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Dividende, Substanz oder Defensiv? Auf was vorsichtige Anleger jetzt setzen sollten

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Das aktuelle Kursniveau wirkt durchaus anspruchsvoll und viele Anleger bekommen Höhenangst. Dabei dürfte die Geldanlage in Aktien auch jetzt noch die beste Alternative darstellen. Das Gute ist, dass wir dabei zwischen den verschiedensten Anlagestilen auswählen können. Wer vorsichtig ist, für den bieten sich vor allem drei davon an: Dividendenaktien, Substanzwerte oder Unternehmen aus defensiven Branchen.

Aber halt, ist das nicht alles irgendwie das Gleiche? Keineswegs! Zwar gibt es Überschneidungen, aber alle drei haben ihre Berechtigung. Lies hier, was sie unterscheidet und wie du dieses Wissen nutzen kannst, um das perfekte Depot zu schmieden.

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Drei vorsichtige Anlagestile

Wer vorsichtig ist, der meidet schnell wachsende Spezialisten oder Biotech-Werte, die zwar großes Potenzial haben, aber noch kaum Umsätze schreiben. Denn diese bezahlen keine Dividenden, benötigen stattdessen eventuell Kapitalerhöhungen und erleiden beim ersten größeren Sturm Schiffbruch, wenn es dumm läuft.

Auf der anderen Seite gibt es langweilige Aktien, die sich fast wie gute Anleihen verhalten. Sie verfügen über ein etabliertes Geschäftsmodell mit stabilen Einnahmequellen und bezahlen brav ihre jährliche Dividende. Zwischen diesen beiden Extremen finden sich alle möglichen Typen von Unternehmen und auf die drei vorgenannten will ich jetzt zu sprechen kommen:

1. Dividendenaktien

Dabei handelt es sich um Wertpapiere, mit denen sich im Normalfall ein solides Zusatzeinkommen aus den Gewinnausschüttungen bestreiten lässt. Meistens sind solche Unternehmen seit Jahrzehnten in einem konsolidierten Markt etabliert und hochprofitabel.

Beispiele aus dem DAX sind ProSiebenSat.1 (WKN:PSM777), Daimler (WKN:710000) und Münchener Rück (WKN:843002), bei denen Aktionäre mit stolzen 5 %-Dividendenrenditen und der Aussicht auf weitere Steigerungen beglückt werden. Wer unter den Nebenwerten sucht, der kann sogar gelegentlich noch wesentlich mehr erhalten.

2. Substanzwerte

Hier ist die wesentliche Kennzahl nicht die Rendite, sondern das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Wer auf Substanzwerte setzt, der möchte also möglichst viel Vermögen pro Aktie kaufen. Viele große Tech-Werte schreiben beispielsweise hohe Gewinne, welche die Kurse treiben, aber im theoretischen Fall der Liquidierung wäre das generierte Aufkommen an Barmitteln ziemlich mickrig.

Ganz anders bei Substanzwerten. Sollten die Aktionäre dort auf die Idee kommen, eine Zerschlagung durchzusetzen, dann könnte dabei ein richtig schöner Profit herausspringen. Das ist dann der Fall, wenn das KBV kleiner als 1 ist (und die verbuchten Werte tatsächlich dem Marktpreis entsprechen).

Besonders stark in dieser Kategorie sind die Deutsche Bank (WKN:514000), die Commerzbank (WKN:CBK100) und Volkswagen (WKN:766403). In den Bilanzen der beiden Großbanken steht ein mehr als doppelt so hohes Vermögen im Vergleich zum Börsenwert.

3. Unternehmen aus defensiven Branchen

Statt auf bestimmte Kennzahlen zu achten, kann man sich auch die Geschäftstätigkeit genauer anschauen. Je weniger ein betrachtetes Unternehmen von der allgemeinen Konjunktur abhängt, desto eher würde man es als defensiv bezeichnen.

Klassischerweise gehören Versorger zu dieser Kategorie, weil Wärme, Strom und Wasser immer gebraucht werden. Leider haben allerdings viele Aktionäre von E.ON (WKN:ENAG99) und RWE (WKN:703712) das politische Risiko ausgeblendet und mussten trotz der vermeintlichen Sicherheit hohe Verluste hinnehmen.

Ähnlich sieht es in der Gesundheitsbranche aus, von Pflegeprodukten über Medikamente und Medizintechnik bis hin zu Dienstleistungen. Am körperlichen Wohlbefinden wird in der Regel nicht gespart, selbst wenn das Geld ansonsten weniger locker sitzt. Solange es keine Querschüsse von der Politik gibt und die Innovationspipeline immer gut gefüllt wird, laufen die Geschäfte der etablierten Hersteller unabhängig von der Konjunktur rund.

Industrie-, Rohstoff-, Software-, Service- und Konsumwerten, die von einer regen Geschäftstätigkeit bzw. einer guten Verbraucherstimmung abhängen, leiden hingegen am stärksten unter einer schwachen Konjunktur.

Als defensive Picks würde ich Fresenius (WKN:578560), Beiersdorf (WKN:520000) und Vonovia (WKN:A1ML7J) wählen.

Weitere Tipps

Wie man sieht, hat jede Kategorie ihre eigenen Favoriten. Wer auf Aktien setzt, die im Moment hohe Renditen abwerfen, der könnte schon morgen in die Röhre schauen, wenn plötzlich die erwarteten Gewinne wegbrechen. Eine Abschätzung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells ist daher wichtig und ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis von Vorteil.

Wer hingegen nur auf ein super niedriges KBV schielt, der sieht vielleicht lange keine Ausschüttungen, einfach, weil das Unternehmen unprofitabel wirtschaftet. Statt Kursgewinnen in Richtung Buchwert könnte dann im Gegenteil der Buchwert in Richtung Börsenwert abschmelzen.

Bei defensiven Aktien ist die größte Gefahr, dass grundsätzliche Bewertungskennzahlen ignoriert werden, nur um an einem an sich sicheren Unternehmen beteiligt zu sein. Geringe Dividendenrenditen und Kursverluste können die Folge sein, wenn die Einstiegskurse zu hoch sind (das ist natürlich immer so, aber hier besonders signifikant).

Für vorsichtige Anleger ist es daher jetzt am besten, wenn ein Unternehmen in allen drei Kategorien gut abschneidet.

Die besten Aktien für Vorsichtige

Wenig falsch machen kann man derzeit meines Erachtens mit der Münchener Rück. Sie bezahlt nicht nur solide Dividenden, sondern hat auch viel Substanz. Zudem ist das Rückversicherungsgeschäft nicht sonderlich konjunkturabhängig.

Als gute Ergänzung bietet sich einer der günstigen Autowerte deiner Wahl an. Daimler zahlt die beste Dividende und Volkswagen hat die meiste Substanz.

Wer dann als drittes Unternehmen etwa noch Vonovia oder Merck KGaA (WKN:659990) hinzunimmt, der hat nach meiner Ansicht schon ein ziemlich sattelfestes und in vielerlei Hinsicht gut diversifiziertes Depot, das mit hoher Wahrscheinlichkeit über viele Jahre ein schönes Zusatzeinkommen ausschüttet — selbst wenn zwischenzeitlich ein Börsengewitter aufzieht.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius und Daimler.

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