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Warum die Nordex-Aktie 20 % gefallen ist

Schwertransport Nordex-Gondel
Foto: Nordex SE

Die 3 Windturbinen-Champions beeindrucken: Gamesa (WKN:A0B5Z8) meldet einen Vertriebserfolg nach dem anderen, GE Wind schnappt sich den großen Rotorblatthersteller LM Windpower und MHI Vestas präsentiert eine 9,5-MW-Turbine. Im Schatten dieser Riesen hat es die Konkurrenz nicht leicht. Aber ist das Grund genug, die Nordex (WKN:A0D655)-Aktie derart abzustrafen? Eine Analyse.

Das ist passiert

Ausschläge nach oben und unten sind bei der viel gehandelten Nordex-Aktie keine Seltenheit. In letzter Zeit ging es allerdings meistens nach Süden. Noch im April sah es so aus, als ob der Abwartstrend gestoppt würde, aber jetzt zeigt sich, dass die Freude zu früh war. Von über 14 Euro stürzte der Kurs innerhalb von einem Monat auf unter 12 ab, ein dickes Minus von rund 20 %.

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Während der Kurs in früheren Quartalen vor allem unter der zurückgenommenen Umsatzprognose litt, ist es jetzt auch der Margendruck. Viele Beobachter erwarten, dass bei den mittelgroßen Herstellern in den kommenden Jahren die Abnahmepreise schneller sinken als die Kosten. Wenn dann auch noch der Umsatz stagniert, bekommen viele Investoren Panik.

Beobachter bemängeln auch, dass die Frequenz der gemeldeten Aufträge zuletzt stark abgenommen habe. Die zuständigen Analysten von Barclays und HSBC haben kürzlich den Daumen gesenkt. Sie fürchten, dass Wettbewerber wie Siemens Gamesa, General Electric (WKN:851144) und Vestas (WKN:913769) ihre Größenvorteile zunehmend in Marktanteilsgewinne ummünzen können. Für Nordex besteht dieser Logik zufolge die Gefahr, langsam aus dem Markt gedrängt zu werden.

Was davon zu halten ist

Dabei sollte doch gerade das Zusammengehen mit ACCIONA Windpower diesen Nachteil reduzieren. Blendet man das Offshore-Segment und die chinesischen Hersteller aus, dann erscheint der Abstand zum Spitzentrio nicht mehr so gewaltig. Zu bedenken ist auch, dass jeder Hersteller seine eigenen Schwerpunkte setzt, was Regionen und Anwendungsbereiche betrifft. Deshalb ist jede Ausschreibung anders. Kein Wettbewerber kann immer die Nase vorn haben und für jeden fällt etwas ab. Zum Beispiel hat die Marke Nordex viel Erfahrung mit schwierigen Standorten gesammelt.

Goldman Sachs hat sich vor wenigen Tagen weniger skeptisch als die Briten geäußert, aber auch sie senkte das Kursziel und zwar auf 14 Euro. Ab 2020 soll die Nachfrage nach Windturbinen weltweit wieder spürbar anziehen. Das deckt sich mit der Erwartung von Nordex-Chef José Louis Blanco, der durchaus optimistisch in die Zukunft blickt und sich überzeugt gibt, dass sein Unternehmen am Marktwachstum partizipieren wird. Daran, dass Nordex auch in dieser etwas schwierigeren Phase profitabel bleiben wird, lässt er keinen Zweifel.

Trotzdem genügt ein Blick in die letzten Investorenpräsentationen, um festzustellen, dass der Auftragseingang erheblich zurückgegangen ist, seitdem bei Ausschreibungen Auktionen immer häufiger werden. In mehreren europäischen Kernmärkten seien die Aufträge ausgeblieben, wurde zudem Anfang Juni gemeldet, weshalb in Rostock jetzt Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, um die laufenden Kosten zu senken. Um gegenzusteuern will das Management daneben zusätzlich Geld in die Hand nehmen, um das Produktprogramm technologisch zu stärken.

So attraktiv ist die Aktie jetzt

Selbst wenn also nicht alles rosig ist, so ist doch eines klar: Sinkende Kurse sind gut für alle, die sich überlegen, langfristig in Nordex zu investieren oder nachzukaufen. Denn das erhöht die Sicherheitsmarge, sodass selbst bei ungünstigem Verlauf der Geschäfte die Anlegerverluste gering ausfallen würden.

Bei einem Kurs von 11,70 Euro wird der Konzern noch mit 1,1 Mrd. Euro bewertet. Das bedeutet für mich, dass die Anleger weitgehend mit Stagnation rechnen, obwohl die Synergieeffekte mit der Marke ACCIONA sich erst zu entfalten beginnen, der Markt mittelfristig wieder stärker wachsen soll und ein großer Teil der Gewinne reinvestiert wird. Letzteres sorgt auch dafür, dass voraussichtlich schon 2019 der Buchwert über den aktuellen Kurs steigen wird.

Sollte sich jedoch die Hypothese bewahrheiten, dass Nordex Marktanteile abgeben und über längere Zeit mit niedrigen oder gar negativen Margen leben muss, dann sind auch bei einem optisch billigen Aktienkurs von unter 12 Euro noch weitere Verluste möglich. Für ähnlich wahrscheinlich halte ich aber die Gegenthese, dass Nordex zur Abwechslung mal wieder positiv überraschen wird. Immerhin macht der neueste Auftrag aus Australien, den Großaktionär ACCIONA (WKN:865629) eingefädelt hat, Mut.

Die Entscheidung für oder gegen eine Investition in Nordex hängt genau davon ab, was deiner Meinung nach überwiegt. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich abzuwarten, bis sich ein klareres Bild ergibt, vor allem was die Auftragseingänge angeht.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric. The Motley Fool empfiehlt Nordex.

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