The Motley Fool

Warum sich Waymo von Alphabet mit Lyft zusammengetan hat

Alphabet (WKN:A14Y6H) geht mit seiner Tochterfirma Waymo im Kampf gegen Uber Technologies in die nächste Runde. Waymo und der Erzrivale von Uber, Lyft, verkündeten, dass sie zusammenarbeiten möchten, um gemeinsam selbstfahrende Technologie zu entwickeln.

Waymo und Lyft haben aber keine weiteren Angaben dazu gemacht. Im Folgenden erfährst du, was wir wissen und wie sich die Sache wahrscheinlich entwickeln wird.

Die wachsende Flotte von selbstfahrenden Chrysler Pacifica Hybrid-Minivans könnte Ende des Jahres schon bei Lyft zum Einsatz kommen. Bildquelle: Alphabet.

Was wir über die Zusammenarbeit wissen

Die Presseerklärung war sehr kurz. Hier die komplette Erklärung, die ich von einem Sprecher von Waymo bekommen habe:

Wir freuen uns darauf, mit Lyft zusammenzuarbeiten, um neue selbstfahrende Produkte zu entwickeln, die unsere Straßen sicher und den Transport für alle zugänglich machen werden. Die Vision und das Engagement von Lyft, um die Art und Weise zu verbessern, wie sich ganze Städte bewegen, wird der selbstfahrende Technologie von Waymo helfen, mehr Leute zu erreichen und an mehr Orten präsent zu sein.

Das Wall Street Journal zitierte eine Person, die den Vertrag kennt und meldete, dass Lyft Waymo helfen werde, die autonome Technologie zu testen. Beispielsweise könnten Fahrzeuge mit der Software von Waymo bei Lyft zum Einsatz kommen.

Im Moment wissen wir aber nicht mehr als das.

Was Waymo davon hat: Daten!

Waymo konnte in der Vergangenheit bereits auf 3 Millionen Meilen auf öffentlichen Straßen Daten für sich gewinnen, ein Großteil dieser Straßen befanden sich aber in Nordkalifornien in der Nähe des Hauptsitzes von Alphabet in Mountain View. Die Zusammenarbeit mit Lyft könnte Waymo die Möglichkeit bieten, Testfahrzeuge in städtischen Gegenden zu testen und damit weitere Daten zu sammeln. Diese landesweiten Testfahrten werden deutlich anders ausfallen als die im Silicon Valley.

Was Lyft vielleicht davon bekommt: Technologie

Lyft arbeitet jetzt schon mit General Motors (WKN:A1C9CM) zusammen, das auch 9 % des Unternehmens hält und sich angeblich gerade für einen Test mit dem selbstfahrenden Chevrolet Bolt vorbereitet.

Die Zusammenarbeit mit Waymo wird Lyft bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die selbstfahrende Technologie von GM soll zwar jetzt schon ziemlich gut sein, die von Waymo könnte aber noch besser sein – und vielleicht sogar die beste, die aktuell verfügbar ist.

Die Technologie von Waymo wird auf jeden Fall anders sein als die von GM und wird verschiedene Stärken und Schwächen aufweisen. Eine Zusammenarbeit liefert jedenfalls eine bessere Perspektive, welche Optionen dem Unternehmen offen stehen.

So wird Lyft in diesem Bereich Fortschritte erzielen, wenn Uber gerade stillsteht, weil es sich momentan in einem Gerichtsverfahren mit Waymo befindet.

Worum geht es bei dieser Rivalität mit Uber?

Waymo, das auch bekannt ist als das Google Self Driving Car Project, befindet sich seit mehreren Monaten in einem Rechtsstreit mit Uber. Waymo behauptet, der Chef des autonomen Fahrprogramms von Uber hätte Firmengeheimnisse von Google mitgenommen, als er das Unternehmen im letzten Jahr verlassen hat, und hätte diese Geheimnisse Uber zugänglich gemacht.

Der Rechtsstreit befindet sich noch im Frühstadium, aber die Fakten, die bisher auf dem Tisch liegen, lassen die Lage für Uber nicht gut aussehen.

Hat Waymo denn keine eigenen selbstfahrenden Fahrzeuge?

Doch. Waymo hat eine brandneue und wachsende Flotte von Chrysler Pacifica Hybrid-Minivans, die mit der neuesten Version des autonomen Fahrsystems ausgestattet sind. Fiat Chrysler Automobiles (WKN:A12CBU) lieferte im letzten Jahr mehr als 100 eigens dafür gefertigte Pacificas an Waymo. Das Unternehmen verkündete im letzten Monat, dass man dieses Jahr noch weitere 500 Stück bauen und ausliefern werde. Diese Pacificas könnten auch bei Lyft zum Einsatz kommen.

Waymo befand sich auch im Gespräch mit Honda (WKN:853226). Dabei ging es um ein ähnliches Arrangement, um Testfahrzeuge zu bekommen. Bisher wurde aber noch keine Übereinkunft verlautbart.

GM-CEO Mary Barra mit einem selbstfahrenden Chevrolet Bolt bei einem Event im letzten Dezember. GM soll in den kommenden Monaten tausende dieser Prototypen für einen Test bei Lyft herstellen. Bildquelle: General Motors.

Inwiefern ist das schlecht für Uber?

Sowohl Uber als auch Lyft verlieren Geld. Der Weg hin zu den schwarzen Zahlen bedeutet, dass die menschlichen Fahrer durch automatisierte Fahrzeuge ersetzt werden müssen. Damit wird die ganze Sache zu einem Rennen. Wer wird der Erste sein, der selbstfahrende Taxis in den USA großräumig anbietet? Der Gewinner könnten diesen Bereich dominieren.

Uber arbeitet schon daran, seine eigene Technologie zu entwickeln. Das Unternehmen hat eine kleine Zahl selbstfahrender Prototypen, die seit dem letzten Sommer arbeiten. Aber die Technologie ist angeblich nicht so weit fortgeschritten wie die von Waymo, GM und anderen. Die potenziellen Restriktionen, die sich aus dem Gerichtsverfahren ergeben, werden natürlich auch nicht helfen.

Bevor sich Lyft im letzten Jahr sich mit GM zusammengetan hat, war die ganze Sache kein Thema für das Unternehmen. Damit ist Lyft aber in einer guten Position, um Uber Konkurrenz zu machen. Die Zusammenarbeit mit Waymo wird die Wettbewerbsfähigkeit von Lyft nur verbessern.

Wie geht’s jetzt weiter für Waymo und Lyft?

Das wissen wir nicht. Ich erwarte, dass die beiden Unternehmen ein Pilotprogramm mit den Waymo-Fahrzeugen ankündigen werden. Das wird wahrscheinlich in einem oder mehreren amerikanischen Städten noch dieses Jahr passieren. Solange die Unternehmen keine weiteren Informationen herausgeben, wissen wir aber nichts mit Sicherheit.

Das einfache Geheimnis, die besten Aktien zu kaufen

Wie Warren Buffett einmal sagte, musst du keinen IQ eines Genies haben, um ein großartiger Investor zu sein. Alles was du dafür brauchst ist einfache Mathematik, das Wissen auf welche Zahlen du schauen musst und etwas gesunden Menschenverstand. In unserem kostenlosen Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" teilen wir 15 Bilanzkennzahlen mit dir, mit Hilfe derer du die Aktien mit den besten Zukunftsaussichten identifizieren kannst. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Sonderbericht zu erhalten.

Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C).

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 16.05.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.