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Duell der Urlaubs-Aktien: TUI versus HolidayCheck

Foto: Thomas Brantl

Im Urlaub sitzt das Geld bekanntlich recht locker, sparen kann man schließlich während des restlichen Jahres! Beste Voraussetzungen für ein florierendes Geschäft für Touristikunternehmen wie TUI (WKN:TUAG00) oder die HolidayCheck Group AG (WKN:549532).

Doch welche der beiden Aktien ist die bessere? Um diese Frage zu beantworten, habe ich die beiden Unternehmen anhand ihres Geschäftsmodells, ihres Managements und ihrer Zahlen miteinander verglichen. Wer wird das Duell wohl für sich entscheiden?

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Punkt 1: Das Geschäftsmodell

Die TUI-Gruppe ist laut eigenen Angaben der weltweit führende Touristikkonzern und betreibt vom Reisebüro über eine eigene Airline bis hin zum Hotel alles rund um den Urlaub. Auch Kreuzfahrten gehören zum Portfolio von Deutschlands bekanntestem Reiseanbieter. Kurzum: TUI ist an der gesamten Wertschöpfungskette eines Urlaubs beteiligt.

Genau darin sehe ich einen großen Vorteil. Zum einen hat man es aufgrunddessen von der Buchung über die Anreise bis hin zum Hotelaufenthalt selbst in der Hand, dem Kunden ein bestmögliches Urlaubserlebnis zu bieten. Zum anderen dürfte diese Aufstellung auch finanzielle Vorteile bieten, da man keine Gewinnmargen für beispielsweise eine fremde Airline oder einen Hotelbetreiber zahlen muss.

Quelle: Matt Koppenheffer

HolidayCheck ist vor allem für sein Bewertungsportal bekannt. Laut eigenen Angaben handelt es sich dabei um das größte deutschsprachige Reiseportal für Reise und Urlaub im Internet. Zusätzlich betreibt man ein eigenes Online-Reisebüro. Ganz klar: Urlauber, die sich über die Bewertung eines Hotels informieren, sollen dazu gebracht werden, die Reise im eigenen Reisebüro zu buchen!

Aufgrund der Bekanntheit von HolidayCheck.de halte ich dieses Geschäftsmodell für sehr erfolgversprechend. Immerhin verfügt man durch sein weit verbreitetes Bewertungsportal über einen echten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Online-Reisebüros. Trotzdem geht der Punkt für das bessere Geschäftsmodell an TUI. Die Hannoveraner sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv, was wie erwähnt einige gravierende Vorteile mit sich bringt.

TUI vs. HolidayCheck   1:0

Punkt 2: Das Management

Prüft man das Management eines Unternehmens, schaut man natürlich vor allem auf den Vorstandsvorsitzenden bzw. CEO. Bei TUI ist das Friedrich Joussen. Er ist seit 2012 Mitglied des Vorstands bei TUI und seit 2013 CEO. Zuvor war er mehrere Jahre Vorstandsvorsitzender bei Vodafone Deutschland. Beim Telekomriesen war er 24 Jahre lang tätig, zuerst bei der Mannesmann AG, nach der Übernahme durch Vodafone bei den Briten.

Ein wahrhafter Kenner der Touristikbranche ist Joussen damit nicht, was ich eher negativ bewerte. Aber: Er war vor seiner Tätigkeit bei TUI jahrzehntelang im gleichen Unternehmen tätig. Das spricht für seine Loyalität und eine langfristige Herangehensweise an seine Aufgaben.

Bei HolidayCheck heißt der CEO seit Januar 2016 Georg Hesse. Vorher war er in verschiedenen Positionen für Amazon Deutschland tätig. Damit scheint er also nicht gerade ein Kenner der Reisebranche zu sein. Trotzdem glaube ich, dass Hesse ziemlich gut zu HolidayCheck passt.

Denn auch bei Amazon ging es für ihn darum, im deutschsprachigen Raum ein einzigartiges Online-Business aufzuziehen. Er dürfte also wissen, worauf es ankommt. Außerdem könnte ihn die moderne Art, wie CEO Jeff Bezos Amazon leitet, beeinflussen. Möglicherweise ein weiterer, entscheidender Erfolgsfaktor.

Dieser Punkt geht in meinen Augen damit an HolidayCheck!

TUI vs. HolidayCheck   1:1

Punkt 3: Die Zahlen

Im dritten und letzen Punkt dieses Duells geht es um die Zahlen. Besonders konzentriert habe ich mich dabei auf die Profitabilität, das Wachstum und die Verschuldung.

EBITDA-Marge 2016 Umsatzwachstum Eigenkapitalquote
TUI            5,2 %    5,3 % seit 2013           22,5 %
HolidayCheck           2,6 %  10,5 % seit 2014 *           86,1 %

Quelle: Unternehmensangaben, bei TUI wurden die Werte aus dem GJ 2015/16 und 2012/13 verwendet

* Umsatz des Segments Travel aus dem Geschäftsbericht 2014 der Tomorrow Focus AG

Bei der EBITDA-Marge, das ist die Gewinnspanne vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, zeigt sich, dass TUI deutlich profitabler als HolidayCheck ist. Hauptsächlich dürfte das daran liegen, dass TUI einen guten Ruf bei Urlaubern genießt und diese deshalb bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren, wenn sie bei TUI buchen.

Auch die oben beschriebene Aufstellung entlang der gesamten Wertschöpfungskette dürfte der Marge zugute kommen. Es ist also wenig überraschend, dass TUI profitabler als HolidayCheck ist.

Genauso wenig überrascht es mich, dass HolidayCheck beim Wachstum die Nase vorne hat. Schließlich ist man wesentlich kleiner als TUI, was schnelles Wachstum natürlich einfacher macht. Außerdem wird das Geschäft von HolidayCheck durch die zunehmende Bedeutung des Internets gepusht.

Eine Überraschung hingegen erleben wir bei der Eigenkapitalquote. Die von TUI ist nämlich erschreckend niedrig, während die von HolidayCheck zweifelsohne das Prädikat makellos verdient! Der riesige Schuldenberg von TUI belastet durch die Zinszahlungen den Gewinn und erschwert so die Finanzierung zukünftigen Wachstums.

Daher geht der letzte Punkt des Reise-Duells an HolidayCheck!

TUI vs. HolidayCheck   1:2

And the winner is…

… HolidayCheck! Aufgrund des Managements und der überraschend guten Zahlen hat der Internetzwerg die Nase vorne! Trotz des Sieges sollten Anleger allerdings bedenken, dass das Risiko bezüglich des Geschäftsmodells bei HolidayCheck meiner Meinung nach deutlich höher als bei TUI ist.

Die Onlinewelt ist schnelllebig, sollte das Bewertungsportal von HolidayCheck an Bedeutung verlieren, könnte das Unternehmen in ernstzunehmende Schwierigkeiten geraten.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Amazon und TUI. The Motley Fool empfiehlt HolidayCheck.

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