriebig, wohl primär, um Großinvestitionen mit chinesischer Beteiligung mit Kapital auszustatten. So erhielt kürzlich etwa ein großer Eisenerz-Betrieb in Peru eine halbe Milliarde US-Dollar zum Ausbau der Kapazitäten. Aber auch um Privatkunden wird in vielen Ländern geworben.

Übrigens strebt die Bank nicht nur die Spitzenposition an, was die schiere Größe angeht. Auch bei der Digitalisierung gibt sie sich äußerst ambitioniert. Da können sich die Deutsche und die Commerzbank (WKN:CBK100) vermutlich noch das ein oder andere abgucken — und nicht nur dort.

Der Vergleich mit der Deutschen Bank

Früher einmal war die Deutsche Bank der Krösus, wenn es um die Bilanzsumme ging, unter anderem, weil ein großer Teil der deutschen Wirtschaft auf klassische Bankkredite setzte. Heute ist die ICBC mehr als doppelt so groß.

Noch krasser ist der Blick auf das Eigenkapital. Dort steht bei den Deutschen ein per Kapitalerhöhungen auf 60 Mrd. Euro aufgepäppelter Wert. Bei den Chinesen staune ich über einen schnell aus Gewinnrücklagen wachsenden Wert in Höhe von 262 Mrd. Euro zum 31. März. Nebenbei bemerkt: Bei Apple sind es „nur“ 117 Mrd. Euro zum selben Zeitpunkt.

Interessant erscheint mir auch das Thema Personal. Die ICBC hatte Ende letzten Jahres 461.749 Mitarbeiter. Für sie gab die Finanzgruppe umgerechnet 31.590 Euro pro Kopf aus. Der Vergleichswert für die 99.744 Mitarbeiter der Deutschen Bank liegt bei stattlichen 119.045 Euro, also fast viermal so viel.

Das erklärt sich schnell, wenn man einen Blick auf die Vergütungsberichte wirft. Während bei der Deutschen Bank Hunderte Mitarbeiter eine Lohntüte von über einer Million Euro jedes Jahr nach Hause tragen, bekommt bei den Chinesen selbst der Vorstandschef Gu Shu nur unfassbar geringe 71.540 Euro (exakt 554.700 Yuan Renminbi und zwar brutto!), der Chairman unwesentlich mehr.

Da lobe ich mir doch irgendwie den Sozialismus und es entlarvt die Behauptung als Lüge, dass qualifizierte Mitarbeiter nur gewonnen werden können, wenn man sie mit Geld zuschüttet. Bei vielen westlichen Banken wurde einfach über Jahre schamlos zugegriffen auf Kosten der Kunden, Steuerzahler und Aktionäre.

Mit der ICBC ist zu rechnen

In China hat sich hingegen mit staatlicher Unterstützung und Kontrolle ein offenbar hocheffizienter Gigant entwickelt, der sich anschickt, ein leistungsfähiges weltweites Netzwerk aufzuziehen. Auch was den Einsatz von modernen Technologien angeht, gibt sich die ICBC sehr ambitioniert. Dank der schieren Größe und der selbst Apple übertreffenden Gewinne kann sie sich letztlich jeden Aufwand leisten.

Gerade die weltweit einheitliche IT-Plattform erzeugt Skaleneffekte, die ständig weiter ausgebaut werden können. Die Brötchen, welche die deutschen Konkurrenten backen, wirken dagegen ziemlich klein.

Die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte jedem höher gestellten Deutschbanker der Vergütungsbericht. Die Chinesen zeigen, dass es auch anders geht und werfen die Frage auf, ob die hierzulande bereits erfolgten Einschnitte beim Top-Management bereits ausreichend sind.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple.

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