The Motley Fool

Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Investoren dumm handeln

Foto: Wikimedia Commons, Alex E. Proimos

Eigentlich möchte man glauben, dass die Investoren ziemlich schlaue Leute sind. Sie beweisen jedoch immer wieder, dass es sich dabei um einen Irrglauben handelt.

Das aktuelle Beispiel stammt von Alphabet (WKN:A14Y6H), oder um genau zu sein, aus dem Quartalsbericht von Alphabet.

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Vor Kurzem waren die Investoren und die Medien-Kommentatoren besorgt, dass einige Werbekunden YouTube boykottieren könnten, nachdem deren Anzeigen neben extremistischen Inhalten aufgetaucht waren. Doch wir sprechen hier nicht von kleinen Unternehmen, sondern von Unternehmen wie Volkswagen (WKN:766400) und Lloyds Banking Group.

Bei Alphabet waren die Nettogewinne im Jahresvergleich um 29 % gestiegen und konnten die Schätzungen der Analysten übertreffen.

Die Auswirkungen dieses Boykotts könnten noch spürbar sein. Basierend auf den Quartalsergebnissen scheint es aber so, als wäre dieser allerdings kaum messbar. Das sollte keine Überraschung sein, da das Rating-Unternehmen Moody’s das schon vorhergesehen hatte. Die Financial Times schrieb Folgendes:

Moody’s sagte, dass der Rückzug von Werbegeldern von YouTube Google negativ erscheinen lassen würde. Das könnte die finanzielle Performance und die Reputation des Unternehmens in Mitleidenschaft ziehen, aber es beeinflusste das Rating nicht, weil die betreffenden Marketingkunden einen sehr kleinen Prozentsatz der Google-Kunden ausmachen und der Boykott nicht lange dauerte. [Hervorhebungen durch den Autor]

Starke Gewinne sind keine Garantie dafür, dass sich im nächsten Quartal nicht noch weitere Auswirkungen zeigen könnten. Doch das scheint unwahrscheinlich.

Was ist hier schief gelaufen?

Die Investoren haben die schlechte Angewohnheit zu überreagieren. Sie tendieren dazu, aus relativ kleinen Problemen wie dem YouTube-Boykott gigantische Sorgen zu spinnen, die die Zukunft des Unternehmens in Mitleidenschaft ziehen könnten.

Aus offensichtlichen Gründen möchte man natürlich nicht diese Art Investor sein. Und das musst du auch nicht. Zuerst einmal kannst du dieses Problem vermeiden, indem du dich fragst, welche Auswirkungen ein solches Problem überhaupt auf den Gewinn haben könnte.

Der große amerikanische Investor Peter Lynch spricht gerne davon, die Sache aus einem positiven Blickwinkel zu betrachten. Er sagte den Investoren, sie sollten immer sicherstellen, dass einige positive Entwicklungen gegeben wären, die sich positiv auf den Gewinn auswirken, bevor sie sich zu sehr in eine Aktie verlieben. Stell dir einmal vor, Henkel würde ein großartiges neues Shampoo auf den Markt bringen. Das ist nett, aber das eine neue Shampoo – würde das wirklich die Gewinne eines 50-Milliarden-Euro-Unternehmens nach oben drücken?

Dasselbe gilt auch für die negative Seite der Gleichung. Wenn etwas Schlimmes passiert, dann sollte man sich überlegen, welche Auswirkungen dieses Ereignis realistisch haben könnte.

Um das einmal zu vergleichen: Denken wir an den Skandal von Volkswagen. Das ist eine negative Entwicklung, die auch bedeutende Auswirkungen auf den Gewinn hatte.

Noch größer denken

Selbst wenn du das wahre Potential eines solchen Ereignisses abgeschätzt hast, dann glaube ich, dass, wenn solche Ereignisse eintreten, die Investoren oft zwei Dinge übersehen:

  1. Wie das Unternehmen seine Kunden behandelt
  2. Die anderen Optionen der Kunden

Während die Investoren wenig Geduld haben und nicht geneigt sind einem Unternehmen zu verzeihen, zeigen sich die Kunden da doch etwas verständnisvoller. Besonders Unternehmen, die versuchen, es ihren Kunden recht zu machen.

Hätte Google darauf reagiert und gesagt „Pech gehabt, so ist es nun einmal“, dann hätte es gute Gründe für die Kunden gegeben, dem Unternehmen den Rücken zu kehren. Das hat Google aber nicht getan. Sie nahmen die Sache ernst und entwickelten die Plattform weiter, um das Problem in Zukunft zu vermeiden.

Mit anderen Worten, in der realen Welt sind die Kunden auch willens einem Unternehmen eine zweite Chance zu geben, wenn sie sich wirklich bemühen, das Problem zu beseitigen.

Das hängt aber von dem Problem selbst ab. Im Fall von Googles Problem musste YouTube weiterentwickelt werden. Es ist nicht so, als hätte Google still und heimlich Anzeigen von großen Unternehmen neben extremistischen Videos platziert. Gehen wir noch einmal zum Beispiel Volkswagen zurück. Die Sache hier war … na ja, doch ganz anders und die Wahrscheinlichkeit das Vertrauen der Kunden zu verspielen, war hier auch deutlich höher.

Kurz gesagt, diese Probleme mildern sich bereits deutlich ab, wenn einem Unternehmen die Kunden am Herzen legen.

Es macht natürlich einen großen Unterschied, wenn die Kunden jede Menge anderer guter Optionen haben.

Jemand ist vielleicht großer Fan von VW, aber BMW, Daimler, Toyota und Ford bauen auch ziemlich gute Autos. Für die Kunden, die sich überlegen, YouTube nun den Rücken zu kehren – wohin wollen sie denn? Zurück zum Radio? Das ist natürlich ein Witz, aber es geht darum, dass die Werbekunden bei YouTube bleiben wollen, da die Zahl der konsumierten Videostunden auf der Plattform weiter steigt … Und es gibt auch keine wirklich guten Alternativen zu YouTube.

Stop, runter auf den Boden und hin- und herrollen

Das hat man uns in der Schule in den USA beigebracht, sollte man als Kind jemals Feuer fangen. Lehrt man das in Deutschland eigentlich auch?

Wenn die Investoren schlechte Nachrichten über eines ihrer Unternehmen erfahren, dann ist das oft die gleiche Reaktion – sie tun so, als würden sie selbst lichterloh in Flammen stehen. Also vielleicht trifft dieser Ratschlag auch hier zu.

Nein … das meine ich wörtlich. Wenn du merkst, dass du ausflippst, weil es gerade schlechte Nachrichten gibt, dann halte kurz inne, geh runter auf den Boden und roll dich ein bisschen hin und her. Das mag dir jetzt komisch vorkommen, aber es könnte dich davor bewahren, eine irrationale und emotionale Entscheidung zu treffen.

Sobald du dich ein paarmal hin- und hergerollt hast kommt auch das logische Denken zurück. Überlege dir dann, welche Auswirkungen die Sache auf den Gewinn haben könnte. Dann überlege dir, welche Beziehung das Unternehmen zu seinen Kunden hat. Wurde das Vertrauen beschädigt? Handelt es sich um ein Unternehmen, das wirklich versucht, das Richtige zu tun? Glaubst du, dass das Produkt oder der Dienst so gut ist, dass die Kunden eigentlich keine andere Wahl haben, als zu dem Produkt zurückzukommen?

Idealerweise werden die Antworten minimale Auswirkungen auf den Gewinn haben. Das Unternehmen wird das Richtige tun und versuchen, das Problem zu lösen. Gleichzeitig mögen die Kunden das Produkt so sehr, dass sie es in jedem Fall weiterbenutzen werden.

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Matt besitzt Aktien von Moody's, BMW, und Daimler. Suzanne Frey, eine Exekutive bei Alphabet, ist ein Mitglied des Vorstands bei The Motley Fool. The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Alphabet, Ford und Moody's. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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