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Nein, dein Tesla wird seine CO2-Bilanzen nicht in 8,2 Jahren ausgeglichen haben

Foto: The Motley Fool.

Man muss kein Fan von Tesla (WKN:A1CX3T) sein, um zu wissen, dass Lithium-Ionen-Batterien eine wichtige Rolle dabei spielen werden, Elektroautos zu den Massen zu bringen. Sie sind aber auch in anderen Nischenanwendungen wie zum Beispiel bei Energiespeichern nicht mehr wegzudenken. Auf diese Art und Weise helfen sie Versorgungsbetrieben, Belastungsspitzen im Stromnetz abzufangen. Darüber hinaus können Stromspeicher für das eigene Zuhause mit Solarpanelen verknüpft werden, sodass man den selbstgenerierten Strom auch speichern kann. Es ist also nicht allzu weit hergeholt, wenn wir sagen, dass Lithium-Ionen-Batterien ein Synonym für grüne und saubere Energie geworden sind.

Und genau davon handelt eine schwedische Studie, die letzte Woche herausgekommen ist. Die Forscher fanden heraus, dass die Herstellung dieser Batterien jede Menge CO2 in die Atmosphäre bläst. Wir sprechen von so viel CO2, dass ein Begleitartikel zu dieser Studie schätzte, dass ein Elektroauto mit einer 100 kWh-Batterie 8,2 Jahre lang fahren könne, bevor es sauberer würde als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Die Zahlen aus der Studie und dem Artikel fakten so dann durch die sozialen Medien. Das scheinen jetzt schlechte Nachrichten für Elektroautos und Energiespeicher zu sein. Die gute Nachricht ist aber, dass sich die Investoren keine Sorgen machen müssen. Im Folgenden erfährst du warum.

Die CO2-Bilanz

Im ersten Quartal 2017 meldete Tesla Umsätze aus den Bereichen Energiegewinnung und Energiespeicher von 213 Millionen US-Dollar. Dazu gehören bereits 209 Millionen US-Dollar Umsatz von SolarCity. Das bedeutet, dass Energiespeichersysteme nur vier Millionen US-Dollar Umsatz während des letzten Quartals erreichen konnten. Das stellt einen Rückgang von 17 Millionen US-Dollar verglichen mit den Batterieverkäufen aus dem Vorjahreszeitraum dar. Größtenteils liegt das an dem Timing von großen Verkäufen an Versorgungsbetriebe. Jeder Tesla-Aktionär weiß, dass Energiespeicher allerdings ein unglaubliches Wachstumspotenzial bergen.

Die schwedische Studie und die Berichterstattung in den Medien – oder die Art und Weise, wie diese aufgenommen wurde – ziehen dieses Wachstumspotenzial jetzt in Zweifel. Warum? Zuerst einmal weil Tesla als einer der Hauptschuldigen angeführt wurde. Zweitens schätzte die Studie, dass die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien zu Emissionen von 150 bis 200 kg CO2 pro Kilowattstunde Batteriekapazität führen würde. Zusätzlich gab es eine Analyse, bei der alle anderen Faktoren miteinbezogen wurden. Dazu gehören die Gewinnung der Metalle in den Minen, was ein relativ kleiner Anteil an den Emissionen ist, bis zu der Energie, die benötigt wird, um die Batterie überhaupt herzustellen, was den größten Teil der Emissionen ausmacht. Die 175 Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde Batteriekapazität sind natürlich jede Menge Emissionen. Das bedeutet, dass eine Batterie mit 100 kWh schon jetzt 17,5 metrische Tonnen CO2 verursacht.

Aber diese Zahlen aus den Medien ergeben keinen Sinn. Wenn wir  bedenken, dass ein Model S von Tesla mit der 100 kWh-Batterie 8,2 Jahre fahren könnte, um die CO2-Bilanz wieder auszugleichen oder umweltfreundlicher als ein Auto mit Verbrennungsmotor zu werden, dann stimmt hier etwas nicht. Wir müssen schon etwas differenzierter zu Werke gehen.

Zuerst einmal verglich die schwedische Studie Autos in der Europäischen Union, die generell kleiner sind als die in den USA und die auch kleinere Motoren haben als in den USA. Das bedeutet, dass sie kraftstoffeffizienter sind und das bedeutet wiederum, dass es für ein Elektroauto länger dauert, um die CO2-Bilanz in der EU auszugleichen als in den Vereinigten Staaten. Zweitens wäre eine korrekte Kennzahl, um das zu messen, nicht Jahre, sondern gefahrene Meilen. Drittens wird die Gigafactory von Tesla gebaut, um keine direkten fossilen Brennstoffe zu verbrauchen. Eine 70-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach des Werkes, was siebenmal so groß ist wie die zweitgrößte Dachanlage, bestätigt das. Das Unternehmen plant auch, Energie wieder zu werten, die während der Batterieherstellung anfällt.

Wenn wir noch etwas tiefer graben, dann besagt die amerikanische Umweltbehörde EPA, dass eine Gallone Benzin etwa 8,9 kg CO2 verursacht. Daher würde ein Auto mit Benzinmotor 1970 Gallonen Kraftstoff verbrennen müssen, um 17,5 metrische Tonnen CO2 zu verursachen. Das wäre dieselbe Menge, die angeblich während der Herstellung einer 100-kWh-Batterie freigesetzt werde. Abhängig von der Kraftstoffeffizienz des Autos können wir die Sache dann wie folgt neu berechnen.

Kraftstoffverbrauch bei Benzinmotor Gefahrene Meilen 17,5 metrische Tonnen CO2 bei Benzinmotor Jahre bei Elektroauto mit 100 kWh-Batterie und 10.000 Meilen pro Jahr
20 Meilen pro Gallone 39.385 Meilen 3,9 Jahre
25 Meilen pro Gallone 49.229 Meilen 4,9 Jahre
30 Meilen pro Gallone 59.075 Meilen 5,9 Jahre

Datenquelle: EPA, Berechnungen des Autors.

Es ist sinnvoll, weniger kraftstoffeffiziente Autos durch Elektroautos zu ersetzen. In den USA ergab eine Studie aus dem Jahr 2015, dass man mit einer Gallone etwa 25 Meilen weit kommt. Jede Verbesserung um 5 Meilen pro Gallone würde bedeuten, dass ein Elektroauto noch ein Jahr länger braucht, um seine CO2-Bilanz wieder auszugleichen, wenn das Elektroauto mit einer 100 kWh-Batterie ausgestattet ist und 10.000 Meilen pro Jahr fährt. Die Zahlen auf dem Papier ergeben überraschenderweise einen relativ langen Zeitraum. Bei den meisten amerikanischen Autofahrern sind es aber keine 8,2 Jahre. Sobald Tesla die Gigafactory allein mit Sonnenenergie betreibt, wird es auch kein Elektroauto mit einer besseren CO2-Bilanz geben.

Was bedeutet das für die Investoren?

Die Zahlen aus der schwedischen Studie vereinfachen die Sache etwas zu sehr. Tesla plant, mehr Energie, als das Unternehmen braucht, aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Darüber hinaus gibt es noch das zukünftige Potential, um die Herstellung der Batterien mit weniger CO2-Aufwand herzustellen, wenn sich der Prozess erst einmal verbessert hat. Wenn du dir als Aktionär von Tesla Sorgen deswegen machst, dann sei dir eins gesagt: Du musst dir keine Sorgen machen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Maxx Chatsko auf Englisch verfasst und wurde am 24.06.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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