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Royal Dutch Shell: Ergebnishalbierung im zweiten Quartal?

Foto: The Motley Fool

Investoren von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) werden oft hellhörig, wenn die aktuellen Quartalszahlen näher rücken. Viele erhoffen sich wesentliche Erkenntnisse bezüglich der derzeitigen Situation des Dividendenlieblings.

Wichtige Fragen sind hierbei oft: Wie hoch ist der Gewinn? Reicht er, um die Dividende zu decken? Was macht der freie Cashflow? War Shell beim zuletzt erreichten Ölpreis profitabel?

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Gerade Letzteres wird nach Ansicht einiger Analysten ernsthaft bezweifelt. Zumindest im Vergleich zum ersten Quartal. Möglicherweise sei sogar eine Ergebnishalbierung verglichen mit der letzten Berichtsperiode möglich. Aber sachte, schauen wir uns mal an, worin der Auslöser für diese Prognose gesehen wird.

Ergebnishalbierung: Wahrscheinlich oder unwahrscheinlich?

Nun, wie du dir sicher denken kannst, wird der Einbruch letzten Endes dem wieder gesunkenen Ölpreis in die Schuhe geschoben. Die Sorte WTI beispielsweise notierte sowohl im Februar als auch im April noch deutlich über der 50 US-Dollar-Marke je Barrel, zwischenzeitlich schienen sogar die 55 US-Dollar in Griffweite. Leider konnte dieses Niveau nicht gehalten werden, so war beispielsweise der ganze Juni von Preisen unter der 50 US-Dollar-Marke geprägt, teilweise sogar bei in etwa 43 US-Dollar je Barrel.

Da Royal Dutch Shell nach wie vor massiv vom Upstream, und infolgedessen von einem hohen Ölpreis abhängig ist, erscheint die Vermutung der Ergebnishalbierung gar nicht mal sonderlich abwegig. Im Mittel wird von vielen Analysten ein Ergebnis von 0,45 US-Dollar je Aktie erwartet, nachdem im letzten Quartal noch 0,92 US-Dollar je Aktie verbucht worden sind.

Die üppige Dividende von 0,47 US-Dollar je Aktie wäre bei einem Erreichen dieser Prognosen nicht vollständig gedeckt.

Ja, aber…

Bevor du nun aber den Teufel in Anbetracht der düsteren Ausblicke an die Wand malst, lass uns zunächst ein wenig weiter denken. Wie du allein schon am Titel dieses Beitrages erkennen kannst, handelt es sich bei diesen Prognosen lediglich um Quartalszahlen, das heißt eine kurze Momentaufnahme in der langfristigen Betrachtung. Ein Wimpernschlag, mehr nicht.

Man sollte also nicht dazu tendieren, diesen Zahlen eine zu große Bedeutung beizumessen. Denn bemerkenswert im Fall von Royal Dutch Shell ist und bleibt, dass wir den Auslöser der nicht ganz so rosigen Zahlen ziemlich leicht beim Ölpreis ausfindig machen können. Das eröffnet uns die Möglichkeit, langfristig zu bewerten, ob es sich dabei um ein kurzes, temporäres Phänomen handelt, oder ob langfristig Grund zur Sorge besteht.

Und meiner Meinung nach ist bei Shell Ersteres der Fall. Zu Fall gebracht hat den Ölpreis unter anderem nämlich, dass vermehrt wieder amerikanische Schieferölproduzenten auf den Plan getreten sind, die kurzfristig für ein steigendes Angebot gesorgt haben. Mittelfristig dürften einige Anbieter aber nicht allzu lange bei den dadurch gesunkenen Preisen profitabel bleiben können. Es wirkt ein wenig wie ein Teufelskreis. Aber das Gute am Kreislauf: Nach dem Abschwung steht die Wahrscheinlichkeit nicht schlecht, dass bei verminderter Produktion der Schieferölproduzenten wieder ein Aufschwung folgen könnte.

Langfristig nach wie vor Top!

Langfristig ist Shell meiner Meinung nach übrigens weiterhin ein guter Fang. Eine üppige Dividende, eine breite Aufstellung sowohl im Upstream als auch im Downstream, sowie Geschäftsbereiche im Öl- und Gassegment sollten Investoren insgesamt ein gewisses Maß an Freude bereiten.

Um allerdings voll und ganz auf deine Kosten mit Royal Dutch Shell zu kommen, solltest du wirklich einen längeren Atem mitbringen. Denn das Pendelspiel von zu viel Angebot und nachlassendem Angebot könnte noch ein wenig andauern, ehe nach Meinung einiger Analysten um die Jahrzehntwende das Öl wieder spürbar knapp werden könnte. Mit steigenden Preisen als Folge, versteht sich.

Das könnte jedoch der Punkt sein, an dem dieses Wechselspiel der Gefühle ein Ende findet und Royal Dutch Shell mit einer nachhaltigeren Stabilisierung rechnen könnte. Bis dahin genieße ich persönlich zumindest die hohe Dividende und freue mich gelegentlich über günstige Einstiegsgelegenheiten. An meiner Empfehlung von Royal Dutch Shell halte ich indes weiter fest.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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