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4 Gründe, warum ich niemals in Bitcoin investieren werde (und es auch sonst niemand tun sollte)

Bildquelle: Wikimedia Commons, AntanaCoins

Wahrscheinlich findet sich gerade kein Investment, das besser perfomt als Aktien im Cannabis-Business. Außer wohl die digitale Krypto-Währung Bitcoin. Seit Ende März ist der Bitcoin-Wert von rund 900 Dollar auf über 3.000 Dollar gestiegen. Von den letzten 60 Trading-Tagen schloss der Preis der digitalen Währung 75 % der Zeit mit einem Anstieg ab.

Warum Bitcoin gerade durch die Decke geht

Warum ist Bitcoin so viel wert? Schwer zu sagen, vor allem angesichts der dezentralisierten Natur der Währung, aber es könnte mit ein paar Schlüsselfaktoren zu tun haben.

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Zunächst bekommt das Thema mehr Aufmerksamkeit. Der Wertanstieg hat zu mehr medialer Sichtbarkeit geführt, richtig in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückte Bitcoin aber vor allem, als im letzten Monat der Ransomware-Angriff von WannaCry verarbeitet wurde. Dabei handelte es sich um schadhafte Software, die Computer sperrte, bis der Nutzer eine Art Lösegeld zahlte – und die einzige Form der angebotenen Bezahlung war Bitcoin.

Außerdem hat Japan Anfang des Jahres die Krypto-Währung als offizielle Währung zugelassen. Das heißt, dass einerseits Bitcoin mit dem Anti-Geldwäschegesetz vor Ort konform gehen muss, andererseits aber auch, dass neue Investoren darauf einsteigen und dass Bitcoin eine alltägliche Art des Bezahlens wird.

Vielleicht hat auch Donald Trump und sein Kabinett etwas damit zu tun. Denn Trump mag den Dollar etwas schwächer, um die US-Exportwirtschaft anzukurbeln. Ein schwacher Dollar allerdings macht Investoren oft auf Werte aufmerksam, die begrenzt vorhanden sind und in der Regel wertstabil sind. Etwa Gold, oder eben Bitcoin. Diese nämlich sind auf insgesamt 21 Millionen begrenzt und sind aufgrund dieser Endlichkeit Gold nicht ganz unähnlich und für manche Investoren eine ernstzunehmende Alternative zum Edelmetall.

In Trumps Stab findet man auch den Budget-Vorsitzenden Mick Mulvaney, der als so großer Verfechter der Krypto-Währung ist, dass man ihn “Bitcoin-Kongressabgeordneten” nennt.

Warum ich ich niemals Bitcoin kaufen werde

Ich persönlich fasse keine Bitcoin an. Hier sind vier Gründe, warum ich von Bitcoin – und allen anderen Krypto-Währungen –  die Finger lasse. Und ich schlage vor, dass du dasselbe tun solltest.

1 Die Anonymität ist das größte Risiko

Sicher, ein Teil der Faszination geht davon aus, dass keine Regierung hinter Bitcoin steckt und dass man als Nutzer relativ anonym bleibt, auch wenn die Transaktionen in den Blockchains gespeichert werden. Das ist sicherlich ein Grund dafür, warum die Währung in letzter Zeit so beliebt geworden ist.

Allerdings birgt genau diese Anonymität das Risiko, dass Betrug und andere Verbrechen stattfinden. WannaCry ist nur ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn diese Technologie in die falschen Hände gerät. Wenn die Regierungen überall auf der Welt feststellen, dass Kriminelle und Terroristen Bitcoin für ihre Machenschaften verwenden, könnte das neue Regularien nach sich ziehen. Derzeit gibt es davon herzlich wenige. Wenn die Regularien greifen und damit der Besitz von Bitcoin schwieriger wird, dürfte das einen Preisfall nach sich ziehen.

Auch würde ein Eingreifen von Regierungen der von den Nutzern so hoch geschätzten Anonymität schaden, was viele davon abbringen würde – und wiederum den Wert der Währung senkt.

2 Sicherheit bereitet große Sorgen

Ein weiteres großes Problem von Bitcoin ist, dass die Sicherheit jetzt und in der Zukunft Anlass zur Sorge gibt. Nicht nur, dass es Angriffe auf die Netzwerke geben könnte, die mit Bitcoin umgehen. Es gibt noch viel mehr Probleme als nur Cyberattacken.

Ein Artikel von Forbes aus dem Jahr 2015 beschreibt, dass die Bitcoin-Netzwerke nicht zentralisiert werden, um möglichen Angriffen oder Betrug vorzubeugen. Das Netzwerk ist derzeit dezentral, weil es von zahlreichen “Bitcoin-Minern“ betrieben wird, jenen Menschen und Unternehmen, die das System hinter Bitcoin aufrecht erhalten. Sie werden derzeit mit Bitcoin-Blöcken und Transaktionsgebühren bezahlt. Allerdings sind diese Blöcke gerade alles, wie sie Geld verdienen. Nach und nach verlieren diese Blöcke ihren Wert, wenn also die Gebühren nicht erhöht werden, steht die Gefahr, dass sich der Aufwand für diese Miner nicht mehr lohnt. Das wiederum würde zu einer Zentralisierung führen, da immer weniger Menschen dahinter stecken – und somit das Risiko eines erfolgreichen Angriffs erhöhen.

Plus: Wenn auch nur einer oder gar ein paar Betrüger im System sind und Bitcoins kontrollieren, wird das einem zentralisierteren Markt mehr als bloß ein bisschen schaden.

3 Es lässt sich nicht auf vernünftige Weise in Bitcoin investieren

Das dritte Problem, das ich mit Bitcoin habe: Es gibt es keinen richtig „sicheren“ Weg, zu investieren. Wenn man auf einem anonymen No-Name-Markt investiert, droht der Totalverlust der Einlage an Hacker.

Im Jahr 2014 meldete Mt. Gox, eine japanische Börse, an der zu diesem Zeitpunkt etwa 70% aller Bitcoin-Transaktionen stattfand, Konkurs an. Dabei teilte man mit, dass 850.000 Bitcoins gehackt worden sind, im Wert von etwa 450 Millionen Dollar. Man teilte auch mit, dass auch 27 Millionen Dollar in Cash verloren waren, die sich in den Kassen befunden haben sollten.

Es gibt eine etwas vertrauenswürdigere Möglichkeit, den Bitcoin Investment Trust (WKN:A14S73), ein ETF von Grayscale Investments, dem laut Pressemitteilung 173.594 Bitcoins gehören. Wenn man allerdings den Wert von Bitcoin am 12. Juni betrachtet und die Marktbewertung von Bitcoin Investment Trust in Höhe von 661 Millionen Dollar, ist das ein Aufschlag von 50 % gegenüber dem, was die Bitcoin eigentlich wert ist. Und als wäre das nicht frech genug, sackt das Management auch noch eine unverschämt hohe Gebühr von 2 % ein.

Ehrlich: Nein, danke.

4 Die meisten Leute verstehen Bitcoin nicht

Letztlich und am gravierendsten ist, dass die meisten Leute wirklich keine Ahnung haben, was Bitcoin eigentlich ist. Ich weiß, was du vielleicht denken magst: „Großartig, ich kann allen anderen enteilen!“ Aber schon ein kleiner Verständnisfehler könnte tatsächlich schreckliche Konsequenzen haben.

Beispiel? Wie wäre es mit einer erhöhten Volatilität auf dem Bitcoin-Markt, wie wir sie jetzt gerade mitbekommen, oder damals, 2013-2014? Vielleicht begreift man ja, dass Bitcoin eine Krypto-Währung ist, aber man versteht nicht das große Ganze Bild davon, weil anspruchsvolle Theorien dahinterstecken. Wenn Anleger diese Konzepte und die damit verbundenen Risiken nicht verstehen, könnten wir einen Zusammenbruch wie damals beim Tulpen-Hype sehen.

Die Risiken sind einfach viel größer als der potenzielle Gewinn.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien. Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 14.6.17 auf fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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