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Die Krebstherapie, die bis Jahresende zur Nummer Zwei der meistverkauften Medikamente aufsteigen könnte

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In der Pharmabranche geht es um viel Geld. Laut eines Berichtes der Auslandshandelsbehörde der USA vom letzten Jahr soll der weltweite Medikamentenmarkt von 1 Billion US-Dollar Umsatz im Jahre 2015 auf 1,3 Billionen US-Dollar im Jahre 2020 steigen. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von 5 %. Und im Mittelpunkt dieses Wachstums steht der US-amerikanische Markt.

US-amerikanische Pharmaproduzenten gedeihen

Die USA sind ein optimales Ziel für Medikamentenhersteller. Das hat vielfältige Gründe. Die USA haben kein erstens umfassendes Krankenversicherungssystem. Dadurch hat der Kongress keine Möglichkeit, die Preise für Medikamente zu beschränken. Die Food and Drug Administration gewährt zudem äußerst lange Patentlaufzeiten für neue Therapien. Dadurch wird der Markteintritt billigerer Generika verhindert. Hinzu kommt, dass die Versicherungen eher die Preise der Medikamentenhersteller zu akzeptieren, als diese zu bekämpfen, da sie Angst haben Mitglieder zu verlieren, wenn sie ein beliebtes Medikament ablehnen. Und auch die Nachfrage nach Medikamenten in den USA ist höher als in jedem anderen Land. Diese Faktoren machen die USA zu einem optimalen Markt für Medikamentenhersteller, um zu gedeihen- und das tun sie auch.

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Letztes Jahr schaffte AbbVies (WKN:A1J84E) Entzündungshemmer Humira, welches das am meisten verkaufte Medikament der Welt ist,16,08 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ein bisschen mehr als 10,4 US-Dollar wurden in den USA erwirtschaftet. Dank einer starken Preissetzungsmacht stiegen die Umsätze um 24 % gegenüber dem Vorjahr.

Eine weitere Erfolgsgeschichte war Gilead Sciences (WKN:885823) mit dem dem Hepatitis C-Medikament Harvoni. Das Mittel kostet 94.500 US-Dollar für eine zwölfwöchige Behandlung. Und trotz eines Umsatzrückgangs im Jahre 2016, weil Gilead die niedrig hängenden Früchte gepflückt hatte, und die bedürftigsten Patienten bereits 2014 und 2015 behandelt hatte, erzielt das Mittel immer noch 9,08 Milliarden US-Dollar Umsatz. Knapp 5 Milliarden davon kamen aus den USA.

2016 schafften fünf Medikamente Umsätze, die über 8,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr lagen. Nach Humira und Harvoni waren dies Amgens (WKN:867900) und Pfizers (WKN:852009) Entzündungshemmer Enbrel, Roches (WKN:851311) und Biogens (WKN:789617) Krebsmittel Rituxan und Johnson & Johnsons (WKN:853260) und Mercks Entzündungshemmer Remicade.

Große Veränderungen stehen bei den umsatzstärksten Medikamenten an

Allerdings scheint es, als ob wir am Rande einer großen Veränderung bei den Verkaufsschlagern stehen. Remicade beispielsweise spürt den Markteintritt von Inflecta, ein bioähnliches Mittel (im Prinzip eine Kopie eines biologischen Medikamentes), welches 15 % günstiger ist und von Pfizer vertrieben wird. Die Umsätze von Remicade sanken 2016 um mehr als 10 %, was größtenteils durch die Schwäche in Europa ausgelöst wurde. Ohne die Preissetzungsmacht werden die Umsätze von Remicade 2017 wahrscheinlich erneut fallen.

Genauso führen die stärkere Konkurrenz im Entzündungshemmermarkt und der Abschluss neuer Lieferverträge zu einem Verlust der Preissetzungsmacht von Enbrel. Amgen hat hohe Preisaufschläge vorgenommen, die das Wachstum vorantrieben. Aber im ersten Quartal war damit Schluss. Die Umsätze von Amgens bisherigem Vorzeigemedikament fielen im ersten Quartal um 15 %. Fast 12 % des Rückgangs wurden durch ein verringertes Verkaufsvolumen ausgelöst und 2 % durch einen Preisrückgang.

Selbst Harvoni von Gilead könnte 2017 weiter unter Druck geraten. Die stärkere Konkurrenz im Hepatitis C-Bereich durch Merck, welches für seine Therapie fast 40.000 US-Dollar weniger verlangt, ließen Gilead zu dem Schluss kommen, dass der Umsatz im Jahre 2017 zwischen 7,5 Milliarden und 9 Milliarden US-Dollar liegen wird. Dies beinhaltet auch die Umsätze von Sovaldi und Epclusa, welches das erste und neuste Mittel gegen Hepatitis C darstellen.

Eine Ausnahme dieses Jahr ist Rituxan von Roche. Das Unternehmen gab einen Zuwachs von 4 % Umsatz im ersten Quartal an. Trotzdem könnten Nachahmerprodukte eher als erwartet auf den Markt kommen. Und auch das Patent von Rituxan besteht nicht ewig. So könnte auch Rituxan bald Umsatzrückgänge verzeichnen.

Dieses Krebsmittel könnte 2017 auf der Stelle zur Nummer 2 aufsteigen

Da die Topseller-Medikamente sinkenden Umsätzen entgegensehen, scheint es so, als ob Celgenes (WKN:881244) Medikament Revlimid, welches gegen Multiples Myelom wirkt, eine Außenseiterchance auf die Nummer zwei unter den am meisten verkauften Medikamenten 2017 hat. Celgene hält an einer Vorhersage von 8 Milliarden bis 8,3 Milliarden US-Dollar Umsatz für das Gesamtjahr fest. Man muss aber hinzufügen, dass das Unternehmen eher konservativ schätzt.

Celgenes Erfolg basiert auf dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Da ist die wachsende Nachfrage nach Reylimid. Diese wird durch eine steigende Zahl an Diagnosen von Multiplen Myelomen aufgrund einer größeren Bevölkerung und einer früheren Erkennung vorangetrieben. Dadurch wird die Nachfrage nach der dem Mittel, welches als Erst- und Zweittherapie eingesetzt wird, angeregt.

Celgene hat zudem eine ausgezeichnete Preissetzungsmacht bei seinem Vorzeigemittel. Obwohl der Listenpreis der Krebsmittel gut gehütet wird, konnte Celgene ohne Probleme höhere Preise bei Versicherern und Patienten durchsetzen. Wenn man den außergewöhnlichen Marktanteil betrachtet, den es bei der Behandlung von Multiplen Myelomen hat, sollte Revlimid im unwahrscheinlichen Falle einer gesetzlichen Preisschranke nicht viel leiden.

Celgene weist zudem darauf hin, dass auch die Behandlungsdauer zu dem Umsatzwachstum beigetragen hat. Die Verbesserungen im Behandlungsprozess der Multiplen Myelome erlaubte es Patienten, Revlimid länger einzunehmen und damit die Umsätze für Celgene zu erhöhen.

Zudem hat Revlimid verschiedene Möglichkeiten, den Einsatz des Mittels auszuweiten. Dies umfasst das Follikuläre Lymphom, wiederkehrende indolente Lymphome und diffuse B-Zellen Lymphome vom ABC-Subtyp. Dies sind keine großen Märkte für Celgene, aber sie bieten einen Kanal, um die Umsätze zu steigern.

Das unterscheidet Revlimid von seinen Konkurrenten

Es gibt jedoch noch einen weiteren Faktor, der Revlimid von seinen Konkurrenten unterscheidet. Im Dezember 2015 schloss Celgene eine Vereinbarung mit verschiedenen Generika-Herstellern bezüglich Revlimid. Ein Hersteller erhält die Erlaubnis, eine beschränkte Zahl an Generika von März 2022 bis Ende 2025 herzustellen. Ab 31. Januar 2026 dürfen dann alle Hersteller Generika anbieten. Mit dieser Vereinbarung sicherte sich Celgene zehn Jahre Platz, um sich zu entfalten.

Auf der anderen Seite sehen wir einen deutlichen Rückgang von Harvoni, Enbrel, Remicade und Rituxan. Und sogar Humira steht kurz vor dem Verlust seiner Umsätze aufgrund des auslaufenden Patentes. Mit anderen Worten, Revlimid könnte nicht nur 10 Milliarden US-Dollar Umsatz einfahren, es könnte zudem bis 2020 auch zum meistverkauften Medikament werden.

Es ist aber auch klar, dass in dieser Zeit viel passieren kann. Dies könnten neue Konkurrenten sein sowie Therapien, die schneller wachsen als Revlimid. Ein Beispiel ist das experimentelle Alzheimermittel Aducanubab von Biogen. Wenn es die letzten Versuche besteht und von der Food and Drug Adminstration zugelassen wird, könnte es pro Jahr mehr als 10 Milliarden US-Dollar Umsatz einfahren.

Trotzdem liegt vor Revlimid ein klarer Pfad hin zu höheren Umsätzen in den kommenden Jahren. Und wenn die Dinge gut laufen, dann könnte es sogar zum Medikament werden, welches dieses Jahr weltweit die zweithöchsten Umsätze einfährt.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Biogen, Celgene, Gilead Sciences und Johnson & Johnson. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Short Juni 2017 70 USD Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 29.05.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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