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5 wichtige Punkte für die Jahresversammlung von Berkshire Hathaway

Foto: The Motley Fool.

Warren Buffett wird wie jedes Jahr auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) die Fragen der Aktionäre beantworten.

Wie immer werden die Themen und die Antworten sehr verschieden sein. Hier sind fünf Highlights, die man als Investor kennen sollte.

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1. Wie wird Berkshire seine 96,5 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante ausgeben?

Im ersten Quartalsbericht, der am Tag zuvor veröffentlicht wurde, enthüllte das Unternehmen, dass das Unternehmen 96,5 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante habe. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen mit jeder Menge liquiden Mitteln, hat Berkshire den Großteil seines Geldes in den USA liegen. Das bedeutet, das Geld kann sofort eingesetzt werden.

Buffett hat ja gerne mindestens 20 Milliarden US-Dollar in bar in der Bilanz, aber das bedeutet immer noch, dass jede Menge Geld für Übernahmen und Aktien-Investitionen zur Verfügung stehen. Charlie Munger sagte , dass Berkshire schon morgen für 150 Milliarden US-Dollar einkaufen gehen könnte, wenn das Unternehmen Schulden aufnehmen oder Aktien verkaufen wolle.

Unglücklicherweise wird es für das Unternehmen immer schwieriger gute Kaufgelegenheiten zu finden. Beim Kauf von Precision Castparts wies Munger darauf hin, dass das kein Schnäppchen mehr wäre wie in der Vergangenheit. Buffett stimmte zu und meinte, dass es inzwischen schwierig geworden wäre interessante Schnäppchen zu finden. Daher hat das Unternehmen auch so viel Geld .

Was könnte Berkshire also dazu bringen, das Geld einzusetzen? Buffett sagte, dass Berkshire Unternehmen kaufen möchte, die für die nächsten 5 bis 10 Jahre starke Wettbewerbsvorteile haben werden, deren Management gut ist und die zu einem fairen Preis angeboten werden. Buffett hat die Übernahmekriterien sogar in einigen der Briefen an die Aktionäre dargelegt.

Buffett sagte auch, dass es relativ wenige interessante Investmentmöglichkeiten gäbe. Berkshire könnte auch seine Rückkaufskriterien von 120 % des Buchwertes oder weniger anpassen. Aber er ist optimistisch, dass er andere Mittel und Wege findet, um das Geld auszugeben.

2. Was eine niedrigere Unternehmenssteuer für Berkshire und die Aktionäre bedeuten würde

Die Steuerreform ist eine der großen Nachrichten, seit Donald Trump das weiße Haus bezogen hat.

Heißes Thema ist dabei eine Senkung der Unternehmenssteuern von 35 % auf 15 %. Während der Fragestunde wurde Buffett gefragt, inwiefern das Berkshire beeinflussen würde und welche Vorteile die Aktionäre davon hätten.

Buffett sagte, dass jede Veränderung bei der Steuersituation direkt positive Auswirkungen auf die Aktionäre haben werde, während einige der Ersparnisse für die Unternehmen wahrscheinlich auch an die Kunden zurückfließen würden. Diese würden sich aber je nach Unternehmen voneinander unterscheiden.

Buffett ist aber auch zuversichtlich, dass sich Berkshire in jedem Wirtschaftsklima gut entwickeln wird. Er wies darauf hin, dass sich das Unternehmen auch in der Vergangenheit trotz extrem hoher Unternehmenssteuern sehr gut entwickelt hat.

3. Buffett ist immer noch ein großer Fan von Indexfonds für die meisten Leute

Für die meisten Leute, sagt Buffett, wäre ein einfacher Indexfonds des S&P 500 die beste Investition, die sie machen könnten. Das hatte er in den letzten Jahren immer wieder angesprochen, besonders als Alternative zu aktivem Investmentmanagement.

Buffett hat seiner eigenen Frau auch geraten, nach seinem Tod in Indexfonds zu investieren und nicht in die Aktien von Berkshire Hathaway.

Auf die Frage “Warum” antwortete Buffett: “Es ist die beste Möglichkeit für Menschen, die sich keine Sorgen machen möchten.” Buffett nannte eine Investition in den S&P 500 als eine Wette auf die amerikanischen Unternehmen, die sich langfristig gesehen sicher gut entwickeln werden.

Buffett ist ein derartiger Fan von kostengünstigen Indexfonds, dass er meinte, Jack Bobo, der Gründer und Pionier der Indexfonds mit seinem Unternehmen Vanguard, habe mehr für den amerikanischen Investor getan als jeder andere.

4. Fluggesellschaften und Eisenbahngesellschaften sind zwei verschiedene Dinge

Berkshire überraschte die Investoren mit einer Investition in die vier größten amerikanischen Fluggesellschaften, aber es gibt einen Vergleich, den Buffett dabei ansprechen möchte.

Viele Analysten haben diese Investition in Fluggesellschaften in Buffetts Investitionen in Schienenunternehmen verglichen. Das ist ja auch sinnvoll. Bevor Berkshire BNSF komplett gekauft hatte, hatte Buffett schon kleinere Anteile an größeren Schienenunternehmen aufgebaut. Charlie Munger sagte vor Kurzem, die Schienenindustrie wäre in den letzten 80 Jahren ein schreckliches Geschäft gewesen, dass sich aber vier große Unternehmen konsolidiert hätten und jetzt ein besseres Geschäft bieten würden. Laut Charlie Munger wäre auch etwas ähnliches bei den Fluggesellschaften passiert.

Auf die Frage nach seinen Investitionen in Fluggesellschaften wollte Buffett diese Logik aber nicht gelten lassen. Er sagte, das wäre kein guter Vergleich. Fluggesellschaften haben einfach nicht die Wettbewerbsvorteile einer Eisenbahngesellschaft. Die Eisenbahn kostet weniger als viele andere Frachtmöglichkeiten wie LKWs und hat niedrigere operative Ausgaben. Fluggesellschaften befinden sich in einem sehr wettbewerbsorientierten Umfeld und die Fundamentaldaten der Unternehmen sind auch nicht so attraktiv.

Warum hat Buffett aber in die Fluglinien investiert, nachdem er jahrelang so negativ eingestellt war? Er hat das Gefühl, dass jetzt genug Konsolidierung vonstatten gegangen ist, und dass die letzten großen Fluglinien so gut positioniert sind, dass sie die Umsätze auch in den kommenden Jahren gut erhöhen können. “Die Fluglinien haben jetzt seit einiger Zeit mit 80 % oder mehr der Kapazität arbeiten können. Da sieht man schon, wie es in Zukunft weitergeht”, sagt Buffett. Zusätzlich haben alle vier großen Fluglinien starke Renditen auf das investierte Kapital generiert und ziemlich aggressiv die eigenen Aktien zurückgekauft. Auch das gefäll Buffett.

5. Alle Unternehmen haben Probleme

Es ist keine Überraschung, dass eine der ersten Fragen bei der Versammlung sich um den Kontenskandal bei Wells Fargo dreht.

Wie schon zuvor antwortete Buffett damit, dass Wells Fargo immer noch ein großartiges Unternehmen wäre, das aber einen ernsten Fehler gemacht habe.

Wie wir inzwischen wissen, war die Anreizstruktur des Unternehmens ein Problem. “Bei Wells Fargo gab es Anreize darum,  den Kunden jede Menge Dienstleistungen anzudrehen”, sagte Buffett. “Es stellte sich heraus, dass damit ein falsches Verhalten belohnt wurde. Wir haben auch schon ähnliche Fehler gemacht.”

Er sagte, dass der größte Fehler von Wells darin bestanden hätte, dass der damalige CEO John Stumpf nicht gehandelt hätte. “Es ist schwer, so etwas aufzuhalten, wenn der CEO schon davon weiß … Sie haben die Auswirkungen komplett unterschätzt.”

Später während des Treffens wurde Buffett eine ähnliche Frage zu anderen Investitionen von Berkshire wie American Express und dem Verlust der Beziehung zu Costco gestellt, wie auch zu United Continental und den medienwirksamen Vorfall, als ein Passagier mit Gewalt aus einem Flugzeug gezerrt worden war.

“Wir haben American Express, United Airlines oder Coca-Cola nicht unter der Prämisse gekauft, dass die Unternehmen niemals Probleme haben würden. Oder dass sie niemals Wettbewerber haben würden. Aber wir haben sie gekauft, weil wir dachten, dass sie sehr starke Unternehmen sind.”

In anderen Worten, alle Unternehmen haben Probleme und solange diese Probleme vernünftig und verantwortlich behandelt werden und die langfristige Investment Thesis von Berkshire noch zutrifft, wird das Unternehmen seine Investitionen auch nicht verkaufen.

Das ist sehr wichtig für die langfristige Investoren, da Unternehmen im Laufe der Zeit immer wieder Probleme haben. Wenn sich die These nicht ändert, dann könnten Rückschläge sogar weitere Kaufgelegenheit erschaffen.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B) und Costco Wholesale. The Motley Fool empfiehlt American Express.

Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 06.05.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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