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Aktionäre von Volkswagen und Co.: Aufgepasst auf diese Inder!

Foto: Getty Images

Wenn wir über die Elektromobilität sprechen, dann geht es fast immer um die Hersteller auf beiden Rheinseiten, aus den USA oder aus Fernost. Übersprungen wird hingegen der spannende Markt im mittelfernen Osten, sprich Südasien. Dabei gilt Indien mit seinen über eine Milliarde Menschen als eine der großen Zukunftsregionen und eben dort gibt es einen Hersteller, der bereits seit Jahren erschwingliche Elektroautos baut: Mahindra Electric.

Deshalb bin ich der Frage nachgegangen, ob sich die deutschen Autokonzerne Sorgen machen sollten und komme zu einem gemischten Ergebnis.

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Das ist Mahindra & Mahindra

Mahindra & Mahindra (WKN:899481) ist in Europa nur wenig präsent und folglich auch kaum bekannt. Das heißt aber nicht, dass die traditionsreiche Gruppe eine kleine Nummer wäre. Vielmehr ist sie eines der großen Aushängeschilder Indiens. Der Fahrzeugbau umfasst das komplette Programm, vom kleinen Scooter bis zum großen Truck. Auch die koreanische Automarke SsangYong und ein extensives Service-Netzwerk gehören dazu.

Doch das ist noch längst nicht alles. Das Konglomerat ist einer der größten Traktorhersteller der Welt, spielt eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung der indischen Landwirtschaft und hat Aktivitäten in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Immobilien, Verteidigung, Luftfahrt und einiges mehr. Das IT-Dienstleistungssegment Tech Mahindra gehört zu den Marktführern und arbeitet für viele der größten Konzerne der Welt.

Insgesamt kam die Mahindra-Gruppe im Jahr 2016 auf gut 12 Mrd. Euro Umsatz, wovon nach Steuern über eine halbe Milliarde als Gewinn übrig blieb. Das ist noch nicht erste Liga, aber doch beachtlich, wie ich finde, zumal die Inder erpicht darauf sind, zügig weiter zu wachsen. Das Unternehmensmotto „Rise“ sagt alles.

Ein Elektroauto-Pionier

Bereits seit 2001 produziert der Mahindra-Konzern Elektro-Kleinwagen, unterstützt von einem Schweizer Tüftler, unter der Marke REVA und seit einigen Jahren als Mahindra Electric. Als die Deutsche Post (WKN:555200) in Deutschland einige Furore mit den Lieferwagen der Tochter StreetScooter machte, wurde fast gleichzeitig mit dem eSupro ein elektrifizierter Kastenwagen vorgestellt, der schon für erstaunliche 12.000 Euro zu haben ist.

Die Produktion soll von derzeit 400 bis 2019 auf über 5.000 Einheiten pro Monat hochgefahren werden. Da die indische Regierung plant, bis 2030 nur noch Elektroautos auf den Straßen fahren zu lassen, soll auch bei Mahindra die Palette an entsprechenden Mobilen zügig ausgebaut werden.

Dass man nicht nur billig, sondern auch schnell kann, beweist Mahindra in der Formula-E-Rennserie. Zuletzt konnte von Felix Rosenqvist auf der Berliner Strecke sogar fast ein prestigeträchtiger Sieg eingefahren werden und Nick Heidfeld holte den dritten Podestplatz. In der Teamwertung liegt Mahindra Racing auf Platz 3. Die im vergangenen Jahr angekündigte Partnerschaft mit dem italienischen Zulieferer Magneti Marelli zahlt sich offenbar aus.

Einen weiteren spannenden Aspekt sehe ich darin, dass Tech Mahindra starke Kompetenz im Telekommunikationsbereich aufgebaut hat und umfassende digitale Lösungen rund um die Telematik, das Flottenmanagement, Fahrerassistenzsysteme und Infotainment bietet. Mahindra hat damit unter dem Konzerndach, was andere Hersteller bei Ingenieursdienstleistern wie EDAG (WKN:A143NB) oder Bertrandt (WKN:523280) einkaufen müssen.

Was das für die führenden Autokonzerne bedeutet

Der indische Automarkt soll in den kommenden Jahren schnell wachsen und die Regierung macht Druck beim Thema Elektromobilität. Ausländische Hersteller würden davon gerne profitieren, doch je stärker das einheimische Angebot, desto schwieriger wird die Eroberung von Marktanteilen. Mahindra gibt sich ambitioniert, selbst als Gestalter aufzutreten und das wirkt auch alles ziemlich überzeugend.

Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass die Inder sich gegenüber Volkswagen (WKN:766403), BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000) sowie anderen internationalen Herstellern in bestimmten Segmenten gut behaupten können. Insbesondere wenn es um günstige Elektroautos geht, dürften die mittlerweile verbesserte Technologieposition und der Heimvorteil helfen.

Eine echte Gefahr stellt Mahindra aber aus meiner Sicht für die viel größeren deutschen Konzerne noch nicht dar. Die traditionsbewusste Mahindra hat sich zu einer dynamischen Gruppe entwickelt, aber sie ist nicht die indische Tesla (WKN:A1CX3T). Andererseits sollten sich Aktionäre etwa von Volkswagen auch nicht allzu große Hoffnungen auf das indische Geschäft machen, nachdem die Wolfsburger nun offenbar eine Marktoffensive gemeinsam mit lokalen Partnern vorbereiten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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