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2 Übernahmen und Rekordumsatz – das war das erste Quartal bei Henkel

Foto: Peter Roegner

Der Düsseldorfer Konsumgüterproduzent Henkel (WKN: 604843) trotzte in den ersten drei Monaten 2017 dem schwierigen Marktumfeld aus Preis- und Promotionsdruck und höheren Rohstoffpreisen. Erstmals wurde in einem Quartal ein Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro erzielt.

Alle drei Bereiche legten zu

Der Henkel-Konzern unterteilt sein Geschäft in drei Bereiche. Und diese trugen alle zum Wachstum bei:

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Sparte Umsatz Q1 2017 in Mio. Euro Wachstum zu Q1 2016
Klebstoffe 2.295 7,1 %
Körperpflege 1.011 6,4 %
Reinigungsmittel 1.726 29,5 %
Gesamt 5.064 13,6 %

Quelle: Q1-Bericht Henkel

Das hohe Wachstum bei den Reinigungsmitteln fällt sofort ins Auge. Verantwortlich dafür ist die amerikanische Sun Products Corporation, auf die 27,5 Prozentpunkte des Zuwachses entfallen. Henkel hatte Sun im vergangenen Jahr erworben und ist dadurch zur Nummer 2 in den USA hinter Procter & Gamble aufgestiegen.

EBIT-Marge steigt

Trotz des herausfordernden Umfelds konnte Henkel das operative Ergebnis EBIT um 13,8 % auf 854 Millionen Euro steigern. Dabei handelt es sich um den bereinigten Gewinn, aus dem einmalige Belastungen und Erträge herausgerechnet wurden.

Dass das EBIT stärker zulegte als der Umsatz, bedeutet, dass Henkel die Marge leicht steigern konnte, dass also von jedem eingenommenen Euro mehr übrig blieb. Verantwortlich dafür war die Klebstoff-Sparte, die die Umsatzrendite um 0,6 Prozentpunkte auf 18,1 % steigern konnte. Da es sich hierbei um den größten Bereich des Konzerns handelt, hat das entsprechenden Einfluss auf das Ergebnis.

Bei den Reinigungsmitteln ging die Marge dagegen auf 17,3 % zurück – hier wirkte sich der Sun-Erwerb aus. Die Amerikaner sind noch nicht so profitabel wie der Rest von Henkel. Da gibt es also noch Arbeit für die Düsseldorfer.

Was blieb unter dem Strich übrig?

Auf bereinigter Basis weist Henkel für die ersten drei Monate einen Gewinn von 623 Millionen Euro aus. Das sind 10,9 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Und das ist weniger Zuwachs als beim EBIT. Ein höherer Zinsaufwand und ein Fünftel mehr an Steuern verhinderten einen ähnlichen Gewinnanstieg wie beim operativen Ergebnis. Pro Vorzugsaktie lag der Gewinn bei 1,41 Euro.

Zwei Übernahmen

Zusätzlich zum Quartalsergebnis berichtete Henkel, dass zwei weitere Unternehmen gekauft wurden.

Schon Anfang März hatte der Familienkonzern über Verhandlungen zum Erwerb der Darex Packaging Technologies berichtet. Als Kaufpreis stand damals rund eine Milliarde Euro im Raum. Nunmehr wurde Vollzug gemeldet. Wie hoch der endgültig ausgehandelte Preis ist, wurde nicht mitgeteilt.

Darex ist ein führender und weltweit tätiger Hersteller von Hochleistungsabdichtungen und -beschichtungen für Metallverpackungen. Zu den Kunden von Darex gehören Hersteller von Getränke-, Lebensmittel- oder Aerosol-Dosen. Im Jahr 2016 erzielte Darex einen Umsatz von rund 300 Millionen US‐Dollar.

Des Weiteren erwarb Henkel das mexikanische Haarpflegeunternehmen Nattura Laboratorios für einen nicht genannten Preis. Henkel stärkt damit seine Position im wichtigen lateinamerikanischen Markt. Nattura erzielte 2016 einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro und ist mit seinen wichtigsten Marken Pravana und Tec Italy vor allem im Professional-Bereich des Haarpflege-Segments aktiv.

Wie steht es um die Aktie?

Im Niedrigzinsumfeld haben sich Anleger auf der Suche nach Erträgen auf sichere und krisenfeste Branchen gestürzt. Die Konsumgüterindustrie ist ein klassisches Beispiel dafür, und das hat dazu geführt, dass die Henkel-Vorzugsaktie starke Kursgewinne erzielen konnte. Das ist gut für die Aktionäre, aber schlecht für diejenigen, die das erst noch werden wollen.

Mit einem Kurs von 124,70 Euro (15.05.2017) notiert die Vorzugsaktie nur knapp unter ihrem Allzeit-Hoch. Vorstandschef Hans Van Bylen rechnet für 2017 mit einem Wachstum des Gewinns pro Aktie von 7 bis 9 % – das wären dann etwa 5,12 Euro.

Für die Aktie ergibt sich somit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 25. Das ist für ein großes, nur moderat wachsendes Unternehmen nicht preiswert, zeigt aber auch die Qualität, welche die Börsianer so schätzen.

Wer heute die Henkel-Aktie kauft, kann sich fast sicher sein, in den nächsten Jahren regelmäßige und steigende Dividenden zu erhalten. Sollte es nach der Rallye der letzten Monate am Aktienmarkt zu Kursrückgängen kommen, dürften diese bei Henkel eher moderat ausfallen. Allerdings sollten die Anleger auch in Richtung Norden nicht zu viel erwarten – exorbitante Kurszuwächse halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich.

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Peter Roegner besitzt Stammaktien der Henkel AG & Co. KGaA. Von Peter Roegner betreute Depots besitzen Aktien der Procter & Gamble Co. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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