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Wie Netflix eine große Hürde zur internationalen Expansion überwindet

Foto: Netflix

Anfang 2016 stand Netflix (WKN:552484) CEO Reed auf der Bühne der CES in Las Vegas. Da konnte er verkünden, dass Netflix in immerhin 130 Ländern vertreten sei. Der Streaming-Service war in jedem Land der Welt erhältlich mit Ausnahme der Krim, Nordkorea, Syrien und seltsamerweise auch China.

Mit der rapiden internationalen Expansion ist man schnell dahinter gekommen, dass die normalen Prozesse zur Bereitstellung von Untertiteln, wie sie bisher in Hollywood vorgenommen wurden, nicht ausreichen. Diese Vorgänge waren nicht auf massive Expansion ausgelegt. Streaming hat ein neues Problem geschaffen: Wie kann man gleichzeitig auf der ganzen Welt eine Show ausstrahlen und dabei die nötigen Untertitel für Dutzende Sprachen bereitstellen?

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Mit dem Erfolg kommen neue Herausforderungen

Allflicks.net zufolge, einer Seite, die alle bei Netflix erhältlichen Title katalogisiert, gibt es derzeit in den USA 5.000 erhältliche Titel. Das Unternehmen plant, im Jahr 2017 6 Milliarden Dollar für neuen Content auf der ganzen Welt auszugeben.

Die Herausforderung dabei ist, dass jeder Film und jede Serie in so ziemlich jeder Gegend dieser Welt genügend Geld reinholt. Damit das überhaupt möglich ist, müssen Coder ein System zur Verfügung stellen, das für jeden Markt die korrekten Untertitel anzeigt.

Derzeit bietet Netflix seinen Service in über 20 Sprachen an. Vor fünf Jahren waren es lediglich Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Da ist also jede Menge passiert. Kurzfristig sollen sogar noch mehr Sprachen dazukommen.

Das ist wichtig, wenn man bedenkt, wie die Abonnenten außerhalb der USA dazukommen (dazu auch die Grafik weiter unten). Da man international präsenter wird, kommen weitere Abonnenten hinzu – Ende des Jahres sollten Abonnenten außerhalb der USA die Zahl derjenigen im Heimatmarkt überholt haben.

Daten von Netflix, Grafik vom Autor.

HERMES

Bislang hat man sich für die Übersetzung Drittanbieter ins Haus geholt. Die Ergebnisse waren dabei nicht immer gleichbleibend zufriedenstellend. Es gab keinerlei System zur Registrierung oder einen standardisierten Test, um die Übersetzer dieser Dienstleister zu bewerten. Auch wenn der Dienstleister nach den Vorgaben von Netflix arbeitete, so war es doch nicht sicher, wie dessen Mitarbeiter vorgingen.

Als Antwort darauf hat Netflix im März ein Test-Tool für Übersetzungen gestartet – HERMES. Auf der Seite können sich Drittanbieter und einzelne Übersetzer bewerben und bewerten lassen. Man muss einen 80-minütigen Test vollenden, um seine Übersetzerfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Damit kann Netflix beurteilen, wie fähig jeder Übersetzer ist, der für das Unternehmen arbeitet, und dementsprechend eine Datenbank für die Zukunft schaffen.

So beschreibt Netflix selber HERMES:

HERMES ist das Zusammenspiel von Hollywood und Silicon Valley. Es wurde intern von den Teams von Content Localization und Media Engineering entwickelt, dazu wurden noch bekannte Akademiker mit ins Boot geholt. Es handelt sich um einen fünfteiligen Test für Übersetzer. Dieser ist höchst skalierbar und besteht aus Tausenden von zufälligen Kombinationen aus Fragen. Es sollte also kein Test zwei Mal existierten …

Fazit eines Fools

Sollte man sich jetzt fragen, ob bei dem Unternehmen überhaupt Bewerbungen eingehen: Ja. Durchaus. In den wenigen Wochen seitdem HERMES online gegangen ist, haben sich Tausende beworben. Die Bezahlung rangiert dabei zwischen 7 Dollar pro Filmminute (Englische Audiospur zu englischen Untertiteln) und 30 Dollar pro Filmminute (Englisch audio, Japanische Untertitel).

HERMES ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Unternehmen seine eigenen Lösungen entwickelt und damit für die Kunden attraktiver macht. Da man außerhalb der USA 47 Millionen Abonnenten glücklich machen will, arbeitet Netflix hart daran, das beste aus dem Produkt herauszuholen.

Aktionäre von Netflix sollten sich glücklich schätzen, dass der Branchenführer immer noch innovativ arbeitet und damit alles daran setzt, der Konkurrenz voraus zu bleiben.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Dieser Artikel von Frank DiPietro erschien am 9.5.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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