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Was Apple im Bereich selbstfahrende Autos macht

Bildquelle: Flickr-User Fooleditorial.

Das ist jetzt schon das vierte Mal, dass ich über selbstfahrende Autos schreibe. Daher möchte ich nun über eines der wichtigsten Tech-Unternehmen aller Zeiten sprechen: Apple (WKN:865985). Das Unternehmen lässt über sein selbstfahrendes Auto nichts an die Öffentlichkeit gelangen. Doch einige aktuelle und ehemalige Mitarbeiter wie auch aktuelle Kommentare von CEO Tim Cook haben uns ein paar Informationen darüber gegeben. Werfen wir nun einen Blick auf die Strategie, die Umsetzung und die Position des Unternehmens in diesem Bereich.

Was das Unternehmen glaubt

Einige fragen sich vielleicht, warum Apple überhaupt in diese Geschäft einsteigen möchte, wo die Margen so niedrig sind, man sehr viel Kapital braucht, der Wettbewerb scharf ist und die Hürden der Regulierungsbehörden hoch sind. Das sind genau die gegensätzlichen Merkmale von führenden Tech-Unternehmen. Dazu gehört auch Apple. Die operative Marge von Apple betrug in den letzten 12 Monaten 26,9 %. Das liegt deutlich über der Marge von General Motors (6,1 %) und Ford (2,3 %).

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Der Grund, warum Apple in diesen Bereich einsteigen möchte, ist, weil das Auto der Zukunft mehr einem elektronischen Gerät wie einem Computer oder einem Smartphone als einem traditionellen Auto ähneln wird. Das Apple-Auto würde auch gut in das aktuelle Ökosystem des Unternehmens passen. Man kann sich gut vorstellen, wie Apple ein Auto zusammen mit dem iPhone und Apple Music verkaufen könnte.

Der Markt für selbstfahrende Autos wird wahrscheinlich auch groß genug sein, um einem Unternehmen wie Apple zusätzliches Wachstum zu bescheren. Das Unternehmen verzeichnet jetzt schon eine Marktkapitalisierung von 750 Milliarden US-Dollar sowie einen Nettoumsatz von 215 Milliarden US-Dollar. Die Boston Consulting Group schätzt, dass teilautonome und vollautonome Fahrzeuge bis zum Jahr 2025 42 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren könnten. Bist 2035 könnten es sogar 77 Milliarden sein. Darüber hinaus könnte ein Taxidienst mit Mobilität als Dienstleistung im Angebot sogar noch deutlich mehr wert sein.

Ein schwerer Start

Apple ist mit seinen Bemühungen etwas spät dran, wenn wir bedenken, das Alphabet (WKN:A14Y6H) und Tesla (WKN:A1CX3T) schon viel länger daran arbeiten. Apple begann im Jahr 2014 an Project Titan – ganze fünf Jahre nach Beginn des Programms von Alphabet. Im selben Jahr begann Tesla damit, Funktionen von selbstfahrenden Autos in alle seine Modelle einzubauen.

Aber Apple hat jede Menge Geld auf der hohen Kante. Damit heuerte das Unternehmen etwa 1.000 Ingenieure und Autoexperten an, um das Projekt umzusetzen. Trotz dieser massiven Investitionen hatte das Projekt große Probleme: es gab Uneinigkeit über die Strategie, Probleme mit der Lieferkette und Querelen innerhalb des Unternehmens.

Eine neue Strategie

Mitte 2016 änderte das Unternehmen seine Strategie. Der ehemalige Ingenieur von Ford, Steve Zadesky, wurde durch Bob Mansfield, einen Mitarbeiter des ursprünglichen iPad-Designteams, ersetzt.

Das Unternehmen entschied sich mit der Strategieänderung dazu, die zugrundeliegende Technologie für selbstfahrendes Auto weiterzuentwickeln. Bloomberg meldete im Juli 2016, dass Apple Dan Dodge, den Schöpfer des QNX-Betriebssystems von Blackberry für Autos, unter Vertrag genommen habe. Dieser solle ein Team anführen, das Programme, Sensoren, Software und Simulatoren für selbstfahrende Programme entwickeln wird. Laut Bloomberg nimmt sich Apple bis Ende des Jahres Zeit, um mit dieser Strategie Fortschritte zu erzielen.

Mit der neuen Strategie versucht Apple nicht mehr wie Tesla zu sein und möchte kein vollwertiges Auto selbst produzieren. Apple möchte jetzt eher wie Googles Tochterunternehmen Waymo, der aktuelle Marktführer im Bereich autonome Fahrtechnologie, verfahren. Waymo arbeitet gerade an Partnerschaften mit bestehenden Autoherstellern.

Cook sagte im Juni gegenüber Bloomberg Television, dass man sich auf das autonome Fahrsystem konzentrieren würde und dass ein Zweck dieser Systeme selbstfahrende Autos wären. Doch es gibt auch andere Zwecke: „Wir sehen das als die Mutter aller Projekte im Bereich künstliche Intelligenz … Autonomie ist etwas, das für uns sehr interessant ist, und wir werden sehen, wohin es uns führt. Wir sagen nicht, welches Produkt wird damit herstellen werden, aber wir sagen, dass es eine wichtige Technologie ist, die wir als essentiell ansehen.“

Die Tatsache, dass Apple der Hardware den Rücken gekehrt hat, zeigt, wie schwer es ist, die Lieferkette zur Herstellung eines Autos zu managen. Damit sind die Errungenschaften von Tesla nur umso beeindruckender.

Aktuelle Tests und Entwicklungen

Im April 2017 wurde Apple die Erlaubnis erteilt, ein selbstfahrendes System auf den Straßen von Kalifornien zu testen. Das Unternehmen rüstete drei Lexus RX 450h SUVs mit seiner Technologie aus. Einer davon wurde vor Kurzem auf der Autobahn in der Nähe von Palo Alto gesichtet. Apple bat den Staat Kalifornien auch darum, die Regeln für diese Tests weiter zu verschärfen. Das würde nämlich mehr Daten öffentlich verfügbar machen, von denen auch Apple profitieren und schneller zu den Konkurrenten aufschließen könnte.

Man sollte Apple nicht abschreiben

Einige zweifeln vielleicht an den Fähigkeiten von Apple, mit Waymo und Tesla mitzuhalten, da diese einen zeitlichen Vorteil haben. Zusätzlich hat Apple noch seine Strategie geändert. Das Unternehmen hat historisch gesehen aber immer davon profitiert, was der Professor der Universität von New York, Scott Galloway, den Second-Mover-Vorteil nennt:

Sie waren nicht die ersten bei objektorientierten Computeranwendungen (die Maus), sie waren nicht die ersten beim MP3-Player und sie waren nicht die ersten beim Mobiltelefon. Aber sie sehen sich etwas an, sie verbessern es, sie untersuchen es genau und dann machen sie es nutzerfreundlicher.

Zitat via Business Insider

Werden selbstfahrende Autos Apple auch einen solchen Vorteil bringen? Es wird natürlich schwierig, gleichzeitig mit Alphabet und Tesla mitzuhalten, ganz zu schweigen von den anderen Autobauern und Taxi-Dienstleistern, die sich schon in diesem Bereich tummeln.

Mit der Markenstärke von Apple, der großen Innovationskraft des Unternehmens und Milliarden von Dollar für Forschung und Entwicklung sollte man den iPhone-Hersteller aber auf jeden Fall ernst nehmen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Apple, Ford, General Motors und Tesla.

Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 02.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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