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Wird die Gazprom-Dividende jemals wieder so fett wie früher?

Foto: Gazprom

Lange ist es her, dass man für eine Aktie von Gazprom (WKN:903276) fast 20 Euro hinblättern musste. Gerade die letzten Monate waren wieder einmal schmerzhaft, denn die Aktie ist mit dem Ölpreis deutlich gefallen.

Falls man jetzt einsteigt, bekommt man allerdings für sein eingesetztes Kapital prozentual viel mehr Dividenden als noch vor kurzem, aber kann die Dividende die Gazprom-Aktie überhaupt zu einer interessanten Value-Aktie machen?

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Die Dividende hängt am Gewinn, solange Russland sich an sein Wort hält

Wie jedes Unternehmen muss auch Gazprom seine Dividende über kurz oder lang aus den tatsächlich erwirtschafteten Gewinnen bezahlen. Das ist erst mal eine gute Grundlage, denn Gazprom verdient noch immer sehr viel Geld. Wegen sinkender Rohstoffpreise sind die Gewinne zwar in den letzten Jahren zurückgegangen, aber sie sind immer noch hoch. Im letzten Geschäftsjahr wurden 6.111.051 Millionen Russische Rubel umgesetzt, von denen ein Gewinn in Höhe von 951.637 Millionen Russische Rubel übrig blieb, ein Gewinn in Höhe von 84,38 Russische Rubel je Aktie, umgerechnet circa 1,27 Euro.

Die russische Regierung hat neuerdings festgelegt, dass Gazprom eigentlich jährlich 50 % seiner Gewinne ausschütten soll. Das entspräche einer deutlich zweistelligen Rendite, allerdings wurden dafür bisher Ausnahmen gemacht. Man könnte denken, dass es sich hier um die typischen Spielchen der russischen Regierung handelt, aber die Begründung ist überraschend durchdacht.

Präsident Putin hat erst kürzlich angemerkt, dass die Regierung deswegen eine Ausnahme macht, da Gazproms Gewinne nur nach internationalen Bilanzierungsstandards so hoch aussehen, in Wahrheit sind sie viel geringer. Deswegen wird man vorerst, auch angesichts der hohen anstehenden Investitionsausgaben, keine Dividende in Höhe der Hälfte des Nettogewinns auszahlen. Putin hat dabei völlig recht, denn der verfügbare Cash Flow betrug im letzten Geschäftsjahr gerade einmal 202.271 Millionen Russische Rubel. Es stehen derzeit hohe Investitionsausgaben für Großprojekte an.

Der Gewinn hängt am Cash Flow und am Ölpreis

Somit sollten Anleger die richtigen Zahlen betrachten, wenn sie sich über die Zukunft der Gazprom-Dividende Gedanken machen. Diese wird vor allem über den Cash Flow entschieden werden, was tatsächlich absolut vernünftig ist.

Damit aber steigende Dividenden gezahlt werden können, müssen in erster Linie die Preise für Öl und Gas wieder steigen. Dann kann Gazprom vermutlich wieder viel Geld verdienen und dies auch in Form von hohen Dividenden an seine Aktionäre ausschütten. Du solltest dir deswegen ein Gazprom-Investment nur überlegen, falls du an eine Erholung der Rohstoffpreise glaubst.

Falls diese kommt, dürfte Gazprom allerdings gut gerüstet sein. Mit Nord Stream 2 und TurkStream wird zwar immer wieder politischer Streit aufgewirbelt, aber früher oder später wird hier preiswertes und dringend benötigtes russisches Gas in riesigen Mengen fließen. Außerdem sollte nicht übersehen werden, dass Gazprom selbst bei sinkenden Preisen in den letzten fünf Jahren jedes Jahr seinen Umsatz steigern konnte.

Jetzt kommt es für eine satte Dividende eigentlich nur noch auf die Preise an den Rohstoffmärkten an.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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