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Was passieren müsste, damit der Ölpreis wieder auf 100 US-Dollar steigt

Foto: Pixabay, ptra

Es sind fast drei Jahre vergangenen, seitdem der Ölpreis die 100-Dollar-Marke überstieg. Danach wurde Rohöl aufgrund eines anhaltenden Überschusses die meiste Zeit für die Hälfte dieses Preises gehandelt. Dieses Angebotsungleichgewicht wird sich wohl auch in der kommenden Zeit nicht verbessern, da es scheint, dass Ölschieferproduzenten ihren Output im Gleichschritt mit den Produktionskürzungen der OPEC hochfahren.

Nur weil es am Markt derzeit einen Ölüberschuss gibt, bedeutet es nicht, dass es immer so bleiben wird. Nachfolgend sind fünf potenzielle Katalysatoren, die – wenn mindestens zwei Ereignisse davon gleichzeitig eintreten – den Ölpreis zurück in den dreistelligen Bereich katapultieren könnten.

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Die OPEC schießt über das Ziel hinaus

Ende des vergangenen Jahres entschied die OPEC, dem Ölpreis eine Untergrenze zu setzen (oder zumindest dachte sie das), indem sie zustimmte, den kombinierten Output um 1,2 Mio. Barrels pro Tag für die ersten sechs Monate dieses Jahres zu kürzen. Außerdem schloss sie einen Deal mit zehn Nicht-Mitgliedsstaaten – darunter auch Russland – über die Kürzung ihres Nachschubs um 600.000 Barrels pro Tag. Trotz eines anfänglichen Anstiegs hat sich der Ölpreis nicht großartig von der Stelle bewegt, da Ölschieferproduzenten diese Lücke weitgehend gefüllt haben. Aus diesem Grund denkt die OPEC darüber nach, die Produktionskürzung bis Ende 2017 auszuweiten – oder sogar darüber hinaus. Die OPEC hofft, mit der Minderung des Nachschubs den Markt schnell wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die OPEC über das Ziel hinausschießt und zu viel Öl aus dem Markt nimmt und Reservekapazitäten viel zu gering hält.

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Ein drastischer Abstieg

Bevor die OPEC die Entscheidung traf, einzuschreiten, um den Ölmarkt zu stabilisieren, gab es einen von Unterinvestitionen herbeigeführten bemerkbaren Rückgang des weltweiten Erdölangebots. Dem Ölbranchen-Spezialisten Core Labs (WKN:897269) zufolge war das US-Ölangebot auf Kurs, um 11 % zu fallen, da Ölschieferproduzenten ihre Investitionen stark gesenkt hatten. Core Labs merkte ebenfalls an, dass der Output in Angola, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Venezuela und China aus ähnlichen Gründen sank. Diese Situation hat das Potenzial, sich zu einer zukünftigen Angebotsverknappung zu entwickeln, da die Ölbranche ihre Produktionskapazität täglich um 2,8 Mio. Barrels ausweiten müsste, um die sinkende nachhaltige Ölschieferproduktion zu kompensieren. Folglich könnte die langfristige Produktion auf ein untragbares Niveau fallen, sofern die globale Produktion nicht ansteigt.

Kriege und Gerüchte über Kriege

Dank der kombinierten Bemühungen der OPEC und Unterinvestitionen kämpft sich der Ölmarkt zurück ins Gleichgewicht. Jedoch könnte dieses Gleichgewicht schnell wieder wackeln, wenn etwas Unerwartetes passiert – wie eine schlimme Terrorattacke oder zivile Unruhe im Staat eines großen Ölproduzenten. Derzeit gibt es auf der Welt einige Brennpunkte, einschließlich im Land des OPEC-Mitglieds und führenden Ölreservehalters Venezuela, wo der ehemalige Außenminister des Landes vor kurzem davor gewarnt hat, dass die Proteste in Venezuela außer Kontrolle geraten und sich zu einem Bürgerkrieg entwickeln könnten. Ein solches Ereignis könnte die Ölproduktion des Landes von 2,3 Mio. Barrels pro Tag einstellen. Unterdessen gab es auch in Nigeria in den vergangenen Jahren kriegerische Auseinandersetzungen, die möglicherweise eskalieren und die Ölproduktion des afrikanischen Staates von fast 2 Mio. Barrels pro Tag außer Betrieb nehmen könnten. Im Vergleich zum Persischen Golf, der täglich fast 17 Mio. Barrels Öl produziert, ist Venezuela nur ein Leichtgewicht. Wenn der Iran seine Produktion einstellt oder der IS einige wichtige Erdölterminals der Region gleichzeitig angreift, könnte der Ölmarkt aus den Fugen geraten.

Der Zorn der Natur

Einen weiteren möglichen Versorgungsengpass könnte eine Naturkatastrophe wie ein zerstörerischer Wirbelsturm im Golf von Mexiko oder ein verheerender Flächenbrand in Kanada auslösen. Als beispielsweise Katrina im Jahr 2005 den Golf von Mexiko traf, brach die Produktion der Region, die zum damaligen Zeitpunkt 1,5 Mio. Barrels pro Tag – oder 30 % des amerikanischen Öls – produzierte, um 95 % ein. Unterdessen drückten die Flächenbrände in Kanada im vergangenen Jahr die Produktion um 1 Mio. Barrels pro Tag – also um die Hälfte der dortigen Ölproduktion. In beiden Fällen waren die Marktstörungen nur vorübergehend, da in keiner der zwei Regionen die Ölinfrastruktur direkt getroffen wurde. Wenn durch eine Naturkatastrophe allerdings gleich mehrere Ölproduktionsanlagen oder Pipelines zerstört werden, könnte dies zu einer bemerkbaren langfristigen Versorgungsstörung führen.

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Der schlafende Drache der Nachfrage erwacht

Ein unerwarteter Nachfrageanstieg ist ein weiterer möglicher Katalysator, der den Ölpreis in die Höhe schnellen könnte, insbesondere wenn er zu einer Zeit eintritt, in der das Angebot sowieso schon großem Druck ausgesetzt ist. Derzeit rechnet die Internationale Energieagentur damit, dass die Ölnachfrage dieses Jahr mit einer gesunden Wachstumsrate von 1,3 Mio. Barrels pro Tag steigen wird. Aufgrund einer niedrigeren Nachfrage aus Russland und Indien ist die Wachstumsrate jedoch niedriger als in den vergangenen zwei Jahren.

Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass die Ölnachfrage wieder Fahrt aufnehmen wird, wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen verbessern. Zwei Regionen, die man besonders im Blick behalten sollte, sind Indien und China. Während die Ölnachfrage in Indien dieses Jahr um 7-8 % zunehmen und so Chinas Ölnachfrage im dritten aufeinanderfolgenden Jahr übertreffen sollte, könnte eine wieder erstarkte wirtschaftliche Wachstumsrate in China und ein schnelleres Wachstum in Indien die Ölnachfrage unerwartet hoch treiben. Dieses Szenario könnte den Ölpreis deutlich nach oben katapultieren, wenn es den Markt völlig unvorbereitet treffen sollte.

Fazit für Investoren

Isoliert betrachtet würde keines der Ereignisse alleine dazu führen, dass der Ölpreis in absehbarer Zeit wieder in die Höhe schießt. Da jedoch die OPEC zu einer Zeit, in der der Rest der Welt größtenteils seine Investitionen in neuen Output zurückschraubt, hart daran arbeitet, den Überschuss zu beseitigen, setzt es den Markt dem Risiko eines verheerenden Nachfrageschocks aus. Wenn die Produktion in einem oder mehreren Schlüsselregionen aufgrund eines Angriffs oder einer Naturkatastrophe plötzlich aussetzt und es gleichzeitig einen überraschenden Nachfrageanstieg gibt, könnte der Erdölpreis schnell wieder in dreistellige Regionen steigen.

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Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 15.5.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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