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Wie Carl Icahn mit Netflix 4 Milliarden Dollar durch die Lappen gingen

Bildquelle: flickr/Elvis Fool

Vor fast genau zwei Jahren verkaufte Carl Icahn seine Beteiligung an Netflix (WKN:552484), woraufhin er von der Finanzpresse als Genie gefeiert wurde. Im Nachfolgenden wollen wir darauf blicken, was hinter den Kulissen passierte und wie sich die Aktie entwickelte, nachdem die Presse aufgehört hatte, von dieser Geschichte zu berichten.

31. Oktober 2012: Icahn kauft und prahlt

Carl Icahn verkündete in den Sozialen Medien, dass er gerade 10 % an Netflix zu einem durchschnittlichen Preis je Aktie von 58,00 US-Dollar (8,28 US-Dollar splitbereinigt) und einem Gesamtpreis von 321 Mio. US-Dollar gekauft hatte. Es nutzte sowohl direkte Aktienkäufe als auch Optionsrechte, um sich 5,5 Mio. Aktien des Unternehmens zu sichern. Investoren feierten diese Bekanntgabe, und die Netflix-Aktie beendete den damaligen Handelstag mit einem Plus von 14 %.

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Wie sich herausstellte, verdankte Icahn die Idee dieser Investition seinem Sohn Brett, auch wenn der Vater sein öffentliches Image nutzte, um den Aktienkurs zu einem Höhenflug zu verhelfen.

Warum kaufte Icahn Netflix-Aktien?

Man muss sich in Erinnerung rufen, wie es um Netflix im Jahr 2012 stand. Der Aktienkurs der Unternehmens brach von 300 US-Dollar je Aktie ein, nachdem der Versuch im September 2012, das DVD- und das Streaming-Geschäft mit der Formation von Qwikster von einander zu trennen, desaströs scheiterte – hinzu kamen Preiserhöhungen. CEO Reed Hastings gab zu, dass das Unternehmen damit einen Fehler beging. Beschwerden von Abonnenten und Investoren führten schließlich dazu, dass die Qwikster-Idee fallen gelassen wurde.

Bildquelle: NETFLIX.

Trotz des Zurückruderns verlor die Netflix-Aktie mehr als 80 % ihres damaligen Wertes. Als Icahn seinen Deal ankündigte, hatten einige auch ihre Zweifel. Doch Icahns Sohn glaubte, dass die Aktie unfairerweise für einen — in der Vergangenheit liegenden — strategischen Fehler des Unternehmens bestraft würde. Vorausblickend sollte die Zukunft für Streaming-Fernsehen großartig sein und Netflix bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle einnehmen.

Oktober 2013: Icahn beginnt zu zögern

Gegen den Ratschlag seines Sohnes verkaufte Icahn im folgenden Jahr die Hälfte seiner Beteiligung. Sein anfänglicher Gewinn belief sich auf ca. 825 Mio. US-Dollar.

Unterdessen blieben Icahns Sohn Brett und sein Investitionspartner David Schechter weiterhin optimistisch bezüglich des Unternehmens:

Angesichts dieser Möglichkeiten und des Managementteams des Unternehmens, das wir als außerordentlich kompetent einschätzen, glauben wir, dass Netflix’ Bewertung immer noch relativ niedrig ist. Unserer Erfahrung nach gibt es nur eine Handvoll Unternehmen auf dieser Welt, die solch langfristiges Wachstumspotenzial haben, und sogar noch weniger Unternehmen, in denen der CEO so viel Vertrauen von den Investoren hat, nachdem er wiederholt seine Vision und Fähigkeiten, diese durchzusetzen, demonstriert hat.

Juni 2015: Icahn steigt ganz aus

Im Juni 2015 verkaufte Icahn auch seine restlichen Netflix-Beteiligungen. Die Ankündigung erfolgte via Twitter und die Finanzpresse schrieb sich förmlich in einen Rausch. In weniger als drei Jahren verdiente Icahn mit seiner Netflix-Beteiligung geschätzte 1,9 Milliarden US-Dollar.

Der Milliardär sagte, dass er seine Entscheidung zu verkaufen auf Basis der steigenden Konkurrenz und seines Wunsches, den Trade mit einem großen Gewinn beenden zu wollen, getroffen hatte.

Daten von YCHARTS.

Hier endet Icahns Geschichte, doch der Aufwärtstrend der Netflix-Aktie hielt an. Das Unternehmen konnte seither seine Nutzerbasis und Inhalte stetig ausbauen und so gut wie in jedes Land dieses Planeten expandieren.

Am Tag, als Icahn verkündete, dass er seine Position offiziell verkauft hatte, lag die Aktie bei 96,94 US-Dollar (den 7-1-Aktiensplit bereits berücksichtigt). Heute, zwei Jahre später, hat die Aktie weitere 70 % gutgemacht. „Hab’ ich dir doch gesagt“, wird Brett jetzt wohl sagen.

Wenn Icahn an seiner anfänglichen Beteiligung von 5,5 Mio. Aktien (nach dem Split: 38 Mio.) festgehalten hätte, wäre seine Position heute in etwa 6,4 Mrd. US-Dollar wert.

Was lernen wir aus dieser Geschichte?

Die Geschichten berühmter Investoren können sehr unterhaltsam sein, doch ihre Schritte nachzuahmen, ist keine tragbare Investitionsstrategie. Fools müssen sich auf langfristige Investitionen fokussieren.

Im Fall Carl Icahn und Netflix mag die Finanzpresse vielleicht aufgehört haben, sich mit dem Trade weiter zu beschäftigen. Blickt man aber etwas tiefer in diese Geschichte, erkennen Investoren wieder einmal, wie wichtig es ist, seinen Gewinnern Zeit zu geben. Für das Wall-Street-Schwergewicht bedeutete dies einen Verlust von 4 Milliarden US-Dollar.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Netflix und Twitter.

Dieser Artikel wurde von Frank DiPietro auf Englisch verfasst und am 02.06.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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