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Megatrend Personalisierte Medizin: Werden Roche, Medigene und Google Profiteure sein?

Die Personalisierte Medizin, kurz PHC (Personalized Healthcare), wird revolutionäre Erfolge beim Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs erzielen. Dabei haben die beteiligten Unternehmen eine große Chance, satte Gewinne zu kassieren.

Aber was genau wird sich dabei verändern? Und welche Unternehmen haben sich schon in erster Reihe positioniert, um am meisten zu profitieren?

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Was ist PHC?

Ein Megatrend in der Medizin ist es, statt eine Krankheit mit einem Standardmedikament zu behandeln, erst durch innovative diagnostische Tests die Ursachen der Fehlfunktion im Körper eines Patienten festzustellen und dann eine zielgerichtete Behandlung zu starten.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Statt den Krankheitsort im Körper zu betrachten wird die Ursache einer Krankheit identifiziert
  • Statt Medikamente auszuprobieren ist die Einzigartigkeit des Patienten Ausgangspunkt für die Therapie
  • Statt eines Standardmedikaments für alle erhält jeder Patient eine zielgerichtete Therapie

Nehmen wir als Beispiel Brustkrebs: Heute wissen wir, dass beim Mammakarzinom unterschiedliche Mutationen vorliegen können. Je nach Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Proteine (Biomarker) wird heute schon individuell entschieden, welche Therapieform am vielversprechendsten ist.

Eine sehr aggressive Form ist das dreifach negative Mammakarzinom, das in ca. 15-20 % der Fälle vorkommt. Untersucht wird die Expression des Östrogenrezeptors (ER), des Progesteronrezeptors (PR) und des humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors 2 (HER2). Ein Karzinom gilt als tripelnegativ, wenn es keine therapierelevante Expression der drei genannten Marker aufweist. Viele Medikamente schlagen bei dieser Form des Mammakarzinoms nicht an, so dass man Alternativen nutzt.

Dies ist nur ein Beispiel, wie mit moderner Diagnostik Patienten-spezifisch über die Therapieform entschieden werden kann. Und diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren noch dramatisch zunehmen.

Roche ist sowohl Diagnostik- als auch Pharmagigant

Jeder kennt Roche (WKN:855167) als eines der größten Pharmaunternehmen der Welt, aber Roche ist auch eine der besten Diagnostikfirmen weltweit. Mit ihren diagnostischen Tests lassen sich u.a. Genmutationen nachweisen, die bei Krebs immer öfter bestimmt werden müssen, um gezielt zu therapieren.

So war z. B. vor gut 20 Jahren nicht-kleinzelliger Lungenkrebs scheinbar bei allen Patienten gleich und wurde mit einer Standardtherapie behandelt. Heute wissen wir, dass mehr als ein Dutzend Genmutationen eine Rolle spielen können. Durch Analyse der beteiligten Mutationen kann heute  jeder Patient individuell behandelt werden. Das ist PHC.

Roche investiert massiv in diese Zukunft in Form von neuer Infrastruktur und Personal. Schon 2015 wurde die Firma Foundation Medicine (FMI) übernommen, die in dieser Form einzigartig ist. FMI hat sich auf die molekulare Charakterisierung von Tumoren und die Bereitstellung umfassender Informationen spezialisiert, die das individuelle „Tumorprofil“ mit bereits zugelassenen oder noch in der klinischen Forschung befindlichen Therapiestrategien abgleichen.

Damit sehe ich Roche für den Zukunftsmarkt „Personalisierte Medizin“ als Vorreiter und bestens gerüstet, um eine wichtige Rolle zu spielen.

Medigene ist in Deutschland führend in der Zelltherapie

Medigene (WKN:A1X3W0) setzt auf die Immuntherapie und aktiviert dabei körpereigene T-Zellen, um Krebs zu bekämpfen. Vielversprechend ist Medigenes TCR (T-Zell-Rezeptor-modifizierte T-Zellen)-Plattform. T-Zellen aus dem Blut des Patienten werden individuell je nach Tumor mit passenden TCRs ausgestattet, die an dessen spezifische Krebszellen binden und sie zerstören können. Es scheint, als sei diese Methode nicht nur gut verträglich, sondern auch sehr effektiv im Kampf gegen Krebs. Dies ist personalisierte Medizin par excellence.

Medigene hat neben DC-Vakzinen eine dritte interessante Plattform, die sich TABS (T-Zell-spezifische Antikörper) nennt. Bei Autoimmunerkrankungen sind bestimmte körpereigene T-Zellen die Verursacher der Krankheit. Solch pathogene T-Zellen können von TABS erkannt und eliminiert werden, so dass das Immunsystem „gesäubert“ wird.

Aus der im letzten Jahr vereinbarten strategischen Partnerschaft mit bluebird bio (WKN: A1W025) winken für die Entwicklung von vier Produktkandidaten aus der TCR-Plattform Meilensteinzahlungen bis zu einer Mrd. US-Dollar. Betrachtet man Medigenes Marktkapitalisierung von ca. 220 Mio. Euro und vergleicht diese mit ähnlichen amerikanischen Unternehmen, so hat die Aktie sehr viel Luft nach oben.

Google mischt auch bei Biotech mit

Schon 2013 hat die Google-Mutter Alphabet (WKN: A14Y6F) das Biotech-Unternehmen Calico gegründet, das Methoden gegen die menschliche Alterung entwickelt. Im März dieses Jahres hat Calico mit der privaten C4 Therapeutics eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel ist es, kleine Moleküle zu entwickeln, die gezielt Proteine abbauen können. Statt also wie bisher üblich krankmachende Proteine zu inhibieren, nutzt C4 Therapeutics ihre Degronimid™ Plattform, um mit Hilfe des körpereigenen Ubiquitin-Proteasom Systems gezielt krankheits-relevante Proteine abzubauen. Dies würde ganz neue Möglichkeiten eröffnen, um bestimmten Krankheiten besser als heute zu begegnen.

Google bietet zudem eine spezielle Cloud-Plattform für Genomics-Daten an (als Genom bezeichnet man das Erbgut eines Lebewesens). Mit der zunehmenden Anzahl und sinkenden Preisen bei Genomanalysen, wird es in nicht allzu ferner Zukunft Standard sein, das komplette Genom von Patienten zu sequenzieren. Während eine Genomsequenzierung vor zehn Jahren noch Millionen kostete, hat Illumina (WKN:927079) angekündigt, dies bald für 100 US-Dollar zu ermöglichen. Trifft dies ein, werden plötzlich extrem viel mehr Daten anfallen als heute, die analysiert werden müssen. Dafür bietet Google seine Cloud-Infrastruktur als Service an, um Bioinformatik dieser Größenordnung zu ermöglichen. Bezahlen müssen Nutzer nur für das, was sie wirklich verwenden. Dies ist wieder ein Beispiel für die Cleverness von Google, um mit skalierbarer Technologie viel Geld zu verdienen und früh in Zukunftsmärkten positioniert zu sein.

Fazit

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 500.000 Menschen an Krebs, deren Behandlung 15 Mrd. Euro kostet. Das sind durchschnittlich 30.000 Euro pro behandeltem Patienten. Je länger ein Patient überlebt, und das ist Hauptziel der Behandlung, desto mehr Kosten werden verursacht.

Aus diesem Grund ist Personalisierte Medizin eine entscheidende Komponente, um echte Heilungen bei möglichst geringen Nebenwirkungen zu erzielen. Das wird nicht billig sein, und die 30.000 Euro pro Krebspatient werden wohl nicht ausreichen. Das Wohl des Patienten steht aber an erster Stelle.

Alle drei genannten Unternehmen, Roche, Medigene und Google, werden von dieser Entwicklung profitieren und sind schon heute hervorragend aufgestellt.

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Stefan Graupner besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft für Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Bluebird Bio und Illumina.

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