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Fünf Faktoren, die in der zweiten Jahreshälfte großen Einfluss auf den Goldpreis haben könnten

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Leute, die in physisches Gold investieren, haben im letzten Jahr einen ziemlich wilden Ritt erlebt. Die Goldpreise konnten verglichen mit dem 22. Mai 2016 nur 1 % zulegen. Im selben Zeitraum gab es aber eine Volatilität von 237 US-Dollar beim Goldpreis pro Unze.

Seit Anfang 2016 waren Investitionen in physisches Gold und Goldaktien ziemlich solide Investitionen. Physisches Gold konnte etwa um 19 % steigen, während zahllose Goldaktien deutlich mehr als 100 % gut machen konnten. Der VanEck Vectors Gold Miners ETF hält 53 Minenaktien und konnte seit Anfang 2016 um 69 % steigen. Diese gute Entwicklung liegt daran, dass immer mehr Investoren in Gold und Goldaktien investiert haben.

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Jetzt stellt sich aber eine Frage: Geht das noch so weiter? Obwohl niemand das mit Sicherheit sagen kann, können wir uns die Faktoren ansehen, die den Goldpreis kurzfristig beeinflussen werden. Im Folgenden sprechen wir über die wichtigsten Einflussfaktoren in der zweiten Jahreshälfte 2017.

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1. Die Geldpolitik der Federal Reserve

Die Federal Reserve ist der größte Treiber der Goldpreise. Durch die Geldpolitik kann die Fed die Zinsen beeinflussen und damit auch den Goldpreis, da bei höheren Zinsen die Opportunitätskosten steigen.

Opportunitätskosten bedeutet, man verliert die Wachstumsmöglichkeiten eines Vermögenswertes, wenn man einen anderen hält. Physisches Gold hat keine Dividendenrendite und das bedeutet, dass es keine garantierten Renditen auf das Edelmetall gibt. Andererseits haben amerikanische Staatsanleihen eine fast garantierte Rendite. Wenn die Renditen auf die Staatsanleihen niedrig sind oder so niedrig, dass man inflationsbereinigt praktisch nichts dabei verdient, dann fühlen sich viele Investoren dazu genötigt nicht in Anleihen und dafür in Gold zu investieren. Hier sind die Opportunitätskosten niedrig. Wenn die Zinsen aber deutlich steigen, dann steigen damit auch die Opportunitätskosten, wenn man Gold hält und keine Anleihen kauft. Daher werden die Investoren eher ihr Gold verkaufen und in Anleihen investieren.

Aktuell befindet sich die Fed in einer Phase, in der die Geldpolitik wieder etwas strenger werden soll. Das könnte man als schlechte Nachrichten für Gold sehen. Die Fed hebt die Zinsen aber auch von einem historischen Tiefstand. Selbst jetzt, nach drei Erhöhungen um 25 Basispunkte, liegt die Fed immer noch um volle 200 Basispunkte unterhalb des langfristigen Zieles von 3 %. Die Geldpolitik der Fed wird daher definitiv Auswirkungen darauf haben, wie sich Gold in der zweiten Jahreshälfte entwickeln wird.

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2. Die Inflation in den USA

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich die Inflationsraten, die die Tendenz haben, hier einen Gegenpol zu bilden.

Die Inflation wird als der steigende Preis eines standardisierten Corps aus Gütern und Dienstleistungen bewertet. Eine steigende Inflation wird fast immer mit einer wachsenden Wirtschaft gleichgesetzt. Jetzt, da sich die amerikanische Wirtschaft weiter ausdehnt, erhöht die Fed auch die Geldzufuhr, was den Wert des bestehenden Geldes verwässert und damit Güter und Dienstleistungen, darunter Gold, für den Kunden teurer macht.

Allgemein gesprochen bringen höhere Inflationsraten die Investoren dazu, Gold zu kaufen, da es als eine sichere Investition angesehen wird. Das Gold auf diesem Planeten ist begrenzt, Geld kann aber ganz schnell nachgedruckt werden. Die Inflationsrate in den USA wird daher große Auswirkungen darauf haben, wie sich Gold in der zweiten Jahreshälfte entwickeln wird. Wenn die Inflation im mittleren Bereich von 2 % hält, was unter der historischen Norm aber deutlich über der Norm seit der Finanzkrise liegt, dann könnte sich Gold gut entwickeln.

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3. Die Steuerpolitik und Wirtschaftsinitiativen von Donald Trump

Edelmetalle entwickeln sich in der Regel gut in Zeiten der Unsicherheit. Ganz oben auf der Liste der Unsicherheiten für die zweite Jahreshälfte 2017 steht die Frage, ob Präsident Trump und der Kongress sich auf einen Wirtschaftsplan und eine Steuerreform einigen können.

Die höheren Wachstumsraten, die eine Steuerreform und die Wirtschaftsinitiativen bringen könnten, sollten allerdings zu einer besseren wirtschaftlichen Sicherheit führen, was die Gold-Investoren grundsätzlich nicht so gerne haben. In einer wachsenden Wirtschaft gibt es natürlich eine steigende Nachfrage nach Gold, die Gold-Investoren tendieren aber dazu zu verkaufen, wenn das Wirtschaftswachstum anzieht.

Andererseits hat Trump schon mehrmals gezeigt (wie am Beispiel der Gesundheitsreform), dass er und der Kongress sich nicht besonders grün sind und das könnte die Steuerreform schwierig gestalten. Jede Form der Unsicherheit im Bezug auf die Steuerreform würde daher von den Gold-Investoren als positiv angesehen werden.

Darüber hinaus wissen wir nicht, was mit der Grenzsteuer passieren soll. Damit könnten amerikanische Unternehmen einen Anreiz bekommen, mit einem Steuerrabatt zu exportieren, während gleichzeitig Importeure mit zusätzlichen höheren Steuern bestraft würden. Die meisten Experten glauben, dass diese Steuer zu einer Erhöhung des Dollarkurses um 15 % bis 20% in den nächsten Jahren führen könnte. Das ist wichtig, weil der amerikanische Dollar und Gold sich immer gegengleich bewegen. In anderen Worten, wenn der amerikanische Dollar sich so verhält wie in der Vergangenheit, dann könnte in einem solchen Szenario der Goldpreis fallen.

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4. Der Brexit

Wenn die Steuerreform eines der heißen Themen für die zweite Jahreshälfte wird, dann dürfen wir aber den Brexit nicht vergessen. Im letzten Sommer stimmten die Briten überraschenderweise dafür, aus der EU auszutreten. Das bedeutet, dass Großbritannien jede Menge neue Handelsabkommen mit der EU schließen muss. Der Artikel 50, der das regelt, sieht aber einen Zeitraum von zwei Jahren vor. Damit hat das Vereinigte Königreich nicht allzuviel Zeit, um seine Finanzen neu zu regeln.

Das Wichtigste dabei ist aber, dass der Brexit unglaublich komplex ist und dass es dafür keinen Präzedenzfall gibt. Das bedeutet, dass hier viele Dinge geklärt werden müssen wie die Teilnahme von Großbritannien an wissenschaftlichen Forschungsprojekten und anderen sozialen Programmen, die von der EU kollektiv finanziert werden. Einige Experten erwarten, dass es in Großbritannien zu einer kleineren Rezession kommen könnte, da der Brexit so viel Unsicherheit bietet.

Das Gold könnte daher von der Komplexität und der Länge der Austrittsverhandlungen abhängen.

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5. Angebot und Nachfrage nach Gold

Schließlich sollte man nicht vergessen, dass Angebot und Nachfrage immer noch wichtig sind.

Im ersten Quartal war die Nachfrage nach Gold deutlich geringer als im Vorjahreszeitraum. Laut dem World Gold Council fiel die Nachfrage um 34 % im Jahresvergleich, da die ETFs um 68 % weniger investierten. Die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen stieg allerdings um 9 %. In China und Indien gab es sogar zweistellige Nachfrageerhöhungen. Das WGC merkt aber an, dass das erste Quartal 2016 ein besonderer Fall war, da damals der Goldpreis so schnell gestiegen war wie in den vorhergehenden 30 Jahren nicht mehr. Wenn wir diesen zusätzlichen Effekt in Betracht ziehen, dann war die Nachfrage im Q1 2017 immer noch solide.

Die Nachfrage nach Gold wird auch ein wichtiger Faktor sein. Die meisten öffentlich gehandelten Edelmetall-Minenunternehmen haben ihre Investitionsausgaben gesenkt, seit der Goldpreis im Jahr 2011 bei 1.900 US-Dollar pro Unze seinen Höchststand erreicht hat. Das bedeutet, dass das Wachstum bei der Nachfrage höher ist als das Wachstum der Produktion. Das ist eine Situation, die zu höheren Goldpreisen führen muss. Aber, da der Goldpreis ja wieder steigt (200 US-Dollar pro Unze seit Januar 2016), könnten die Minen in Versuchung sein, die Produktion zu erhöhen.

Das Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage könnte in der zweiten Jahreshälfte ein wichtiger Faktor sein.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 27.05.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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