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Warren Buffett erklärt, was bei Wells Fargo schief gelaufen ist

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Wie kann ein Unternehmen, das sich seit dem kalifornischen Goldrausch der 1850er Jahre einen solch beeindruckenden Ruf aufgebaut hat, sein Image nach über anderthalb Jahrhunderten umsichtiger und rentabler Arbeit seinen Ruf nun so ruinieren?

Im Falle Wells Fargo (WKN:857949) war der Grund eine Mischung aus Überheblichkeit und Verzögerung.

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„Bei Wells Fargo wurden drei schwere Fehler begangenen, aber einer ist von besonders großer Schwere“, sagte Buffett bei Berkshire Hathaways (WKN:A0YJQ2) Jahreshauptversammlung. „Früher oder später muss ein CEO handeln, wenn es ein Problem gibt und er davon Wind bekommt. Sie haben nicht reagiert, nachdem sie vom Problem wussten.“

Buffett bezieht sich dabei auf Wells Fargos Fake-Konten-Skandal, wo Tausende von Mitarbeitern im Namen von Kunden Millionen von Fake-Konten eröffnet hatten. Der Skandal kam im vergangenen September ans Licht, als das US-Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz mitteilte, dass es der drittgrößten Bank des Landes eine Strafe in Höhe 100 Mio. USD auferlegt hat.

„Wells Fargos Mitarbeiter haben heimlich unberechtigte Konten eröffnet, um Umsatzziele zu erreichen und Bonuszahlungen zu erhalten“, sagte der damalige Leiter des US-Verbraucherinstituts Richard Cordray. „Aufgrund der Schwere dieser Verstöße legen wir Wells Fargo die höchste Strafe auf, die wir jemals ausgesprochen haben. Diese Maßnahme soll als Warnung für die gesamte Branche dienen, dass finanzielle Anreizprogramme – wenn sie nicht sorgfältig überwacht werden – ernsthafte Risiken und möglicherweise ernsthafte rechtliche Konsequenzen haben können.“

Wells Fargos Management wusste schon seit Jahren von diesen rechtswidrigen Praktiken, unternahm jedoch nichts. Ein vom Vorstand des Unternehmens ausgegebener Bericht schreibt, dass diese Praktiken mindestens bis ins Jahr 2002 zurückreichen. Ich bin der Meinung, dass sie vermutlich sogar ins Jahr 1998 zurückreichen. So oder so hat Wells Fargo im Jahr 2011 begonnen, jährlich 1.000 Mitarbeiter für das Öffnen von Konten ohne die Kenntnis und Zustimmung der Kunden zu entlassen.

Trotz der Entlassung von letztlich ca. 5 % der Gesamtbelegschaft in den Zweigniederlassungen hat sich Wells Fargos Führungsetage verweigert, den Kern des Problems anzugreifen: nämlich die übermäßig aggressiven Umsatzvorgaben der Bank. Mitarbeiter waren gezwungen, nachts und am Wochenende – oft unbezahlt – zu arbeiten, um ihre Umsatzziele zu erreichen. Und wenn auch die zahlreichen Überstunden nicht halfen, eröffneten sie ohne Zustimmung ihrer Kunden Konten für sie.

Bildquelle: THE MOTLEY FOOL.

Seitdem die derzeitige Führungsebene die Zügel im Anschluss von Wells Fargos Fusion mit Northwest im Jahr 1998 übernommen hat, hat sie Cross-Selling in den Mittelpunkt der Unternehmenskultur der Bank gerückt. Sie bezeichnet ihre Filialen als „Geschäfte“, verkündete stets stolz ihre Cross-Selling-Quoten im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalszahlen und strebt an, jedem Kunden mindestens 8 Finanzprodukte zu verkaufen – sei es ein Giro- oder Sparkonto, eine Hypothek, ein KFZ-Kredit oder ein anderes Produkt.

„Bei Wells Fargo drehte sich das Prämienlohnsystem also eindeutig um das Cross-Selling von mehreren Finanzprodukten pro Kunden“, sagte Buffett Berkshire-Hathaway-Aktionären vergangenen Samstag. „Anreizprogramme sind im Wesentlichen nichts Schlechtes, aber man muss sehr vorsichtig damit sein, worauf man den Anreiz setzt.“

Wells Fargos nun ehemaliger Präsident und CEO John Stumpf äußerste sich in einem Interview mit CNBC zum ersten Mal öffentlich zum Skandal und sah die Schuld vor allem bei unteren Angestellten. Bei der Anhörung vor einem Kongressausschuss war er dann unvorbereitet und reuelos. „Sie haben die Auswirkungen des Problems völlig unterschätzt“, sagte Buffett.

Als der Skandal ans Licht kam, waren die Medien zu allem Überfluss voll von Geschichten von bankinternen Whistleblowern, die ihre Vorgesetzten über das Problem schon seit Jahren in Kenntnis gesetzt hatten und manchmal Stumpf sogar direkt eine Email sendeten. Aber anstatt diese Mitarbeiter zu belohnen oder sie zumindest vor negativen Maßnahmen des Unternehmens zu schützen, hat Wells Fargo sich systematisch an ihnen gerächt – in der Regel wurden sie derart gefeuert, dass sie so gut wie keine Chance hatten, in der Finanzbranche jemals wieder einen Job zu finden.

Buffett weiß, dass kein Unternehmen perfekt ist. Und wenn man wie Wells Fargo oder Berkshire Hathaway Hundertausende Mitarbeiter beschäftigt, ist unrechtmäßiges Verhalten nahezu unvermeidbar. „Probleme werden auftreten. Wir haben rund 367.000 Mitarbeiter“, sagte der 86 Jahre alte Milliardär. „Menschen verhalten sich auch jetzt in dieser Sekunde rechtswidrig – darüber bestehen keine Zweifel“.

Die Führungsebene eines Unternehmens kann nicht alles überwachen. Doch wenn Angestellten die Pflicht bewusst gemacht wird, unrechtmäßiges Verhalten aufhalten zu müssen, entsteht dieses Problem erst gar nicht. Wells Fargo hat dies jedoch versäumt.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). 

Dieser Artikel wurde von John Maxfield auf Englisch verfasst und am 6.5.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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