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Konzentration in der Windkraftbranche: Die nächste Fusion kommt

Foto: Senvion

Senvion (WKN:A2AFKW) war einmal im Verbund mit der indischen Suzlon einer der ganz großen Windturbinenhersteller und wirkt heute ein bisschen wie der Underdog. Nach der stürmischen Industriekonsolidierung der letzten Jahre sind Vestas (WKN:913769), Siemens Gamesa und GE ganz schön weggezogen. Die Herausforderungen sind groß und ich sehe einige Anzeichen dafür, dass die nächste Fusion vor der Tür stehen könnte.

So steht Senvion heute da

Die Tochter der Private-Equity-Firma Centerbridge hatte in letzter Zeit keine gute Presse. Wegen der umstrittenen Werksschließungen in Deutschland und anhaltenden Verlusten wurde Senvion teilweise als „strauchelnd“ bezeichnet. In Wirklichkeit muss man sich aber um das Unternehmen keine akuten Sorgen machen. Mit über 300 Mio. Euro liquiden Mitteln, einem vollen Lager und 278 Mio. Euro Eigenkapital wirkt die Bilanz stabil.

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Mit einiger buchhalterischer Akrobatik gelingt es dem Finanzchef sogar, eine positive Null als Ergebnis für das erste Quartal 2017 auszuweisen. Dabei werden Einmaleffekte wegen der Restrukturierung des Produktionsnetzwerks sowie der sogenannten Kaufpreisallokation herausgerechnet. Letzteres soll nächstes Jahr etwa 37 Mio. Euro geringer ausfallen und in den Folgejahren langsam auslaufen.

Um nachhaltig profitabel zu werden, muss sich aber das Auftragsbuch wieder stärker füllen, denn an dieser Front sah es außer beim Servicegeschäft in den vergangenen Quartalen nicht so toll aus. Allerdings spricht das Management von einer „sehr schweren Pipeline“ und gibt sich überzeugt, dass bis Jahresende 2 Mrd. Euro feste Aufträge hereingeholt werden können. Als Beleg wurde auch ein vor wenigen Tagen geschlossener Vertrag über 300 Mio. Euro für ein Offshore-Projekt genannt.

Warum Senvion einen Partner braucht

Senvion gilt als einer der erfahrensten Hersteller von großen Offshore-Anlagen. Trotzdem spielt Siemens (WKN:723610) heute in einer anderen Liga. Die Münchener haben in den letzten drei Jahren den Markt dominiert und verfügen als erste über eine industrielle Serienfertigung. Vestas mit ihrem japanischen Partner MHI zog nach und hat eine beeindruckende 9-MW-Turbine im Köcher. Auch Alstom und GE arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, aufzuschließen.

Senvion auf der anderen Seite betont zwar, dass ihre bewährte 6-MW-Turbine noch absolut wettbewerbsfähig ist, aber in wenigen Jahren werden wohl auch Modelle jenseits der 10-MW-Grenze benötigt. Der Plan für einen Prototyp liegt bereits in der Schublade. Schon im nächsten Jahr soll dieses Design Projektentwicklern angeboten werden, um damit bei Auktionen teilzunehmen.

Aber wenn es um konkrete Investitionen geht, will man erst mal abwarten. So wie es scheint, würde man lieber noch möglichst lange von der bestehenden Plattform profitieren, anstatt mit einem anspruchsvollen Entwicklungsprojekt ins Risiko zu gehen. Anders würde die Sache aussehen, wenn sich ein passender Partner finden würde, der einen Teil des Risikos übernimmt.

Wer als Partner in Frage kommt

Eine Fusion im Heimatmarkt würde ich ausschließen wollen. Weder der Platzhirsch Enercon noch Nordex (WKN:A0D655) würden einen erkennbaren Mehrwert für Senvion darstellen, da alle drei im Onshore-Bereich ein ähnliches Portfolio haben. Darüber hinaus gibt es in Europa und Amerika kaum noch nennenswerte Hersteller, die sich als Käufer eignen könnten. Deshalb richtet sich der Blick nach Asien.

Nicht auszuschließen wäre, dass sich einer der chinesischen Riesen für Senvion interessiert. Hierzulande kaum bekannte Wettbewerber wie Mingyang Wind Power oder Guodian United Power forschen seit einiger Zeit intensiv im Offshorebereich und holen mit großen Schritten auf. Trotzdem könnten sie das Know-how von Senvion gut gebrauchen, um schneller ein marktfähiges Produkt zu haben.

Daneben hat Südkorea Ambitionen, eine eigene Offshore-Wind-Industrie hochzuziehen. Einer der Protagonisten ist die Doosan-Gruppe, welche bereits mehrere Niederlassungen in Deutschland betreibt und der größte Lizenznehmer von MAN Diesel ist. Nächstes Jahr soll ein erstes Projekt errichtet werden. Diese Idee mag mich aber nicht so richtig zu überzeugen.

Am besten würde mir hingegen ein Zusammengehen mit einem japanischen Hersteller gefallen. Vestas und MHI haben es vorgemacht und Senvion baut sowieso gerade ein Nippon-Netzwerk auf, um sich dort zu etablieren. Der wohl stärkste lokale Offshore-Spieler neben MHI ist der Mischkonzern Hitachi, welcher eine 5-MW-Turbine für Schwachwindstandorte entwickelt hat und zudem seit Kurzem einige Patente für schwimmende Plattformen besitzt. Beides würde gut das Know-how von Senvion ergänzen.

Zudem könnte Hitachi den Hamburgern Rückendeckung geben, wenn es um die Schaffung einer effizienten Serienfertigung für die kommenden extragroßen Offshore-Modelle geht. Über solch eine Allianz würde Senvion im lukrativen Offshore-Markt auf einen Schlag einen riesigen Sprung nach vorne machen.

Und wenn daraus nichts wird?

Ich denke, dass Senvion sich auch alleine durchschlagen kann. Zwar müssen die Hamburger härter als die größere Konkurrenz kämpfen, um im Markt zu bestehen, aber so wie es aussieht, wurden in den letzten beiden Jahren wichtige Grundlagen gelegt, um zukünftig die Profitabilität zu steigern und den Umsatz bis 2020 in Richtung 3 Mrd. Euro zu schrauben. Sowohl das Produktportfolio, als auch die Kostenstruktur und die Internationalisierung wurden vorangebracht.

Gelingt der Plan, dann sollte die Aktie bis dahin mindestens doppelt so viel wert wie heute sein. Schon gut 3 % Rendite würde dann bedeuten, dass 100 Mio. Euro Gewinn übrig bliebe, wodurch das Kurs-Gewinn-Verhältnis bezogen auf den heutigen Aktienpreis von 13 Euro (12.05.) deutlich unter die 10 rutschen würde. Bei Gamesa (WKN:A0B5Z8) waren es im letzten Geschäftsjahr 6,5 %.

Offenbar trauen aber viele Anleger dem Braten noch nicht so richtig. Hier könnte ein starker Partner wie Hitachi helfen, etwaige Sorgen auszuräumen und die Erfolgschancen zu steigern. Mir erscheint das wie ein logischer Schritt. Deshalb sehe ich noch zusätzliches Aufwärtspotenzial und bleibe langfristig engagiert.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Senvion. The Motley Fool besitzt Aktien von Gamesa. The Motley Fool empfiehlt Nordex.

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